Einige Haltestellen in Breckerfeld sind bereits barrierefrei oder stehen – wie beispielsweise die an der Grundschule oder die am Altenzentrum am Hansering – zumindest kurz vor der baulichen Abnahme. Die Planungen zur Barrierefreiheit am „Dreh- und Angelpunkt“ des Busverkehrs, sprich: am Busbahnhof, sind zwar so gut wie abgeschlossen. Dennoch kam es in der Sitzung des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses noch nicht zur finalen Absegnung der Planungsvorlage.
Ausgangssituation
Mike Spyrka vom Ingenieurbüro Brechtefeld & Nafe aus Sprockhövel erläuterte zunächst die aktuelle Situation am Busbahnhof: Neun Buslinien verkehren dort, zwei davon befördern überwiegend Schüler. Die Mittelinsel eingeschlossen, gibt es vier Haltebereiche am Busbahnhof. In die Variantenuntersuchung des Planungsbüros flossen aber auch die so genannten „Buskaps“ am Ostring (neben der Tiefgaragen-Zufahrt) und an der Prioreier Straße ein, an denen die Busse auf der Fahrbahn halten.
Die Haltebuchten am Busbahnhof sind Stand heute 22 Meter lang, das heißt sie können – so Spyrka – von maximal einem Gelenkbus angefahren werden. Zudem sind die Bordsteine mit derzeit 12 Zentimetern zu niedrig: „Niederflurbusse benötigen aber einen Höhenunterschied von 18 Zentimetern zur Fahrbahn, damit die Fahrgäste – insbesondere Gehbehinderte, Menschen mit Rollatoren oder Rollstuhlfahrer – leichter ein- und aussteigen können.“
Außerdem haben zwei Haltebereiche kein taktiles Leitsystem, das heißt, dort gibt es für Menschen mit Sehbeeinträchtigung keinerlei tast- oder sichtbar abgrenzende Bodenelemente, die ihnen eine Orientierung erleichtern könnten.
Planung
Die Planungen sehen vor, die Busbuchten und die Mittelinsel um zirka 10 Meter zu verlängern, damit dort künftig zwei Gelenkbusse hintereinander halten können. Die Busfahrbahn soll nicht gepflastert, sondern in Betonbauweise erneuert werden: „Diese ist deutlich weniger anfällig für Spurrillen“, erklärte Spyrka.
Zudem soll der Gehweg erweitert und die Wartehäuschen näher zu den Buseinstiegen hin verlegt werden. „Für diese Maßnahme müssen ein Teil der Grünfläche und zwei Stellplätze auf dem dahinterliegenden Parkplatz weichen“, erklärte Spyrka.
Die Integration taktiler Elemente im gesamten relevanten Bereich des Busbahnhofs ist ebenso eingeplant wie die Absenkung der Bordsteinkanten an zwei Stellen, so dass Passanten barrierefrei die Bussteige erreichen können beziehungsweise die Fahrbahnüberquerung vom Ostring aus möglich ist.
Bezüglich der beiden „Buskaps“ an der Prioreier Straße und der Haltestelle am Ostring sind nur geringfügige Veränderungen nötig: „Hier müssen lediglich die Bordsteinkanten im Einstiegsbereich der Haltestelle ausgetauscht und auf das für Niederflurbusse gängige Niveau von 18 Zentimeter angehoben werden“, schloss Mike Spyrka die Vorstellung des Planungsstandes ab.
Abstellmöglichkeit für Fahrräder nicht eingeplant
In der anschließenden Beratung erinnerte Michael Peyinghaus (Grüne) daran, dass seine Fraktion bereits vor Planungsbeginn im Bauausschuss vorgeschlagen habe, am Busbahnhof auch eine Abstellmöglichkeit für Fahrräder zu berücksichtigen.
Diese sei im jetzigen Planungsstand nicht vorgesehen, erklärte Spyrka, da der vorhandene Platz am Busbahnhof sehr eingeschränkt sei, zumal die Planer aufgrund der Verlängerung der Mittelinsel den Fahrbahnradius für die Gelenkbusse erweitern mussten.
Fahrradboxen statt Pkw-Stellplatz?
Weil jedoch die anderen Fraktionen geschlossen den Vorschlag der Grünen unterstützen, soll nun geprüft werden, ob zugunsten so genannter Fahrradboxen ein weiterer Pkw-Stellplatz entfallen könne. Bürgermeister André Dahlhaus (CDU) und Ausschussvorsitzender Martin Gensler (CDU) regten an, in die Überlegungen auch alternative Möglichkeiten zur Abstellung von Fahrrädern einzubeziehen.
Der Planungsbeschluss wurde in Einstimmigkeit der Fraktionen in die Sitzung der Stadtvertretung am 21. März vertagt.
Fördermittelantrag ist schon gestellt
Die Finanzierung der Baumaßnahmen für barrierefreie Bushaltestellen im Stadtgebiet ist indes schon im laufenden Haushalt vorgesehen und mit 700.000 Euro veranschlagt: „Der Antrag auf Förderung für den Umbau des Busbahnhofs liegt bereits beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr“, so Dahlhaus. Er gehe zwar davon aus, dass dieser bewilligt werde. „Ob die Fördermittel dann aber auch zu 100 Prozent die tatsächlichen Kosten abdecken, wissen wir erst nach den Ausschreibungen.“









