Dass das Projekt eingestellt werden könnte, mag er sich nicht vorstellen und verweist auf Wanderer, die den Shuttle-Bus gerne nutzten, um von Ingemertermühle, an der Peripherie zwischen Meinerzhagen und Drolshagen, wieder in die Stadt oder zurück zu ihren Fahrzeugen zu kommen. Das Projekt „BEA“, das mit dem Slogan „Bestellen – Einsteigen – Ankommen“ wirbt, wurde als Modellversuch im Frühjahr 2023 gestartet. Ende des Jahres soll Schluss sein. Sollte. Inzwischen deutet sich im Kreis, der die Kosten tragen muss, eine Kehrtwende an.
Ein Gutachten hatte Akzeptanz und Bedeutung des Projekts für die ländliche Mobilität unterstrichen und kostengünstige Varianten aufgezeigt. Die CDU-Faktion im Kreistag sah damit eine Chance, den Shuttle-Bus auch über den Jahreswechsel hinaus zu betreiben. Für Ralf Schwarzkopf, stellvertretender Landrat, ist klar: „Jeder muss einen Beitrag leisten, wenn wir das haben wollen.“ Die Stadt Meinerzhagen hat 100.000 Euro aus ihrem Haushalt als Zuschuss in Aussicht gestellt. Die Nutzer des Shuttle-Busses sollen mit einem „Komfort-Zuschlag““ an den Kosten beteiligt werden. Die Betriebszeiten sollen gegenüber dem Ist-Zustand etwas gekürzt werden, um Kosten zu sparen. Busbetrieb und Software für den Neustart zum 1. Januar sollen getrennt ausgeschrieben werden. Ziel: kostengünstiger zu werden.
Mehrheit im Kreistag scheint sicher
„Wir wollen den Mobilitätswandel, dann brauchen wir Lösungen“, warb Schwarzkopf im Gespräch mit LokalDirekt für den weiteren Betrieb des BEA-Busses. Mit dem Projekt könne man zudem wichtige Erfahrungen für den neuen Nahverkehrsplan sammeln. Für die CDU kündigte Schwarzkopf an, seine Fraktion werde dem Weiterbetrieb von BEA in modifizierter Form zustimmen ab 1. Januar.
Die SPD hat für die Sitzung des Kreistages am 10. Oktober (Donnerstag) ebenfalls einen Antrag vorgelegt. Ziel ist es ebenfalls, den Shuttle-Betrieb fortzuführen. Sie will auch festlegen, dass sich Meinerzhagen (künftig aber auch evtl. weitere Kommunen mit On-Demand-Verkehr) an den Dynamisierungskosten (Anstieg von Personal- und Sachkosten während der Vertragszeit) beteiligt.
Karl Hardenacke, Fraktionschef der Grünen im Meinerzhagener Rat, sieht zudem Einsparpotenzial ab 2026. So habe ihm das NRW-Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr schriftlich mitgeteilt, „ab 2026 eine On-Demand-Plattform zu schaffen, die die standardisierte Etablierung von On-Demand Verkehren in den ÖPNV in NRW verankern möchte, so dass sie über Nahverkehrspläne, Flächen- und Kommunen übergreifend und kostengünstiger zu betreiben sind.“ Für den Betrieb der neuen Plattform sollten Erfahrungen vorhandener On-Demand-Verkehre, wie BEA, zusammengetragen werden. Hardenacke verwundert, dass dieses „Vorhaben des Landes zur Etablierung der übergreifenden On-Demand-Plattform ab 2026 nicht als Perspektive in die Diskussion eingebracht worden ist.“
Unter dem Tagungsordnungspunkt „Ö 8“ wird der Kreistag am Donnerstag, 10. Oktober, entscheiden. Eine Mehrheit pro BEA scheint sicher. Bürgerinnen und Bürger aus Valbert dürften die Diskussion mit Interesse verfolgen. Stimmt der Kreistag zu, soll der Betrieb umgehend ausgeschrieben werden. Mitte November, so der bisherige Plan, soll dann feststehen, wer den Shuttle-Bus betreibt.









