Einen Termin im Brückenbauerbüro zu bekommen – kein Problem, ein Anruf genügt. Das Büro firmiert an der Lennestraße 2 (in dem Gebäude, in dem sich auch die ENERVIE Vernetzt GmbH, die Stadtwerke Lüdenscheid GmbH und das Beratungscenter der Sparkasse Lüdenscheid befinden). In einem der Besprechungsräume stand Mario Bredow Rede und Antwort.
Inzwischen gut in den neuen und anspruchsvollen Job hineingefunden, mag der ehemalige Rechtsanwalt Mario Bredow vor allem die Bürgerarbeit: „Sich für Leute einsetzen und ihnen beratend zur Seite stehen“, darin sieht er seine hauptsächliche Aufgabe. Sozusagen als ein Bindeglied zwischen Autobahn GmbH, Stadt Lüdenscheid, Politik und betroffenen Bürgern und Unternehmern – ein Brückenbauer eben.
Auf die Frage, warum die aktive Kommunikation nach außen nicht wirklich funktioniere und viele den Eindruck haben, als herrsche Stillstand, gibt Bredow relativ gelassen zu, dass zwar viele Dinge rund um die Sperrung passieren, dies aber über die Presse nicht in genügendem Ausmaß transportiert werde. Er verspricht Besserung. Es gehe schließlich auch darum, erst einmal Strukturen zu schaffen, die eine bessere Kommunikation garantieren.
Tatsächlich unternimmt das Brückenbüro einiges, um den Menschen behilflich zu sein. „Wir sind aber natürlich auch darauf angewiesen, dass Bürger ihre Beobachtungen weitergeben. Wenn etwa Schilder durch Baumwuchs nicht mehr erkennbar sind oder durch Umleitungen gefährliche Verkehrssituationen entstehen können“, stellt Bredow fest. „Dieser Dialog funktioniert eigentlich schon sehr gut.“
So haben etwa in den vergangenen Wochen bislang vier Nachbarschaftstreffen mit Anwohnern stattgefunden: In Brügge, Im Grund und zwei am Lenneteich. Dazu hat das Brückenbauerbüro via Postkarten die Bewohner angeschrieben. „Allerdings hatten wir Probleme mit der Firma, die die Postverteilung erledigen sollte. Das hat nicht gut funktioniert“, gesteht Bredow.“ Am 3. August gibt es einen Folgetermin am Lenneteich. Der findet ab 17 Uhr im Bürgervereinsheim statt und am 11. August will sich Verkehrsminister Wissing vor Ort umsehen“, sagt der Jurist. Termine, die sich Interessierte schon mal vormerken sollten.
„Wir arbeiten auch eng mit der Bürgerinitiative zusammen, die nahezu bei jedem Termin vertreten ist. Außerdem gibt es einen Newsletter, den man über unsere Homepage (bruecken-bauer.info) abonnieren kann. Da gibt es übrigens auch immer aktuelle Informationen“, meint Bredow. Recht hat er, denn etwa auch über das Internetportal der Autobahn GmbH gibt es interessante Sachstands- und Planungsberichte. „Zudem kann sich jeder über die Email-Adresse [email protected] an das Büro wenden“, betont Bredow weiter.
„Man sieht nicht immer was passiert, aber es passiert sehr, sehr viel“, bestätigt Bredow. „Das sind oft äußerst komplexe Vorgänge“, meint Bredow. „So laufen derzeit immer noch äußerst wichtige Bodenuntersuchungen und die Sprengung lässt sich auch nicht mit einer Dynamit-Stange erledigen. Die Vorbereitungen sind extrem komplex. Außerdem muss man sich mit Umweltbehörden absprechen, ein Entwässerungskonzept steht an und so weiter. Also wirklich sehr vieles“, so Bredow weiter. Und: „Vieles läuft auch über den Lenkungskreis mit dem Staatssekretär NRW und dem Bürgerbeauftragten Sebastian Wagemeyer.“
„Was vielen Menschen auch nicht unbedingt klar ist, dass Gesetze nicht so ohne weiteres geändert werden können. Bezüglich des Lärmschutzes etwa gab es bislang keinerlei Anspruch auf Erstattungen. Das hat sich seit Mitte Juni tatsächlich geändert und wir bieten den Betroffenen an, bei der Antragstellung etwa für lärmdichten Fenster-Ersatz behilflich zu sein. Deshalb haben wir auch einen Info-Flyer erstellt, der das Ausfüllen des Antrags erleichtern soll“, sagt Bredow abschließend.










