Edel blitzende Felgen, wuchtige Ringe für Hubschrauber-Rotoren und Fahrgestelle für Flugzeugräder neben Alu-Profilen für E-Mobilität. In der Stadthalle Meinerzhagen hatte die Otto Fuchs KG (OF) zum Ausbildungstag aufgefahren, was den Ruf des Unternehmens ausmacht. 230 Schülerinnen und Schüler wuselten am Donnerstag, 9. Juni, durch die Halle, um Berufe rund um die Produkte zu erkunden.
Das Meinerzhagener Unternehmen hatte die Schüler aus umliegenden Kommunen bis Lüdenscheid, Olpe und Gummersbach zur Berufsfelderkundung eingeladen. Vorgestellt wurden alle Ausbildungsberufe, die OF zu bieten hat. Mit den Ausbildungstagen, die in den beiden Vorjahren wegen der Corona-Pandemie ausgefallen waren, wirbt das Unternehmen um Fachkräfte-Nachwuchs.
Spannende Einblicke
„Sprich mich an.“ – Der Slogan auf den T-Shirts der Otto-Fuchs-Auszubildenden sollte helfen, Hemmschwellen bei den Schülern abzubauen. Robin (19) zeigt zwei Schülerinnen aus Kierspe eine Zeichnung, löst Schläuche von Kupplungen ab. Buchstaben oder Zahlen auf dem Technik-Blatt stehen für pneumatische oder hydraulische Steuerungselemente. Linda (14) stöpselt die Schläuche nach Zeichnung an und findet „es spannend, wie die Technik aufgebaut ist“, Greta (14) stimmt ihr zu, räumt aber ein, dass sie eher zu sozialen Berufen tendiert.


Robin und seinen Kolleginnen und Kollegen geht es darum, „den Schülern den Beruf etwas näher zu bringen“. Das gelingt nicht immer, ist aber ganz im Sinne von Jürgen Ackerschott, Leiter des Bereichs technische Ausbildung bei Meinerzhagens größtem Unternehmen. Er findet, dass seine Azubis fit sind, alles erklären zu können und den Schülerinnen und Schülern auf Augenhöhe begegnen können. Nur vereinzelt gebe es Fragende, die mehr in die Tiefe gehen. Da wären gestandene Ausbilder vielleicht besser.
Bereits am Mittwoch gab es Informationen für Neuntklässler und deren Eltern. Gerade die seien wichtig in der Berufsfindungsphase, weiß Ackerschott. Ob dem Angebot, Berufe und Unternehmen kennenzulernen auch Nachfrage, sprich Bewerbungen folgen, müsse man abwarten, meint Ackerschott. Bisher konnten die jährlich 30 Ausbildungsplätze noch besetzt werden. Noch sind einige Stellen im technischen Bereich frei.
Ausbildung auch im IT-Bereich
Fünf Ausbildungsplätze im IT-Bereich gibt es in diesem Jahr zusätzlich. Aber: es seien „signifikant“ weniger Bewerbungen als in früheren Jahren. Manche folgen, so der Ausbildungsleiter, Angeboten in sozialen Medien. Ihr Berufsberater sei der Influencer. Ein Phänomen, auf das man reagieren müsse, schildert Jürgen Ackerschott.
Sich testen, etwas ausprobieren zu können, wie im Internet versprochen wird, können die Schüler auch bei den Ausbildungstagen der Otto Fuchs KG. Da wird gezeigt, wie 3D-Drucker funktionieren oder wie Roboter ihre Arbeitsabläufe verändern, wenn der „Chef“ nicht in Sichtweite ist. Künstliche Intelligenz erkennt das Gesicht und greift somit in die Steuerung ein.
So manche Karriere entwickelt sich über die Berufsfelderkundung in den Klassen 8, über anschließende Praktika in der Klasse 9 bis zu Bewerbung bei OF in der Klasse 10. „Spannend“ halt. – Für die Schülerinnen und Schüler, aber auch den Ausbildungsleiter.









