„Der reelle Leerstand liegt bei etwa drei bis vier Prozent. Die restlichen Immobilien sind in einem derart desolaten Zustand, dass sie derzeit auf keinen Fall vermietet werden können“, erklärte Vorstand Markus Kaiser. Aktuell verwaltet die Baugenossenschaft 244 Wohnungen sowie 144 Garagen und Stellplätze. 236 davon sind vermietet. 2019 waren es noch 223.

„Das Problem des Leerstands liegt unserer Meinung nach überhaupt nicht am Wohnungsmarkt. Nach wie vor fehlen gute Wohnungen zu fairen Preisen“, sagte Kaiser. Daher sei es wichtig, die bestehenden freien Wohnungen umfangreich zu modernisieren. Eine Million Euro hat die Baugenossenschaft für das kommende Jahr dafür eingeplant. „Die Wohnungen, die wir fertig saniert haben, konnten wir problemlos vermieten. Sie sind sogar sehr begehrt“, betonte der Vorstand. Allerdings machte er auch deutlich, dass die Baugenossenschaft aktuell von den Modernisierungszielen abweichen müsse. „Der Zustand ist teilweise so desolat, dass man viele Handwerker benötigen würde – und genau die gibt es aktuell nicht“, erklärte Kaiser. Hinzu komme, dass Baukosten und Energiepreise drastisch gestiegen sind und vermutlich auch noch steigen werden. Da müsse die Baugenossenschaft genau abwägen, welche Sanierung sinnvoll ist und welche nicht.
Eine umfangreiche Maßnahme ist am Hermann-Löns-Weg geplant. Die Wohnungen dort sollen unter anderem Balkone und Terrassen bekommen. Auch ein neues Dach ist im Gespräch. Die Frage eines Mitglieds, ob in dem Zuge nicht eine Photovoltaik-Anlage sinnvoll wäre, konnte Kaiser nicht so leicht beantworten, denn dabei gebe es viele Probleme: „Wir als Baugenossenschaft bekommen damit steuerlich massive Probleme und müssten dafür beispielsweise erst einmal eine GmbH gründen. Hinzu kommt, dass jede Modernisierung auch in die Miete spielt. Da ist dann irgendwann die Frage, was die Mieter bereit sind zu zahlen und ob das Ganze dann für die Mieter überhaupt wirtschaftlicher ist.“ Einige Fragen dieser Art beantwortete Markus Kaiser ausführlich. Denn genau in dieser Nähe liege die Stärke der Baugenossenschaft. „Wir sind immer ansprechbar. Uns erreicht man auch, wenn die Heizung mal nicht mehr geht. Diese Nähe und die Gespräche vor Ort sind uns wichtig und unterscheiden uns gerade in Nachrodt-Wiblingwerde von den großen Mitbewerbern“, betonte Markus Kaiser und spielte damit beispielsweise auf die Probleme im Nachrodter Feld an, wo die Mieter niemanden erreichen und oft in kalten Wohnungen sitzen.
Im Rahmen der Mitgliederversammlung standen auch Aufsichtsratswahlen auf der Tagesordnung. Dabei ergaben sich keine Veränderungen. Birgit Tupat, Lars Wygoda und Klaus-Dieter Jacobsen wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt.










