Breckerfeld kann beim Thema schnelles Internet demnächst mit einem deutlichen Fortschritt rechnen. Im Rahmen eines Förderprogramms von Bund und Land fließen rund vier Millionen Euro in den Ausbau von Glasfaseranschlüssen im Stadtgebiet. Ziel ist es, sogenannte „hellgraue Flecken“ zu beseitigen — Bereiche, in denen Internet zwar vorhanden ist, für moderne Anwendungen aber nicht zuverlässig genug funktioniert.
4786 „hellgraue Flecken“ im Kreisgebiet
Als "hellgraue Flecken" gelten Adressen mit unzureichender Bandbreite oder instabiler Verbindung, etwa für Videokonferenzen oder Streaming. Im Ennepe-Ruhr-Kreis gibt es aktuell insgesamt 4786 „hellgraue Flecken“, in Breckerfeld beispielsweise betrifft das 418 Adressen. Diese sollen nun schrittweise mit leistungsfähigen Glasfaserleitungen ausgestattet werden.
Möglich wird das durch eine Gesamtförderung von 49,99 Millionen Euro, die der Ennepe-Ruhr-Kreis gemeinsam mit den Städten eingeworben hat. Das Land Nordrhein-Westfalen beteiligt sich mit 24,11 Millionen Euro, der Rest kommt vom Bund.
„Spürbarer Gewinn an Lebensqualität“
Bei der Übergabe der Förderbescheide bezeichnete Regierungspräsident Heinrich Böckelühr Glasfaser als unverzichtbare Grundlage für die Zukunft: „Wenn es um eine zukunftssichere digitale Infrastruktur geht, sind Glasfaserleitungen längst der Maßstab.“
Auch Landrat Jan-Christoph Schaberick betonte bei die Bedeutung des Projekts, gerade auch für kleinere Städte: „Diese Bescheide aus Berlin und Düsseldorf sind für uns, sind für die Menschen zwischen Breckerfeld und Hattingen, Herdecke und Schwelm wirklich erfreulich. Absehbar ist mit ihnen schließlich ein spürbarer Gewinn an Lebens-, Arbeits- und Freizeitqualität verbunden. Die Verhältnisse innerhalb des Kreises werden noch gleichwertiger werden, digitale Teilhabe wird noch flächendeckender“, hob er die Bedeutung der Förderung hervor.
Zugleich freute er sich darüber, dass es dem Kreis und den Städten gemeinsam gelungen sei, das Antragsverfahren auf den Weg und erfolgreich zum Abschluss zu bringen: „Unsere Kooperationsvereinbarung zum Ausbau des schnellen Internets ist eine Erfolgsgeschichte. Ein wirklich gelungenes Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit.“
Breckerfeld zahlt 436.000 Euro Eigenanteil
Im Einzelnen erhalten die Städte folgende Summen:
- Breckerfeld: 4 Millionen Euro
- Ennepetal: 6,7 Millionen Euro
- Gevelsberg: 2,5 Millionen Euro
- Hattingen: 10,7 Millionen Euro
- Herdecke: 4,3 Millionen Euro
- Schwelm: 4,6 Millionen Euro
- Sprockhövel 1,7: Millionen Euro
- Wetter/Ruhr: 4,6 Millionen Euro
- Witten: 10,2 Millionen Euro.
Weil sie keine Haushaltssicherungskommunen sind, müssen die Städte Breckerfeld, Gevelsberg und Sprockhövel Eigenanteile leisten. Diese belaufen sich für Breckerfeld auf 436.000 Euro, Gevelsberg trägt 277.000 Euro und Sprockhövel 172.000 Euro Eigenanteil.
Anschluss kostenlos
Mit der praktischen Umsetzung des Glasfaserausbaus wurde das Unternehmen Muenet mit Sitz in Coesfeld beauftragt. Dieses hatte eine europaweite Ausschreibung für sich entscheiden können.
Nach Angaben der Kreisverwaltung wird Muenet die Leitungen direkt bis zu den betroffenen Gebäuden, die aktuell innerhalb der „grauen Flecken“ liegen, verlegen. „Dies erfolgt für die Haushalte kostenfrei“, betont die Verwaltung. Und weil die mit Fördermitteln errichtete Glasfaser-Infrastruktur grundsätzlich allen Telekommunikationsanbietern zur Verfügung stehen müsse (Open Access), können Bürgerinnen und Bürger anschließend frei zwischen den Unternehmen wählen, die ihnen an ihrem Anschluss Internetprodukte anbieten.
Infoschreiben ab März
Laut Kreisverwaltung plant Muenet ab Anfang März 2026 den Versand erster Informationsschreiben an die betroffenen Haushalte. Darin können Interessierte ihr Einverständnis für den Glasfaseranschluss erklären. „Wichtig zu wissen: Haushalte, die sich für einen Anschluss entscheiden, sind nicht gezwungen, anschließend direkt einen Vertrag mit einem Internetanbieter abzuschließen“, betont die Verwaltung. Auch sei der Ausbau dank der Förderung garantiert, das heißt, es muss keine bestimmte Anzahl an Haushalten teilnehmen.
Wichtig ist jedoch: „Wer die Rückmeldefrist verstreichen lässt und sich erst später für eine Glasfaserleitung an seiner Adresse entscheidet, muss diese selbst organisieren und bezahlen“, erläutert die Verwaltung.
Fast flächendeckend schnelles Netz
Nach Abschluss des Projekts sollen nach Angaben der Kreisverwaltung im gesamten Ennepe-Ruhr-Kreis — inklusive des eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbaus diverser anderer Telekommunikationsunternehmen — 99,8 Prozent der Anschlüsse mit mehr als 100 Mbit/s versorgt sein und mindestens sechs von zehn Anschlüssen dann von reinen Glasfaserleitungen profitieren.










