Von Corona arg gebeutelt war dies nach wenigen Konzerten im Jahr 2021 der erste Auftritt der Band „Bäng Bäng“ in diesem Jahr. Und dies ließ wohl auch die gute Laune der Musiker ansteckend wirken. „Endlich wieder spielen!“ und „Endlich wieder Konzerte besuchen!“ hieß es auf bzw. vor der Bühne.
Thomas Wurth hatte bereits am Nachmittag einen Auftritt in seiner Eigenschaft als Blechblasinstrumentenlehrer der Musikschule mit seiner Jazz-Anfänger-Gruppe in Lüdenscheids Fußgängerzone. Am Abend präsentierte er dann sein langjähriges Quartett, das sich ebenfalls den Jazz auf die Fahnen geschrieben hat. Allerdings weniger dem Modern Jazz als dem swingenden Dixieland.
Der hör- und spürbare Spaß am Spiel übertrug sich schnell auf die rund 40 Zuschauer. Im ersten Set standen neben traditionellen Jazztiteln wie etwa „When you’re smiling“ auch Nummern wie „Don’t Worry Be Happy“ oder der Soul-Klassiker „Sunny“ auf dem Programm und fand seinen Abschluss mit dem „Dschungelbuch“-Song „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“, das Wurth Bär-Balou-gleich vorzutragen wusste.
Nach der Pause zog es das Quartett erst mal vor das Scheunentor – offensichtlich wollten die Musiker noch die milden Abendluft genießen. Wieder auf der Bühne, erfüllte Wurth auch hervorragend den Job eines Animateurs. Sobald er die Zuhörer zum Klatschen aufforderte, ließen sich diese nicht lange bitten.
Tolle Stimmung, packende Musik, exzellente Improvisationen, denn auch die Mitmusiker Tenorsaxophonist Stefan Aschenbrenner, Banjospieler Michael Melanke und Ditchy Geese am Sousafon konnten sich solistisch beweisen.
Auch im zweiten Set wurden Blues, Dixie und Jazzklassiker wie „You Are My Sunshine“, „All Of Me“ (auch hier überraschte Thomas Wurth mit einer gesanglichen Scat-Einlage) vorgetragen. Oft erinnerte die Spielweise natürlich an die Street oder Marching Bands in New Orleans, die gerne Beerdigungen aufmunternd musikalisch begleiten. Dies wurde etwa bei dem Gospel „Just A Close Walk With Thee“ überdeutlich, das Stefan Aschenbrenner solistisch sehr gefühlvoll in höhere Sphären gleiten ließ.




Dem Dixie-Klassiker „Bei mir bist du schön“ folgte Louis Armstrongs wunderbare Ballade „What A Wonderful World“ – hier versuchte sich Wurth auch mit rauchiger Stimme seinem Idol anzunähern. Dann stand noch einmal das „Dschungelbuch“ auf dem Programm: Denn auch der Song des Affenkönigs King Louis „Ich wär gern wie du“ strotzt vor jazziger Lebenslust.
Zum Abschluss bot „Bäng Bäng“ dann zur Freude des Publikums den 30er-Jahre-Hit der Comedian Harmonists „Hallo, kleines Fräulein“ und als Zugabe „Wochenend und Sonnenschein“. Insgesamt ein mehr als gelungener Abend, geprägt von guter Laune, lauer Luft, enormer Spielfreude, einem abwechslungsreichen Programm und hochklassigen Soli.










