Nach hartem Abbremsen durch die Pandemie und auch im vergangenen Jahr war nur ein Frühschoppen möglich, durften die Biergerichtsschöffen um Präses Mark Stumpf wieder ein humorvolles Biergericht darstellen. Mit feinem Wortwitz brachten Jan Müller, Mark Stumpf und Carsten Bock Verfehlungen und Patzer der Schützen sowie allgemeine Missstände auf die Bühne. Humorvoll wurde inszeniert und vorgeführt, manches verursachte aber auch leises Schaudern im Publikum – dachte so mancher: Gut, dass ich nicht da oben stehe.
Aber die Schöffen prangerten nicht nur an, sie lieferten auch gleich Lösungsansätze. Plettenberger Ratsmitgliedern wurde aufgezeigt, wie Abhilfe geschafft werden könnte bezüglich des pekuniären Aufregerthemas Blumenpatenschaft. Mit einer eigens entwickelten Blumenschutzkugel gab es für die Ratsmitglieder Anregungen, wie mit weniger Kosten ein vandalismusvorbeugender, bienen- und gießfreundlicher Blumenschmuck für die Innenstadt geschaffen werden könnte, der sich in Blickhöhe präsentiert. Für hohe Irritationen im Biergericht sorgte dabei der Versicherungspassus gegen Überschwemmungsschäden bei einer angenommenen Aufhängehöhe der Blumenampeln von 2,5-3 Metern Höhe.
Das Dorf Landemert, Stadtteil der Vier-Täler-Stadt, hat sich in einigen Bereichen zum Thema der Oestertaler Schöffen gemacht. So wurde Markus Laurenz als neuer Schützenkönigsgemahl begrüßt. Wie bekannt, hatte seine Frau Andrea sich kürzlich zum(r) ersten Landemerter SchützenkönigIn geschossen. Ob es damit zusammenhängt, dass Markus vielfältig mit Terminüberschneidungen oder gar Versäumnissen zu kämpfen hat? So beklagten die Oestertaler Schöffen eine völlig leere Landemerter Dorfhalle bei der turnusgemäßen Übergabe der gemeinsamen Biergerichtsstandarte. Nicht nur leer war die Halle, sie glänzte förmlich von der Abwesenheit jeglicher Landemerter Schöffen. Damit ging einher, dass nicht ein Tropfen Bier bereitgestellt war. Damit Markus, Altmajestät, Prinzgemahl und BG-Präses, in seiner “Vielfunktionalität” den Überblick behält, erhielt er einen Kalender für die nächsten 40 Jahre, in den die Oestertaler hilfsbereit bereits einige Termine eingetragen hatten, als da wären: 2048 Ehrenprinzgemahl, 2073 Ehrenansprache zum 50-jährigen Bestehen der Prinzgemahlgemeinschaft Landemert, Auferstehung zu Ostern für das Stadtkaiserschießen 2092.
Mit grandiosem Wortwitz und sehr eloquent präsentierte sich Jan Müller beim Schützenreport 2019-2023. Dazu holte er sich Bürgermeister Uli Schulte auf die Bühne, als Privatmensch ebenfalls im BG-Milieu tätig und nicht auf den Mund gefallen. Unter anderem unterbreitete Müller ihm ein Geschäftsmodell, um das städtische Säckel aufzufüllen. Auf Karnevalsflucht in den Urlaub nach Oberstdorf gefahren, musste Müller die Erfahrung missliebiger Bekundungen der dortigen Bevölkerung auf die Sauerländer machen. Via Bilddokumentation belegte Müller, warum dies so war. Hatte der clevere Bürgermeister von Eslohe doch den Oberstdorfern einen Christbaum zum Superpreis von knappen 25.000 Euro verkauft, mit Anlieferung versteht sich. Da könne man doch schlauerweise aus dem eigenen Angebot an Fichten einen Schnäppchenpreis von 15.000 anbieten. Schmunzelnd Schulte dazu: “Unter 18.000 Euro würde ich da jetzt nicht anfangen.”
Musikalisch und optisch bot die Mädchengarde Lichtringhausen im neuen Outfit einen neuen Tanz unter der Leitung von Nathalie Runge. Die neue Altmajestät Jens Beckmann präsentierte sich an der Gitarre selbst begleitend “10 kleine Schüzenmener” ( Schützenmänner in der Schreibweise des damaligen Kindes Andre). Mit dem Flashdance-Tanz der “grazilen” Tanzelfen in der Choreographie des 1980er-Aerobic-Stils endete der sehr gut besuchte BG-Frühschoppen.
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