Die Lüdenscheider ADFC-Ortsgruppe (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) erweitert ihr Spektrum immer weiter. Von Forderungen zur Ausweitung des Radfahrnetzes über Tourenangebote mit einem zertifizierten Guide, Gebrauchtfahrradbörsen und Fahrradlernkursen — für Zweiradbegeisterte sind inzwischen viele Angebote im Programm.

Überregionale Nachrichten

Mehr als 100 Mitglieder

Seit der Gründung Ende 2023 entwickelte sich die Lüdenscheider ADFC Ortsgruppe (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club), als Teil des ADFC des Märkischen Kreises, rasant weiter. Knapp drei Jahre nach ihrer Gründung zählt die Ortsgruppe inzwischen mehr als 100 Mitglieder. Anfangs fokussierten sich die begeisterten Radfahrer zunächst auf Forderungen zur Entwicklung einer lokalen Fahrrad-Infrastruktur. Dies hat sich zwar bis heute nicht geändert, aber es sind weitere Aktionsfelder hinzugekommen.

Tourenangebote

Ein Schwerpunkt sind die kostenlosen Radtouren, die seit diesem Jahr von vier zertifizierten Tourguides geleitet werden. Das Angebot richtet sich sowohl an Einsteiger als auch an sportliche Radfahrer mit Trekking- oder Gravelbike sowie an Pedelec-Fahrer.

Der ADFC-Bundesverband legt die Latte hoch, um die Bezeichnung „Zertifizierter ADFC-Tourguide“ tragen zu dürfen. Erst mit einer dreitägigen Schulung in Theorie und Praxis plus Absolvierung eines Erste-Hilfe-Kurses kann das Zertifikat erworben werden.

Über den ADFC Lüdenscheid finden Interessierte, wenn sie auf der Webseite ganz nach unten scrollen, die geplanten Touren. Hier werden die Strecken beschrieben und die Tourguides vorgestellt. Die nächste Tour startet am Sonntag, 23. August, am Rosengarten und führt in Richtung Plettenberg.

Vier Personen mit Fahrrädern posieren vor einem rot-weiß gestreiften Tor an einem Natursteingebäude.
Die Tourguides des ADFC Lüdenscheid: (v.l.)Bernd Henrichs, Markus Stumpf, Ralf Schiwotz, Nadine Walter
Foto: ADFC Lüdenscheid / privat

Radfahren und die Politik

Nach wie vor bleibt die Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur ein zentrales Anliegen des ADFC Lüdenscheid. Die zweite Ortsgruppensprecherin, Iris Burchardi, setzt sich als sachkundige Einwohnerin im städtischen Bau- und Verkehrsausschuss für die Belange der Radfahrer ein.

Ein schwieriges Unterfangen, nachdem das bereits beschlossene Mobilitäts- und Radverkehrskonzept den Sparvorgaben im kommunalen Haushalt voraussichtlich zum Opfer fallen und bis auf weiteres zurückgestellt werden könnte.

Dieser Rückschritt stößt bei dem weiteren Ortsgruppensprecher Ralf Schiwotz auf großes Unverständnis, denn vorangegangene Bürgeranhörungen und Arbeiten des externen Planungsbüros drohen damit zu veralten.

Aufgrund der gefährlichen Infrastruktur mit hohem Unfallrisiko wünscht sich der Fahrradclub die behördliche Überwachung des gesetzlich vorgeschriebenen Überholabstands zu Bikern innerorts von mindestens 1,50 Metern. Hierzu stehe man bereits im Austausch mit dem ADFC NRW Landesverband.

In diesem Zusammenhang weist der ADFC Lüdenscheid darauf hin, dass er sich nicht als Gegner des Autoverkehrs sehe und auch keine autofreie Innenstadt fordere. Aber viele Städte, nicht nur in Deutschland, würden die Umsetzbarkeit von mehr Fahrradwegen beweisen und von verbesserter urbaner Lebensqualität profitieren.

Weitere Angebote des ADFC Lüdenscheid

Neben seinem politischen Engagement setzt der ADFC auf praktische Angebote.

In Zusammenarbeit mit der AWO finden regelmäßig Fahrrad-Lernkurse statt. Außerdem organisiert die Ortsgruppe Gebrauchtfahrradbörsen, die mit Praxistipps bei Reifenpannen kombiniert werden, und beim kommenden Stadtfest wird eine Fahrradcodierung zum Diebstahlschutz angeboten.

Neue Interessierte können den Verein bei den monatlichen Radlertreffs, die an jedem zweiten Donnerstag im Monat ab 19 Uhr im Café „Der kleine Prinz“ stattfinden, kennenlernen. Eine Mitgliedschaft ist für die Teilnahme an den meisten Angeboten nicht erforderlich.