„Sayonara Capybara!“ – so heißt der neue Band von Alice Pantermüllers Kinderbuchreihe „Lotta-Leben“. Dass die Geschichten rund um Lotta viele junge Leser begeistern, zeigte sich auch bei einer Lesung im Rahmen des Leselust-Festivals am 3. November in der Lindenhofschule.
„Was ist eigentlich ein Capybara?“ Mit dieser Frage begann Pantermüller ihre Lesung. Die gesamte Schule hatte sich vor ihr versammelt: Die Kinder saßen auf Matten auf dem Boden oder auf Bänken, die einen Kreis um die Mattenlandschaft bildeten. Begrüßt wurde die Autorin von zwei Schülerinnen.
Auf ihre Einstiegsfrage wussten einige Kinder bereits eine Antwort: „Es ist ein Wasserschwein“ oder „Es ist ein großes Meerschweinchen“. Um dieses Tier dreht sich auch der 23. Band der Reihe „Lotta-Leben“.
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Im Mittelpunkt der Bücher steht Lotta. Sie selbst hält sich für ziemlich normal, doch die meisten Menschen in ihrem Umfeld sind ihrer Meinung nach deutlich verrückter. Dazu gehören ihre Eltern, ihre jüngeren Zwillingsbrüder Jakob und Simon, die sie auch „Blödbrüder“ nennt, sowie ihre Freunde Cheyenne, Paul und Remy. Gemeinsam bilden sie die „Wilde-Kaninchen-Bande“. In ihrem neuesten Band müssen diese nicht nur Lottas Lieblingshund Anton vor dem Tierheim retten, sondern auch die Schulbücherei. In diese ist nach dem letzten Schneefall Wasser reingelaufen und alle Bücher tropfen.
Pantermüller las den Kindern die ersten Kapitel aus ihrem neuen Buch vor. Anschließend konnten die Schüler der Autorin Fragen stellen.
Wann schreibst du den nächsten Band?
Die Antwort hatte Pantermüller gleich parat: Den 24. Teil der Reihe hat sie bereits geschrieben. Derzeit illustriert Daniela Kohl aus München das Buch.
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„Sie braucht zum Zeichnen der Bilder viel länger, als ich zum Schreiben brauche“, erklärt Pantermüller. Rund drei Monate dauere die Arbeit. Für jedes Buch müsse Kohl etwa 1000 bis 1300 Bilder zeichnen. Manchmal sitze sie dafür sieben Tage die Woche und jeweils zehn Stunden am Schreibtisch. „Es ist ein Comic-Tagebuch. Deswegen ist da nicht so viel Text drin, sondern viele Bilder.“
Wie bist du auf die Idee für das Buch gekommen?
Auch die Frage, wie sie auf die Ideen für ihre Geschichten kommt, beantwortete die Autorin. „Ich muss immer angestrengt darüber nachdenken, was in dem neuen Band passieren soll“, sagt sie. Das werde mit jedem weiteren Buch schwieriger, weil es bereits so viele Bände gebe. Einige Menschen aus ihrem Umfeld hätten den Inhalt des aktuellen Buches – unter anderem geht es um eine Überschwemmung in der Schulbibliothek – zunächst für ein ungewöhnliches Thema für ein Kinderbuch gehalten. Trotzdem steht für Pantermüller fest: „Ich werde auch noch mehr Lotta-Bücher schreiben.“
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Welches Buch schreibst du als Nächstes – und was ist dein Lieblingsbuch?
Auch den Titel des nächsten Buches verriet die Autorin bereits: Der 24. Band soll „Der Elefant im Marzipanladen“ heißen. Nach ihrem Lieblingsbuch gefragt, erklärt Pantermüller, dass sie besonders gerne die Geschichten mag, in denen Lotta verreist. „Da passiert immer eine ganze Menge, so wie im letzten Band.“
Seit wann bist du Autorin und wie viel verdienst du damit?
Seit 2011 veröffentlicht Pantermüller Bücher über Lotta. Im ersten Band ist die Hauptfigur zehn Jahre alt, inzwischen ist sie zwölf. Älter soll sie allerdings nicht mehr werden: „Sie kann jetzt nicht mehr älter werden“, sagt die Autorin. „Ansonsten wäre es ja kein Kinderbuch mehr.“ Im Januar 2027 will sie mit dem Schreiben des 25. Bandes beginnen.
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Die Kinder wollten außerdem wissen, wie viel eine Autorin mit ihren Büchern verdient. Ein Band kostet 13 Euro. Von jedem verkauften Exemplar erhalte sie 80 Cent, erklärt Pantermüller. Das liege daran, dass viele weitere Menschen an der Entstehung und dem Verkauf beteiligt seien – darunter der Verlag, die Beschäftigten, die Druckerei und der Buchhandel. Auch Werbung, Bindung und Auslieferung müssten bezahlt werden.
Bücher kaufen und signieren lassen
Nach der Lesung und der Fragerunde konnten die Kinder Bücher an einem Verkaufsstand von Michaela vom Brocke, Inhaberin von Konrad-Kösters Bücherkiste, erwerben. Anschließend signierte Pantermüller die gekauften oder mitgebrachten Exemplare.
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Leselust-Festival begeistert an den Schulen
Organisiert wurde das Leselust-Festival von Melanie Nanke, Schulverwaltungsassistentin für beide Grundschulen. „Ich suche mir gerne Autoren, die ich selbst anschreiben kann und die auch antworten“, erzählt sie. Gefördert wird die Aktion von den Rotariern und dem Land Nordrhein-Westfalen. Das Festival findet jährlich statt.
Auch die Lindenhofschule ist regelmäßig dabei. „Die Lindenhofschule ist dieses Jahr schon das sechste Mal mit dabei“, ergänzte Schulleiterin Monika Lauterbach.
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Für Nanke ist das Festival eine gute Gelegenheit, Kinder für Bücher zu begeistern. Zunächst habe sie gedacht, dass sich vor allem Mädchen für die Lesung interessieren würden. Doch auch einige Jungen hätten sich in die Schlange gestellt. „Gerade die jüngere Generation interessiert sich wieder fürs Lesen, als Alternative zum Handy“, sagt sie.
Auch Pantermüller erlebt bei ihren Lesungen großes Interesse. „Die Lesungen kommen bei den Kindern immer gut an“, sagte sie. Gerade in der heutigen Zeit seien Bücher wichtig für Kinder – „alleine schon fürs Gehirn“. Wer bei der Veranstaltung kein Buch kaufen konnte, hat weiterhin die Möglichkeit, ein signiertes Exemplar in Konrad-Kösters Bücherkiste zu erwerben.







