Doch auch so war es rappelvoll, als die heimische Kultband bis etwa 23 Uhr mit melodischem Hardrock Party machte. Das Repertoire bestand aus Titeln wie „Breaking the law“ von Judas Priest oder Manowars „Warriors of the world“. Auch deutsch wurde es zwischendurch, und das mit Titeln aus dem Punk-Milieu, wie „Hier kommt Alex“.
Zwischendurch wurden auch Eigenkompositionen präsentiert. Und davon hat die Band nicht gerade wenig: „So etwa 150 Titel“, verrät Schlagzeuger und Mitgründer Christian Thunig. Cane habe in den Anfangsjahren vorwiegend eigene Stücke gespielt, doch bei aller Begeisterung des Publikums funktionierten die bekannten und eingängigen Cover-Hits wohl besser. Die Eigenkompositionen seien eher etwas für Hardcore-Fans, „die richtig tief im Thema seien“. Allerdings, so Schlagzeuger Thunig, bekämen auch Rock-Klassiker von Cane einen individuellen „Anstrich“.
Fans der ersten Stunde halten Cane, die von Thunig gemeinsam mit Sänger und Gitarrist Andreas Reschke sowie einigen inzwischen ausgeschiedenen Musikern gegründet worden waren, seit mittlerweile 37 Jahren die Treue. Damals sei man noch regelmäßig „über die Dörfer gezogen“. In den Jahren vor der Pandemie haben Cane etwa drei Gigs pro Jahr gespielt, einen davon stets in der Heimatstadt Halver. Daher war dieses Konzert auch überfällig. Geprobt wurde aber auch während der Durststrecke dazwischen eisern jeden Donnerstag. Das erklärt, warum die Band eine musikalisch absolut überzeugende Vorstellung gab. Aber auch, warum sich Tine Göwert nach nunmehr zehn Jahren in der Combo aus persönlichen, zeitlichen Gründen zurückzieht. Von den Bandkollegen gab es zum Abschied einen Blumenstrauß und ein Geschenk im Briefumschlag. Ohnehin scheint der Abschied nicht dauerhaft in Stein gemeißelt zu sein. Tine Göwert hat bereits angekündigt, durchaus zum einen oder anderen Gastauftritt bereit zu sein.
Bis dahin muss Cane ohne weibliche Stimme an der Front auskommen. Das wird ein Verlust, obgleich auch Gitarrist Hans-Dieter Pfender und Keyboarder Adam Weis selbst am Mikrofon stehen, und Roland Pregitzer seinen Platz hinter dem Mischpult auch gelegentlich für Vocals verlässt. Verständnis ist der Bandkameradin sowieso sicher, denn auch die anderen Musiker haben es nicht immer einfach, die nötige Zeit freizuschaufeln, wie Christian Thunig verrät. Alle seien beruflich stark eingespannt.
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Dazu bilden Abende wie der am vergangenen Samstag ein willkommenes Kontrastprogramm: Richtig abfeiern dient bekanntlich dem Stressabbau, und gefeiert haben CANE und ihr Publikum im Kulturbahnhof so richtig. Zum alten Eisen gehört die Band jedenfalls noch lange nicht. Und Nachwuchssorgen habe man ohnehin nicht, auch nicht bei den Fans: Die brächten inzwischen sogar ihre Kinder mit, erzählt Christian Thunig noch etwas über die Altersstruktur der Anhänger.









