Erst hatte der Bau- und Planungsausschuss des Plettenberger Stadtrates die modernste Schule der Vier-Täler-Stadt, die Grundschule Holthausen, besichtigt. Dann wurden die Politiker am Samstag, 31. Januar, in der Martin-Luther-Schule auf den Boden der Tatsachen zurückgeführt, als sie die Mensa im dritten Obergeschoss der Schule besuchten.
Dort, wo sich einst der Zeichensaal befand, unter der Dachschräge, befinden sich derzeit Küche und Speisesaal der Schule. Der Ausschuss wurde dort von Katharina Kreikebaum, der Geschäftsführerin der Lernzeit Plettenberg, und Ricarda Stipp, der OGS-Leiterin für die Martin-Luther-Schule, empfangen. Im offenen Ganztag werden derzeit an der Martin-Luther-Schule 170 Kinder betreut, fast 100 mittags auch verpflegt. Wenn zum 1. August 2026 der Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung verbindlich wird, könnten die Zahlen durchaus steigen.
Fast müßig, dass die beiden Vertreterinnen des Offenen Ganztags den Politikern erklärten, schon die bisherige Verpflegungsleistung („für manche unserer Kinder die einzige warme Mahlzeitmöglichkeit am Tag“) sei extrem herausfordernd. Es wurde auch für die Besucher offensichtlich, wie beengt und begrenzt die Möglichkeiten unter der Dachschräge sind. „Bauliche Veränderungen sind dringend nötig“, hieß es.
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Die Geräte in der Küche seien 20 Jahre alt, zu klein, zu leistungsschwach ausgelegt. „Wegen der Dachschrägen können wir aber keine neuen Geräte aufstellen“, so Kreikebaum. Käme ein neuer Kombidämpfer, müsste der im Speiseraum aufgebaut und der Raum abgeteilt werden. Ricarda Stipp schilderte drastisch, dass dringend gehandelt werden müsste. Es fehle an (fast) allem: an Arbeitsfläche, einer wirklich leistungsfähigen Spülmaschine, Kühl- und Gefrierkapazitäten.
Woran es offenbar nicht mangelt, ist die Duldsamkeit gutmeinender Mitarbeiter, die aus der Lage immer noch das Beste machen — und zu dieser Situation gehören auch die Temperaturen im Sommer unter dem Dach. „Da wird auch die Köchin gegrillt“, hörte man bei der Besichtigung.
Im dritten Geschoss ist eine Verbesserung nicht zu erreichen. Deshalb gibt es den Plan, die Mensa ins Untergeschoss in den Bereich der Schulküche zu verlegen. Dort ist gegenwärtig die Betreuung „Acht bis eins“, die gesicherte Betreuung von 8 Uhr bis 13.15 Uhr, untergebracht. "Acht bis eins" und die Mensa würden quasi die Räume und die Stockwerke tauschen, wodurch der Mensa und der Küche wesentlich mehr Quadratmeter zugesprochen würden.
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Dirk Busch von der Stadtverwaltung stellte das mögliche Raumkonzept anhand von Plänen vor, nachdem sich der Bau- und Planungsausschuss ins Erdgeschoss in die Schulküche begeben hatte. Der Raum der Mensa-Küche würde sich hier verdoppeln; für die Kinder gäbe es zwei Speiseräume auf ebenfalls verdoppelter Fläche. Aus Brandschutzgründen werden eine neue Wand und einige wenige neue Türen benötigt. Die Anlieferung würde sich wesentlich verbessern; neue Geräte könnten aufgestellt werden. Kühlkette und Warmhaltung der Speisen würden wesentlich prozesssichererer sein, waren sich Dirk Busch und die Vertreterinnen der Plettenberger Lernzeit sicher.
Die Frage kam auf, ob sich die mit 55.000 Euro bezifferte Investition in die Schule noch lohne, weil die Grundschule auf mittlere Sicht in die Zeppelinschule verlagert werden solle. „Das wird aber vor 2032 nicht realistisch sein“, kalkulierte Bauamtsleiter Sebastian Jülich. Sechs Jahre entsprechen immerhin eineinhalb Grundschüler-Generationen; ob es bei sechs Jahren bleibt, könne obendrein zur Zeit niemand verbindlich zusagen.
Die mögliche Entschärfung der Verpflegungssituation geht nun ein in die Beratung der Fachausschüsse und des Stadtrates.








