Wie lange es das Angebot schon gibt? Das kann an diesem Tag niemand beantworten. „Vielleicht so zehn Jahre“, sagt Übungsleiterin Rita Jörgens. „Ne, das kann nicht sein. Das muss länger sein“, entgegnet eine Teilnehmerin. Es entsteht eine lebhafte Diskussion. Auch darüber, wie lange die Frauen schon dabei sind. „Du bist doch ganz neu dabei“, sagt Rita Jörgens im Zuge der Diskussion zu einer Teilnehmerin. „Ja, ich gehöre zu den Neueren. Ich komme jetzt vier Jahre“, entgegnet die Frau lachend. Am Ende weiß vermutlich niemand mehr, wann wer gekommen ist und vermutlich auch nicht mehr, was eigentlich die Ausgangsfrage war.
„Macht nichts“, sagt Rita Jörgens und liefert lachend eine Antwort, die allen passt: „Uns gibt es wohl schon lange. Das können wir mit Sicherheit sagen.“ Einen kurzen Moment geht es um andere Themen. Doch dann ist sie wieder da, die Frage nach dem Bestehen. „Also die Idee entstand damals, weil es nichts mehr in diese Richtung gab. Die Awo hatte sich gerade aus Nachrodt zurückgezogen“, berichtet Rita Jörgens. Und so sei damals die Idee zu dem Angebot Hockergymnastik entstanden. „Das Gemeindehaus hier an der Kirchstraße gab es bei der Gründung auch noch nicht. Das war da noch an der Schillerstraße“, erzählt die Übungsleiterin. Das Gebäude an der Schillerstraße wurde übrigens 2012 bereits verkauft. Die Gruppe besteht folglich schon deutlich länger als zehn Jahre.

Bei der Hockergymnastik handelt es sich um kein kirchliches Angebot, sondern um eins der Volkshochschule Lennetal. Ein Kurs umfasst sechs Einheiten und zu jedem neuen Kurs, melden sich die Frauen an. So kommen auch immer mal wieder neue Teilnehmer hinzu. Viele kommen jedoch schon seit Jahren. „Wir sind aber nicht nur auf dem Hocker zu finden. Der Begriff ist eigentlich falsch“, erklärt Rita Jörgens. Vielmehr gehe es bei dem Titel darum, deutlich zu machen, dass nicht mehr auf der Matte geturnt werde. Im Stehen und Sitzen allerdings schon. Jede Teilnehmerinnen habe körperliche Einschränkungen, auf die aber individuell eingegangen werde.
Während die Frauen langsam ins Schwitzen kommen, stellt Rita Jörgens die beliebte Frage: „Hat irgendwer Gesprächsbedarf?“ Damit wird die gesellige Pause eingeleitet. Es wird geklönt und getrunken. „Manchmal wird dabei auch das Gedächtnis trainiert. Das bauen wir in die Pausen und ins Sportprogramm mit verschiedenen Übungen ein“, berichtet die Übungsleiterin. Manchmal müsse sie die Frauen auch ein wenig „anspitzen“, dass sie nach der Pause wieder in Fahrt kommen. Schließlich gehe es um bewegen und begegnen und nicht nur um begegnen. „Aber mit der richtigen Musik sind wir da schnell wieder fit und dabei“, verrät Rita Jörgens lachend. Überhaupt wird viel gelacht bei den Hockergymnastik-Frauen. Die meisten Teilnehmerinnen kennen sich inzwischen ganz gut. Es sind sogar Freundschaften entstanden.










