„Alpakas sind keine Kuscheltiere, auch wenn sie so aussehen“, erklärt Hofchefin Geraldine Hegemann-Malkus. 2020 zogen die ersten fünf Tiere auf dem Hof ein. Inzwischen grasen 14 Wallache auf den Weiden des Reiterhofs und sorgen für einen Hauch von Südamerika-Feeling im Höhendorf.
Bevor es auf die Weide geht, gibt es eine kleine Einweisung. „Alpakas können treten. Wie bei Pferden auch, sollte man sich nicht von hinten nähern. Außerdem werden sie nicht gerne bedrängt. Zieht sich ein Tier zurück, sollten wir es auch in Ruhe lassen“, erklärt Geraldine Hegemann-Malkus. Doch schon beim Betreten der Wiese kommt die Herde näher. Neugierig beäugen die Tiere mit der lustigen Frisur die Besucher. „Sie hoffen natürlich auf ein paar Leckereien“, verrät die Chefin. Doch zuerst geht es auf zur Wanderung.

Jeder bekommt sein Alpaka. Hegemann-Malkus: „So wie wir Menschen sind auch die Tiere unterschiedlich. Die einen führen gerne die Gruppe an, andere laufen lieber hinterher. Manche sind forsch und mutig, andere eher schüchtern und zurückhaltend.“ Während der Wanderung lernen die Besucher viel über die flauschigen Tiere. Beispielsweise, dass Alpakas aufgrund ihrer Fellbeschaffenheit besonders für Allergiker geeignet sind. Oder dass Alpakas Streicheleinheiten nicht automatisch schön finden. „Eine Alpaka wird bei der Geburt von der Mutter nicht trocken geleckt. Sie lernen damit nicht, diese positive Verbindung mit Berührung“, erklärt Hegemann-Malkus den Besuchern.
Valentin nimmt sich derweil eine Auszeit. Er liebt die großen Pfützen auf dem Waldweg und badet gerne. „Er legt sich immer ins Wasser rein. Das ist so eine Marotte von ihm. Allgemein mögen Alpakas ganz gerne Wasser“, berichtet Geraldine Hegemann-Malkus. Im Sommer bekommen die Tiere sogar manchmal ein eigenes Planschbecken auf die Wiese oder lassen sich mit dem Gartenschlauch duschen.
Grundsätzlich seien Alpakas genügsame Tiere. Dennoch brauchen auch sie Pflege. Dazu zählt auch das Scheren. Die Wolle der Tiere wird anschließend zur Aufbereitung geschickt. Die Produkte daraus können im Hofladen erworben werden. „Produkte aus Alpakawolle sind super. Sie halten schön warm, gleichzeitig schwitzt man aber auch nicht“, erklärt Hegemann-Malkus. Die Wolle sei zudem besonders elastisch und widerstandsfähig. „Alpakawolle ist nahezu frei von dem Wollfett Lanolin. Daher nimmt die Faser keine Bakterien und somit keinen Geruch an“, betont die Alpaka-Expertin.

Mit den Alpakas hat sich die Familie in den vergangenen drei Jahren ein weiteres Standbein aufgebaut. „Ich fand Alpakas schon immer toll. Wir haben einfach mal angefangen und möchten sie nicht mehr missen. Die Arbeit mit den Tieren macht super viel Spaß“, sagt Geraldine Hegemann-Malkus. Der Einzugskreis der Besucher sei inzwischen richtig groß. Manch eine Familie nehme für eine Wanderung mit den Tieren eine weite Anreise in Kauf. „Es kommen Gäste aus dem Ruhrgebiet, dem Siegerland und natürlich aus der näheren Umgebung“, berichtet die Chefin.









