Im vergangenen Jahr gab es laut Polizeistatistik 14.870 Verkehrsunfälle im Märkischen Kreis. Das ist gegenüber dem Jahr davor eine Zunahme von 14,48 Prozent. 14 Menschen verloren ihr Leben – der höchste Stand seit 2008. Der Kreis ist 1061 Quadratkilometer groß. Er verfügt über 38,575 Kilometer Autobahnen, 187,851 Kilometer Bundesstraßen, 364,180 Kilometer Landesstraßen und 180,334 Kilometer Kreisstraßen sowie viele Kilometer Gemeindestraßen. Knapp 330.000 Fahrzeuge sind zugelassen, gut 200.000 Menschen pendeln täglich in den Kreis hinein oder heraus – viele von ihnen mit dem eigenen Fahrzeug. Das sind die Rahmenbedingungen für massenhaftes Verkehrsaufkommen auf den Straßen zwischen Ruhr, Lenne, Hönne und Volme. Wo viel Verkehr ist, ist auch das Risiko zu verunglücken groß.
Das Unfallgeschehen beobachtet ein Gremium ganz genau: die Unfallkommission. Sie besteht gemäß dem gültigen Erlass aus mindestens je einem entscheidungsbefugten Vertreter der zuständigen Straßenverkehrsbehörde, der Polizei, dem Straßenbaulastträger sowie einem Vertreter der Straßenverkehrsbehörde des Kreises und der Bezirksregierung. Falls erforderlich können weitere Fachleute hinzugezogen werden. Das können beispielsweise Vertreter des Ordnungsamtes der Stadt oder Gemeinde sein.
Ziel: Unfallschwerpunkte entschärfen
Die Unfallkommission tagt mindestens einmal im Jahr, im Übrigen anlassbezogen. Die Sitzungen sind nicht öffentlich. Die Mitglieder versuchen bei ihren Treffen die Gründe für die erhöhten Unfallzahlen an den Häufungsstellen zu ermitteln und diskutieren mögliche Gegenmaßnahmen. Das können beispielsweise Tempobeschränkungen sein, bauliche Veränderungen, Neuregelung der Verkehrsführung oder Erneuerung der Fahrbahnmarkierungen. Ziel ist es immer, den Unfallschwerpunkt zu entschärfen.
Polizei führt digitale Liste
Wo es an welchen Stellen besonders oft kracht, das hält die Polizei genau fest und trägt den Ort in ihre digitale Liste der Unfallhäufigkeitsstellen ein. Die früher bei der Kreispolizeibehörde verwendete „Unfallsteckkarte“, in der die Stellen per Pin vermerkt wurden, ist längst Geschichte. Die Gesetzeshüter werten die Unfalllage aus und melden die Häufungsstellen an den zuständigen Leiter der jeweiligen Unfallkommission. Beim Märkischen Kreis ist dies ein Mitarbeiter der Straßenverkehrsbehörde.
Im vergangenen Jahr wurden der Kommission sechs neue Unfallhäufungsstellen gemeldet – davon zwei in Balve und jeweils eine in Lüdenscheid, Plettenberg, Schalksmühle und Werdohl.
Übersicht: Das sind die aktuellen Unfallhäufungsstellen im Märkischen Kreis
Balve
K12, Abs. 1,1, Stat. 2,425 – 2,493, Im Brauke
B229, Abs. 66, Stat. 1,075 – 1,145, Hönnetalstraße – Helle
Lüdenscheid
L561, Abs. 10, Stat. 1,340, Hochstraße/Staberger Straße
Plettenberg
L697, Abs. 11, Stat. 3,266, Oesterweg/Königstraße
Schalksmühle
B54, Abs. 68, Stat. 0,506, Volmestraße/Flaßkamp
Werdohl
B236, Abs. 38, Stat. 6,822, Plettenberger Straße
Im Jahr 2022 konnten zwölf Häufungsstellen für erledigt erklärt werden, weil die beschlossenen Maßnahmen – Aufstellung entsprechender Beschilderung, Erneuerung von Markierung, neue Fahrbahnbelägen etc. – die gewünschte Wirkung gezeigt hatten.

Diese Stellen wurden für „erledigt“ erklärt:
Iserlohn
L743, Karl-Arnold-Straße/Alexander Straße
B7, Abs. 107, Stat. 0,200 – 0,300, Mendener Landstraße
L648, Abs. 7, Stat. 1,800 – 1,827, Dortmunder Straße
L743, Abs. 59, Stat. 0,864-0,885, Mendener Straße/Reiterweg/Zur Sonnenhöhe
L680, Abs. 1,7, Stat. 0,385 – 0,398
Overwegstraße/ Friedenstraße
L682, Abs. 6, Stat. 0,583 – 0,678, Schlesische Straße
Lüdenscheid
L532, Abs. 3, Stat. 0,150 – 0,156, Im Grund/Kerkhagen
Menden
L680, Abs- 3,2, Stat. 1,233 – 1,400, Bräuckerweg
Poststraße/Papenhausenstraße
B7, Abs. 108,1, Stat. 4,727 – 4,729, Iserlohner Landstraße/Hassenbruch
Plettenberg
K8, Abs. 1, Stat. 1,590 – 2,009
Werdohl
B229, Abs. 52, Stat. 3,325 – 3,615








