„Das war ein mega Wochenende, aber jetzt bin ich platt und muss ins Bett“, erzählte Sven Lüno lachend. Er hatte das Wochenende organisiert. Insgesamt 14 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 15 Jahren hatten ihr Lager am Freitag im Wiblingwerder Feuerwehrgerätehaus aufgeschlagen.
Viel Zeit, um sich einzuleben hatten die Nachwuchsretter jedoch nicht. Um 17.07 Uhr hieß es: „Containerbrand, Zur Heide.“ Eile war geboten, denn schon die Jungen und Mädchen wissen, dass ein Containerbrand sich auch schnell auf die Umgebung ausweiten kann. Als die Feuerwehrmänner und -frauen am Friedhof eintrafen, fanden sie dichten Rauch vor. „Schnell, die Löschwasserversorgung aufbauen“, rief Sven Lüno. Während die Kinder los eilten, erklärte Lüno: „Es brennt natürlich nicht richtig. Wir simulieren mit einer Nebelmaschine den Rauch. Außerdem werden wir bei minus zehn Grad natürlich auch kein echtes Wasser einsetzen. Dann würde hier im Nu eine Eisfläche entstehen.“
Wie bei der echten Feuerwehr waren die Jugendlichen in Einsatztrupps eingeteilt. Die einen waren fürs Löschen zuständig, andere kümmerten sich um die Absicherung. Sie sperrten die Straße und hielten Schaulustige zurück. Von denen gab es an diesem Abend einige – und ausnahmsweise waren sie auch explizit willkommen und vorab auf Facebook eingeladen worden. Gerne durften sie die Feuerwehr bei der Arbeit beobachten – sie jedoch nicht behindern. „Das ist wie im echten Einsatz. Da müssen wir auch immer wieder mit Menschen umgehen, die gucken wollen“, sagt Lüno.
Das ganze Wochenende wurde das Team der Jungendfeuerwehr von Mitgliedern aus den Löschzügen unterstützt. Ansonsten wäre eine so aufwendige Veranstaltung unmöglich.























Großlage auf dem Waldlehrpfad
Nach dem gemeinsamen Pizzaessen wollten es sich die Jugendlichen wohl gerade gemütlich machen als der nächste Einsatz kam: Eine Spaziergängerin mit Hund sollte am Waldlehrpfad gestürzt sein. „Das ist eine richtig aufwendige Übung“, verrät Lüno. Denn die Lage sei zunächst recht unklar und das Gebiet relativ groß. Mit dabei war sogar die in Nachrodt-Wiblingwerde stationierte Drohneneinheit des Märkischen Kreises. „Es gibt gleich mehrere Aufgaben. Zum einen muss das Gebiet mit der Drohne abgeflogen werden, des Weiteren galt es, eine ordentliche Beleuchtung aufzubauen, damit wir hier arbeiten können. Und dann geht es gleich noch mit Suchtrupps in den Wald“, erklärte Lüno. Es dauerte eine ganze Weile bis die hilflose Spaziergängerin gefunden wurde. „Zur Bergung nehmen wir die Schleifkorbtrage“, erklärte Lüno. Außerdem kam der noch recht neue Pick Up der Feuer zum Einsatz. Er ist extra für solche Personenrettungen im Wald konzipiert.

Nach einer kurzen Nacht ging es direkt am Morgen weiter. Zeit für Erholung war kaum: Ein Gebäudebrand in der Grundschule Nachrodt. Eine Person sei noch im Gebäude vermisst. „Die Jugendlichen verschaffen sich jetzt über zwei verschiedene Stellen Zugang zum Keller, in dem es brennt.“ Die Erwachsenen waren sichtlich zufrieden mit der Arbeit der Nachwuchskräfte. Relativ schnell waren sie zum Löschen bereit und auch die vermisste Person war schnell gefunden und versorgt.

Zur Belohnung gab es noch einen Zwischenstopp am Nachrodter Gerätehaus. Denn dort ist das neue Feuerwehrfahrzeug stationiert. Die moderne Technik ließ die Augen der Kinder und Jugendlichen leuchten.
Trotz schwindender Kräfte ging es direkt weiter. Eine Tür an der Grundschule musste geöffnet werden.
„Wir sind super zufrieden mit den zwei Tagen. Und vor allem mit unserem Nachwuchs. Wenn die Jugendlichen 16 Jahre alt sind, dürfen sie schon mit zu den Diensten der Erwachsenen“, erklärte Lüno. Mit 18 Jahren wechselten sie dann in die Löschzüge und hätten dann in der Regel sogar schon das Modul A der Grundausbildung in der Tasche.
Die Nachrodt-Wiblingwerder Feuerwehr erfreut sich großer Beliebtheit. Kinder- und Jungendfeuerwehr erfreuten sich großer Beliebtheit und auch bei den Erwachsenen sehe es gut aus. „Es ist genug Nachwuchs da und es gibt auch immer wieder Anfragen von Quereinsteigern“, berichtete Lüno.

Im Rahmen des Wochenendes fand auch die Jahresdienstbesprechung der Jugendfeuerwehr statt. Dabei wurde eine neue Obfrau gewählt. Leonie Lüno, die das Amt bisher übernommen hatte, ist inzwischen in den aktiven Dienst bei den Erwachsenen gewechselt. Als Nachfolgerin wurde Lina Wille gewählt. Zudem kam Holger Wolf von der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis. Er hatte einen Scheck über 800 Euro dabei. Von dem Geld bekommen die Mitglieder neue Jacken.










