Die mögliche Fusion zwischen der Sparkasse Lüdenscheid und der Sparkasse Hagen-Herdecke beschäftigte am Mittwochabend, 15. Juni, die Mitglieder des Halveraner Hauptausschusses. Eine glasklare Sache ist die geplante „Banken-Hochzeit“ für die meisten Ausschussmitglieder nicht. Parteiübergreifend machte das Gremium deutlich, dass man sich „sehr eingehend“ und teils auch „kontrovers“ mit dem Thema auseinander gesetzt habe.
Und wenngleich die Lokalpolitiker schlussendlich einstimmig bei einer Enthaltung von Martina Hesse und Kurt-Dietrich Neuhaus (beide CDU) den Beschlussvorschlag positiv in die Ratssitzung am 22. Juni verabschiedeten, zeigte die vorangegangene Diskussion den Zwiespalt, den nicht nur politische Entscheider bei diesem Thema derzeit empfinden.
Da ist auf der einen Seite die betriebswirtschaftliche Begründung, die es der UWG vergleichsweise leicht macht, sich für eine Fusion auszusprechen. „Aus betriebswirtschaftlicher Sicht führt kein Weg an einer Fusion vorbei“, machte UWG-Vorsitzende Dr. Sabine Wallmann deutlich. Zu diesem Schluss sei ihre Fraktion nach „ausführlicher Beratung“ gekommen. Sie sei sich aber sicher, dass die Fusion ein „schwieriger Prozess über mehrere Jahre“ sei. „Wir können der Sparkasse dabei nur viel Glück wünschen“, so Wallmann.
Auch Kurt-Dietrich Neuhaus (CDU) kommt zu dem Schluss, „dass man der Fusion zustimmen muss“. Er aber habe „Bauchschmerzen, denn die Gefahr besteht, dass die Interessen Halvers bei so einer Größenordnung verschwinden oder nicht richtig berücksichtigt werden“. Er stelle sich die Frage: „Wo bleibt Halver künftig? Wir werden immer kleiner.“ Die Sorge einer Hagener Dominanz teilte Neuhaus mit weiteren Ausschussmitgliedern.
Dem entgegnete Bürgermeister Michael Brosch: „Halver hält derzeit neun Prozent Anteile an der Sparkasse Lüdenscheid. Das ist jetzt schon nicht viel.“ Vielmehr gehe es darum, dass sich zwei gesunde Häuser rechtzeitig den Herausforderungen der Zukunft stellen. Aber: „Unser Einfluss wird nicht größer, das stimmt. Die Verfahren aber sind transparent.“ Sascha Gerhardt (FDP) fügte an dieser Stelle hinzu: „Wir verlieren mit der Fusion keinen großen Einfluss, weil wir eh schon nicht viel Einfluss hatten.“
Auch Martin Kastner (SPD) sagte im Namen seiner Fraktion, dass man die Fusion „mit gewisser Besorgnis“ betrachte. Ihm sei vor allem an der Zweigstellenversorgung im Sinne der Kunden gelegen.
„Der Zeitpunkt für eine Fusion war nie besser als jetzt“, machte Marvin Schüle (CDU) seine Position deutlich.
Laut Brosch sei das Ziel der Fusion, dass es keine Nachteile für Beteiligte gebe, weder für das Bankhaus generell, noch für den Kunden und auch nicht für die Mitarbeiter. Ohnehin könne aus Sicht der Arbeitskräftesicherung davon ausgegangen werden, dass ein „Fusionshaus“ ein attraktiverer Arbeitgeber sei. Zudem sei schriftlich fixiert worden, dass es im Falle einer Fusion keine betriebsbedingten Kündigungen geben werde.
„Was wir Ihnen hier vorschlagen zu tun ist keine alltägliche Sache“, so Brosch. Fusionen seien ein Prozess, der sich immer häufiger abzeichnet. Die Rahmenbedingungen hätten sich verändert. „Es geht nicht darum, dass man zwei angeschlagene Häuser fusioniert. Beide Institute sind in einer guten Verfassung, aber gemeinsam können sie sich an neue Rahmenbedingungen anpassen. Um dies zu erläutern, werde Sparkassen-Vorstand Thorsten Haering am 22. Mai in die Ratssitzung kommen.
Dann nämlich fällt die tatsächliche Entscheidung über eine Banken-Fusion – zumindest aus Halveraner Sicht. Zustimmen müssen zudem die Ratsgremien aus Schalksmühle, Lüdenscheid und Herscheid sowie die Mitglieder des Sparkassenzweckverbandes am 24. Juni.










