Ohne Jaeger, Weßeling und Perey im Kader gelang den Dragons im Löh wie zuletzt in Ahlen ein absoluter Sahne-Start. Boerner eröffnete die Partie mit seinem Tor (2.), welches die Gäste wenig später egalisieren konnten (3.). Ab dann wurde der SGSH-Zug mit ordentlich Kohle befeuert: Gipperich traf nach tollem Zuspiel an den Kreis zum 2:1, auf der anderen Seite glänzte Halfmann zum ersten Mal. Durch einen Doppelschlag Boerners lagen die Drachen nach fünf Minuten mit 4:1 in Front. Torhüter Halfmann und sein Defensivverbund hielten die Eintracht aus Baunatal zudem meist rigoros weg vom eigenen Kreis, Torgefahr kam so in den ersten Minuten nur selten auf. Nur eine Zeigerumdrehung später erhöhte erneut Gipperich auf 5:1, während die Gäste die nächste Gelegenheit ausließen. Spätestens nach dem verwandelten Siebenmeter durch Schetters und der folgenden Auszeit des GSV sah man sich in Schalksmühle unweigerlich an letzte Woche erinnert, wo die Dragons ebenfalls wie die Feuerwehr loslegten.
Die Gäste ihrerseits überwanden Halfmann dann doch mal, gegen den schwer zu sehenden Rückraumwurf hatte er keine Chance (8.). In Unterzahl gelang ihnen anschließend nach feinem Seitenwechsel ein weiterer Treffer zum 6:3, welchen Voss postwendend beantwortete (7:3, 10.). Allerdings sah Schetters in der Folge Gelb. Nachdem die Dmytruszynski-Sieben dann auch noch den Wurf auf das leere GSV-Tor verfehlte, witterten die Gäste ein wenig Morgenluft. Zunächst konnten sich beide Keeper mit Glanzparaden zeigen, doch dann stach der GSV zum 7:4 (12.). Voss auf Seiten der SGSH antwortete erneut mithilfe des Innenpfostens, ab Mitte der ersten Hälfte glichen sch beide Mannschaften aber mehr und mehr an. Die Konsequenz: Aus dem komfortablen 6:1 wurde rasch ein knappes 9:8 (15.). Die Auszeit der Gäste hatte Früchte getragen, den Dragons wurde ein wenig der Anfangswind aus den Segeln genommen.
Zurück in der Spur
In den nächsten Minuten boten sich beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch auf der Schalksmühler Platte. Voss und Lüsebrink mit einem Strahl in die linke untere Ecke hielten die SGSH durch ihre Treffer mit knappem Zwei-Tore-Abstand auf Kurs. Der Gast aus Baunatal steckte aber nicht auf und verkürzte immer wieder, so dass sich die volle Schalksmühler Halle auf spannende letzte Minuten in der ersten Hälfte einstellen durfte.
Für Minuten vor dem Ende des ersten Abschnitts markierte Schetters das 15:12 (25.), Blaauw vergrößerte das Polster eine Minute später (16:12, 26.). De Dragons boten sich nun Räume, Voss marschierte alleine auf das GSV-Tor zu und erhöhte um einen weiteren Treffer – und antwortete nach dem Gegentor zum zwischenzeitlichen 17:13 prompt (18:13, 28.). Weil Halfmann wenig später erneut sein Können zeigte und die SGSH noch einen draufsetzte, hieß es zur Pause nach ein paar zähen Minuten nicht unverdient 19:13. Einziger Wermutstropfen: Dommermuth und Boerner kassierten beide wenige Sekunden vor der Sirene noch jeweils eine Zwei-Minuten-Strafe.
