Am 28.April 1942 deportierten die nationalsozialistischen Machthaber die größte Gruppe jüdischer Bürger aus Lüdenscheid und dem Regierungsbezirk Arnsberg "in den Osten". An dieses Ereignis erinnern der Ge-Denk-Zellen "Altes-Rathaus" in Kooperation mit dem Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge mit einer Ausstellung des Riga-Komitees vom 22. April bis 22. Mai im Bürgerforum des Rathauses.
Zur Eröffnung am Donnerstag, 23. April, 18 Uhr wird nach einem Grußwort von Bürgermeister Sebastian Wagemeyer der Vertreter des Volksbundes, Jens Effkemann (Münster), über diese Erinnerungsarbeit berichten.
Zur Ausstellung gehört ein umfangreiches Begleitprogramm.
Am Dienstag, 28. April, liest Lorenz Hemicker ab 19 Uhr aus seinem Buch: "Mein Großvater, der Täter - Eine Spurensuche." Der Großvater war als Bauingenieur zuvor tätig im Bauamt Lüdenscheid, verantwortlich für die Erstellung der Exekutionsgruben nahe Riga . Er wurde nach Kriegsende dafür nie zur Rechenschaft gezogen.
Über die Kriegsendverbrechen zwischen Köln und Lüdenscheid referieren Dr. Stefan Corssen (Wipperfürth) und Matthias Wagner am Dienstag, 12. Mai, um 18 Uhr. Unter den Opfern waren osteuropäische und westeuropäische Zwangsarbeiter sowie Juden.
Einen Einblick in die Verbrechen der "Ordnungspolizei" gibt am Dienstag, 19. Mai, ab 18 Uhr Dr. Stefan Klemp (Dortmund). Sein Thema lautet „Polizei-Bataillone im Einsatz: Deportationen und Massenmorde“.
Alle Veranstaltungen des Begleitprogrammes finden im Bürgerforum des Rathauses Lüdenscheid statt.
Info Riga-Bündnis: Das Riga-Bündnis ist ein Zusammenschluss von über 50 Kommunen aus NRW und weiteren Städten, der an die Deportationen und Ermordung von jüdischen Bürgern ins Baltikum erinnert. Ein Gedenkort nahe Riga wird von diesem Komitee unterstützt und gepflegt.








