Ennepetal. Nach einem Brandanschlag auf einen sogenannten Blitzanhänger am Sonntag, 18. Januar, macht die Kreisverwaltung deutlich, dass Angriffe auf mobile Geschwindigkeitsmessanlagen strafbar und aus ihrer Sicht wirkungslos sind. Die Technik sei umfassend gesichert, Daten gingen nicht verloren und die Geräte könnten in der Regel zeitnah wieder eingesetzt werden.
Ermittlungen zum Vorfall in Ennepetal
Der Brandanschlag ereignete sich am Sonntag, 18. Januar, gegen 3.30 Uhr an der Breckerfelder Straße in Ennepetal. Zum genauen Schadensumfang, zur Schadenshöhe und zum Ablauf des Geschehens liegen der Kreisverwaltung derzeit noch keine abschließenden Informationen vor. Hinweise zum Brandanschlag nimmt die ermittelnde Kriminalpolizei unter der Telefonnummer 02333/9166-2100 entgegen.
Auch die Dauer des Ausfalls ist noch unklar. Der beschädigte Anhänger befindet sich inzwischen zur Reparatur beim Hersteller. Aus Sicht der Verwaltung ist eine schnelle Wiederinbetriebnahme wünschenswert: „Je schneller er wieder im Einsatz ist, desto besser für die Verkehrssicherheit“, heißt es. Denn: „Geschwindigkeitsverstöße sind keine Kleinigkeit — insbesondere für schwächere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer sind zu schnell fahrende Fahrzeuge ein großes Risiko. Eine deutlich höhere Unfallgefahr besteht schon ab nur wenigen zu schnell gefahrenen Stundenkilometern — dramatische Nebenwirkungen für alle Beteiligten inklusive.“
Datenübertragung in Echtzeit
Der betroffene Anhänger wird an wechselnden Standorten zur Überwachung und Ahndung von Geschwindigkeitsverstößen eingesetzt. Nach Angaben der Kreisverwaltung ist ein Versuch, durch Vandalismus Beweis- oder Messdaten zu zerstören, nicht erfolgreich: „Die Technik des Anhängers überträgt die aufgenommenen Bilder in Echtzeit auf gesicherte Server der Verwaltung. Der Versuch, Bild- oder Messdaten durch Vandalismus zu zerstören, ist daher zur Erfolglosigkeit verurteilt“, teilt die Verwaltung aus dem Schwelmer Kreishaus mit und betont: „Wer davon ausgeht, durch Beschädigungen Beweismaterial vernichten zu können, irrt.“
Umfassender Schutz gegen Sabotage
Der Ennepe-Ruhr-Kreis setzt insgesamt zwei Blitzanhänger ein. Diese seien mehrfach gegen Angriffe gesichert, heißt es weiter. Zur Ausstattung zählen mechanische Sicherungen an Türen und Anhängedeichsel, kugelsicheres Glas, Vandalismussensoren sowie eine automatische Feuerlöschanlage, die im Brandfall selbstständig reagiert.
Die Kreisverwaltung weist ausdrücklich darauf hin, dass jeder Fall von Vandalismus gegen ihr und damit gegen öffentliches Eigentum angezeigt wird: „Neben strafrechtlichen Konsequenzen kommen auch zivilrechtliche Forderungen für entstandene Schäden in Betracht.“ Ziel müsse es sein, die Folgekosten der Anschläge der Allgemeinheit zu ersparen und den Tätern in Rechnung zu stellen.
Geschwindigkeitsmessungen im Kreisgebiet
Neben den beiden Blitzanhängern verfügt der Ennepe-Ruhr-Kreis über drei Messfahrzeuge. Die Auswahl der Einsatzorte erfolgt nach Angaben der Verwaltung auch auf Grundlage von Hinweisen aus der Bevölkerung. Rückmeldungen hätten gezeigt, dass der Verkehr sich an vielen Stellen spürbar entschleunigt habe, insbesondere dort, wo Blitzanhänger eingesetzt werden. Diese seien — anders als mobile Messfahrzeuge — auch nachts und an Wochenenden im Einsatz.
Zusätzlich führt die Kreispolizeibehörde Geschwindigkeitsmessungen durch. Zuständig sind Kreisverwaltung und Polizei für Breckerfeld, Ennepetal, Gevelsberg, Hattingen, Herdecke, Schwelm, Sprockhövel und Wetter. Die Stadt Witten führt eigene Messungen durch und gehört zum Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Bochum.