GSV mit besserem Start in Hälfte zwei
Zu Beginn der zweiten Spielhälfte waren die Dragons also nur zu viert, hatten aber eben auch eine komfortable Führung im Rücken. Die Eintracht wollte schnell zum Erfolg kommen, schloss aber zu überhastet ab, sodass die Dragos wieder in Ballbesitz kamen und naturgemäß viel Zeit hatten, um nach vorne zu kommen. Den ersten Treffer markierte dennoch der Gast (32., 7m). Auf Seiten der Gäste war man trotzdem nicht zufrieden, die Bank wurde wegen Meckernd verwarnt. Zwar überstand die SGSH die doppelte Unterzahl relativ unbeschadet, ließ sich aber insbesondere in den Minuten danach ein wenig herspielen. Statt der zuvor gegebenen einfachen, präzis-kurzen Antworten auf der Platte wurde es sperriger. Dommermuth zimmerte das Spielgerät an den Pfosten, den direkten Konter vereitelte Halfmann klasse (21:17, 37.).
Wie schon im ersten Abschnitt tarierten sich beide Mannschaften allmählich etwas aus: Mal gelang auf der einen Seite eine kleine Serie, dann schmolz der Vorsprung auf der anderen Seite wieder. Das Momentum indes lag etwas mehr in den Händen der Eintracht, Halfmann sprintete von der Bank ins Tor und wehrte den Ball sensationell ab (40.). Auf der anderen Seite wussten sie aber etwa ihre Überzahlsituationen auszuspielen und ließen die Dragons nicht von der Leine (22:20, 41.). Binnen fünf Minuten kämpfte der GSV sich dann tatsächlich wieder ganz nah an den Ausgleich heran und stellte den 25:24-Anschluss her (46.). In einer kurzweiligen Phase der Begegnung ließen sich die Drachen davon aber nicht einlullen und stellten, bedingt durch einen Wechselfehlere der Gäste und einer Willensleistung Koenigs, wieder auf 27:24 (47.).
Ahlen-Déjà-vu
Kurz vor dem Beginn der Crunch Time war die Messe noch völlig offen, durch die Zeitstrafe für die SGSH kam noch mehr Würze in die Partie. Baunatal machte zwei schnelle Tore und nutzte einen leichten Ballverlust zum 27:27-Ausgleichstreffer aufs verwaiste SGSH-Gehäuse (50.) – die Quittung dafür, den guten Vorsprung abermals nicht verwaltet haben zu können. Coach Dmtruszynski zog das Timeout. Seine Worte schienen zunächst Gehör gefunden zu haben, sechs Minuten vor Schluss waren die Sauerländer wieder drei Tore vorn (30:27, 54.). Es gelang den Dragons aber auch jetzt nicht, die nötige Ruhe im Spiel zu behalten und den Vorsprung über die Zeit zu spielen. Trotz vergebenen Siebenmeters des GSV drei Minuten vor dem Spielende holten die Gäste binnen zwei Minuten erneut auf und stellten die Begegnung wieder auf null (31:31, 58.). Darüber hinaus bekam Boerner vorzeitig Feierabend. Bedanken durften sich die Mannschaftskollegen schließlich bei Lüsebrink, der das goldene Tor zum 32:31-Endstand markierte (59.). Beide Mannschaften machten danach noch Gebrauch von ihren Timeouts, am Endergebnis sollten beide nichts mehr verändern.
Die SGSH Dragons gewinnen damit das dritte Spiel in Folge und das erste Mal überhaupt gegen Eintracht Baunatal. Wie schon in der Vorwoche brillierten die Schützlinge von Dmytruszynski über weite Strecken der ersten Hälfte, um sich in den zweiten dreißig Minuten beinahe erneut um den verdienten Lohn zu bringen. Üblicherweise wird, insbesondere nach dem Sieg, in ein paar Wochen aber niemand mehr über das „Wie“ sprechen.
Match Facts
SGSH Dragons – GSV Eintracht Baunatal 32:31 (19:13)
SGSH Dragons: Gipperich (3), Yorgov, Blaauw (3), Halfmann, Koenig (3), Schetters (6 (3/3)), N. Jannack, J. Jannack, Voss (7), Lüsebrink (2), Walch, Boerner (7), Dommermuth (1).








