Rund zwei Kilometer trennen die Talbrücken Rahmede und Sterbecke auf der A45. Marode sind beide, neu gebaut werden müssen auch beide. Der Unterschied: Während die Rahmedetalbrücke seit Dezember 2021 voll gesperrt ist und damit eine ganze Region ins Verkehrschaos stürzte, kann der Verkehr auf der Sterbecker Brücke weiterhin einseitig fahren. Grund dafür ist die unterschiedliche Bauweise beider Bauwerke.
Die Talbrücke Sterbecke besteht aus zwei Teilbauwerken. Für die Neubauphase wurde die Brückenhälfte in Fahrtrichtung Dortmund verstärkt. So kann sie während der ersten Bauphase den gesamten Verkehr auf vier Spuren aufnehmen. Um den Verkehr während der ersten Bauphase störungsfrei fließen zu lassen, wurde ebenfalls die Fahrbahn in Fahrtrichtung Dortmund saniert.

Nun soll es dem ersten Teilbauwerk der Sterbecker Talbrücke an den Kragen gehen. Das Bauwerk in Fahrtrichtung Frankfurt wird gesprengt. Nach Informationen von LokalDirekt legte die Autobahn GmbH den Sprengtermin auf den 28. Mai, Pfingstsonntag. Genauere Informationen zu Sperrungen und zur Verkehrssituation rund um den Sprengtermin der Talbrücke Sterbecke liegen bislang noch nicht vor. Der Aufwand dürfte aber deutlich geringer ausfallen, ist die Sterbecke mit einer Länge von 265 Metern und einer Höhe von 45 Metern sowie über ein unbewohntes Tal laufend eine deutlich kleinere Herausforderung als die Rahmedetalbrücke. Diese ist – zum Vergleich – 453 Meter lang und verläuft bis zu 70 Meter über Lüdenscheider Häuser und Straßen. Die Herausforderung für den Ersatzneubau der Sterbecker Brücke sind laut Autobahn GmbH jedoch auch die steilen Hänge mit bis zu 20 Prozent Steigung.
Die Talbrücke Sterbecke zwischen den Anschlussstellen Lüdenscheid-Nord und Hagen-Süd wurde in den 1960er Jahren mit einer Verkehrsprognose geplant, die von 25.000 Fahrzeugen pro Tag im Jahr 1980 ausging. Inzwischen ist die Belastung auf 64.000 Fahrzeuge angestiegen, davon 13.000 Lkw.

Für den Neubau beabsichtigt die Autobahn GmbH für jede der beiden Richtungsfahrbahnen ein separates Teilbauwerk zu errichten. Die Überbauten sind durch einen nur zehn Zentimeter breiten Spalt voneinander getrennt. Die Gesamtbreite der neuen Talbrücke Sterbecke beträgt rund 45 Meter, heißt es auf der Webseite des Unternehmens. Da beim Ersatzneubau der sechsspurige Ausbau der A45 berücksichtigt wird, muss die neue Brücke breiter als das alte Bauwerk werden.

Als Ausgleich für die Fällung der Gehölze im Baufeld wurden Ersatzflächen auf den Steilhängen der Lenne in Werdohl angelegt. Hier sind laut Autobahn GmbH acht Hektar Fichtenbestand zu einem ökologisch wertvollen Laubmischwald umgewandelt worden. Alle Löcher und Spalten an den beiden Brücken sind zudem verschlossen worden, um zu verhindern, dass sich Fledermäuse ansiedeln. Hier wurden Ersatzquartiere geschaffen. So sind etwa zehn Kästen für Fledermäuse und weitere zehn Kobel für Haselmäuse aufgehängt worden. Flachkästen für Fledermäuse bieten direkt an der Brücke, die für die erste Bauphase stehen bleibt, Unterschlupf. Weitere Kästen wurden im Umfeld der Brücke platziert.









