Im Grunde sind sich alle einig, dass BEA (Bestellen, Einsteigen, Ankommen) eine Erfolgsgeschichte ist – auch wenn nicht klar ist, woran der Erfolg gemessen wird. Das Problem: die Kosten. Mit einem gemeinsamen Antrag wollen die Meinerzhagener Ratsfraktionen das Projekt retten – und dafür soll die Stadt tief in die Tasche greifen. Das Förderprogramm endet zum 31. Dezember. Der weitere Betrieb müsste vom Kreis finanziert werden. Der Zuschussbedarf wird, bei allerdings etwas eingeschränktem Angebot, auf 500.000 Euro beziffert. Darauf weist die Verwaltung in ihrer Vorlage für den Kreistag am 13. Juni hin. Grundlage ist ein Angebot der WB Westfalen Bus, die die BEA-Busse betreibt.
Trotz positiver Grundstimmung gab es in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses Bedenken. Vor allem der CDU schienen die Kosten zu hoch. Angeregt wurde, auch Taxi-Unternehmen einzubeziehen und mögliche Alternative nochmals in den Fraktionen zu beraten.
Angebot an den Kreis
Wie sehr der Politik in Meinerzhagen an dem Modellprojekt gelegen ist, zeigt ein Antrag, den alle Ratsfraktionen unterstützen. „Menschen um dieses sehr gut angenommene und schon etablierte BEA-Angebot jetzt, nach etwas mehr als einem Jahr, wieder zu beschneiden, mit der Begründung, das Angebot sei zu teuer für so wenige Menschen und deshalb nicht finanzierbar, ist für uns nicht vermittelbar. Das Recht auf Beförderung gilt für alle Menschen, auch für die wenigen in ländlichen Bereichen.“, heißt es in dem Antrag, den der Bürgermeister dem Kreistag vorlegen soll.
Danach will sich die Stadt für 2025 mit 100.000 Euro an den Kosten beteiligen, „um dieses innovative und von der heimischen Bürgerschaft bestens angenommene ÖPNV-Angebot im Stadtgebiet von Meinerzhagen und Valbert zu sichern“, heißt es in dem LOKALDIREKT vorliegenden Antrag.
Dabei zeigten sich Karl Hardenacke (Fraktionschef der Grünen) und Antje Lellwitz (Vorsitzende des Ortsvereins der Grünen) durchaus aufgeschlossen für andere Modelle. Sie machten aber auch deutlich, dass das System in seiner Grundstruktur (Bus fährt auf Bestellung) erhalten und letztlich ausgebaut werden müsse. In die Richtung geht auch ein Antrag der FDP-Fraktion. Sie hat in der Plenarsitzung des Landtages am 24. April einen Antrag gestellt, das „digitale ÖPNV-Taxi“ zu stärken. Es gelte, die Ziele „günstig, flexibel, klimafreundlich“ zu erreichen.








