Absoluter Höhepunkt des drei Stunden vierzig Minuten langen Biergerichts war der grandiose Boxkampf zwischen Christian „Hagi” Hagedorn und Torben „Koschinator” Kosch. Beide Kämpfer liefen zu ihren ausgewählten Songs ins Zelt ein und heizten das Publikum an. Ringansager Hanno Böcker stellte die Fighter vor und stellte mit wunderbar rollendem „R” klar: “Let’s get rrrready to rumble!” Ringrichter Stefan Panzer erklärte kurz die Regeln, unterstrich zur Erinnerung dabei, dass dies kein ernsthafter Kampf sei, und der Kampf begann.
In dem einem echten Boxring nachempfundenen Geviert umtänzelten sich die beiden Kontrahenten und teilten sehr zur Freude der Zuschauer gut aus. Während der vorgegebenen drei Runden, angezeigt jeweils von den „Ringgirls” Olaf Polk, Sebastian Kotziers und Luca Maccarone, schenkten sich die Beiden in diesem „nicht ernsthaften” Kampf nichts und landeten gegenseitig so manchen Treffer. Beide Boxer hatten stilecht ihre Betreuer in der jeweiligen Ecke, zahlreiche Fans auf ihrer Seite, kurzum: Das Zelt tobte!
Am Ende wertete die Jury dreifach 29 zu 28 für Christian „Hagi” Hagedorn, der sich stolz den Titelgürtel umlegen ließ.
Fotogalerie vom Fight Hagi vs. Koschinator:




























Nach langer Abstinenz traten vielumjubelt die Tanzgazellen auf, die man erst nach einer Zugabe von der Bühne ließ. Elfengleich war dagegen die Tanzgewalt der Flying Kings, die ebenfalls nach langer Zeit und in neuer Konstellation auf die Bühne traten. Prächtig in rosafarbene Tütüs gewandet, boten die ehemaligen Schützenkönige ein zartes elegantes Bild einer virtuosen Balletteinlage zu “Rosen aus dem Süden”. Auch sie durften ohne Zugabe nicht von der Bühne gehen. Besonders grazil anzuschauen war die Umsetzung des „eingesprungenen Rittbergers” von Klotz Klute auf Peter Sedlatschek, wobei die Anmut von Klotz Klute absolut zu unterstreichen war.
Im Schnellgerichtsverfahren machte Staatsanwalt Andre Böcker kurzen Prozess und fackelte nicht lange mit den Delinquenten. Als Betrüger mit schäbigem Grinsen entlarvte er Markus Kahlstadt, der sich mit der Schwiegervater-Finte bei der weihnachtlichen Veltins-Aktion eine zusätzliche Verdoppelung der häuslichen Bierration erschlich. Wobei am Ende ja der Schützenverein keinen Schaden erlitten habe und somit für den Sünder nur die Verfahrenskosten zu tragen waren.
Dem Veltins-Vertreter wurde deutlich gemacht, dass es demnächst ungemütlich würde, wenn im Veltins-Veranstaltungskalender weiterhin ignoriert würde, dass auch die Stadt Plettenberg sich im Sauerland befände. Bereits im vergangenen Jahr und nun wiederum in diesem Jahr übergangen, würde man im Auge behalten, ob die Vier-Täler-Stadt weiterhin mit Nichtbeachtung gestraft würde. Konsequenzen wurden angekündigt.

Heftig war die Strafe für Henrik Böcker, der – wohl unter dem Einfluss von Alkohol? – den hölzernen Richterhammer des Biergerichts beim letzten Feldquartier geklaut hatte. Staatsanwalt Böcker warf dem Übeltäter Sabotage und vorsätzliche Verunglimpfung des BG vor. Böcker: „Da sagt der Kerl doch tatsächlich, wir würden selber klauen und dann daraus einen Vorfall kreieren.” Henrik Böcker wurde im Namen des hohen Gerichts der Jungschützenorden abgenommen.
Manches schien allerdings doch an den Haaren herbeigezogen. Doch wenn’s am Ende der Sache dient… Silke Teckhaus ist eine gute Seele, die sich immer um andere kümmert und eine ehrliche Finderin ist. Im Fall der verloren geglaubten Ski beim PSG-Winterball, die Teckhaus beim Gassigehen mit ihrem Hund gefunden und ordnungsgemäß zurückgebracht hatte, konstruierten die Äggeriner Schöffen einen Fall. Wie sich herausstellte, um Silke zum Sammeln von Spenden für die Kinderschützen zu bringen. Das Resultat der ehrlichen Haut: Stattliche 638 Euro, die für die Kinderschützen verwendet werden können.
Offizier Roger Ackerschott führte das große Wort. Das Eiringhauser Biergericht sei eindeutig das Beste, aber nur, weil die anderen so schlecht seien. Er protzte mit seinem Orden für besondere Verdienste im Offizierkorps vor dem König und verunglimpfte dessen Königskette als minderwertige Blechkette. Das schrie förmlich nach der Höchststrafe teeren und federn am großen X.
Mit dem Lied vom Feldquartier endete das sehr gut besuchte Biergericht. Anschließend feierte man noch fröhlich in, an und um das Festzelt bis zum abschließenden großen Feuerwerk.
Fotogalerie mit weiteren Eindrücken vom Biergericht:

















































