Seit geraumer Zeit reißt das Problem mit ständig brennenden Müllcontainern in Lüdenscheid nicht ab. Das Schadensausmaß war bisher überschaubar, auch wenn im Dezember ein Getränkemarkt am Buckesfeld erheblich durch Brandstiftung beschädigt worden war. Ob dieser Brand auch der jungen Frau zugerechnet wird, die wegen einschlägiger Taten bereits mehrfach festgesetzt worden war, wurde bislang weder von der Polizei noch von der Staatsanwaltschaft Hagen erklärt. Beide Behörden erklärten, dass die bisherigen Fälle zu geringschwellig seien, da es sich hier im juristischen Sinne lediglich von Sachbeschädigung handeln würde.
Damit ist es seit Freitagabend wohl vorbei. Im Abstand von rund zweieinhalb Stunden gingen im Stadtteil Buckesfeld Autos in Flammen auf. Um 22.30 Uhr wurde die Feuerwehr zur Straße „Unterm Freihof“ alarmiert. Ein Kleinwagen, der unter einem Balkon im Hof eines Mehrfamilienhaus parkte, brannte in fast vollständiger Ausdehnung. Die zehn Kräfte der hauptamtlichen Wache hatten das Feuer schnell im Griff, allerdings hatte der Brand viel Gefahrenpotential. Ein erheblicher Gebäudeschaden ist auch zu verzeichnen.

Die Feuerwehr musste das Fahrzeugwrack nach dem Löschen mit einer Seilwinde zurückziehen, da der betroffene Hyundai i30 vor einem Garagentor stand und die Einsatzkräfte diese kontrollieren mussten. Glutnester fanden sich aber nicht mehr. Verletzt wurde niemand. Es war zwar Rauch durch ein gekipptes Fenster in den Hausflur gezogen, doch die Bewohner konnten dennoch über das Treppenhaus ins Freie. Fenster der Wohnungen waren alle geschlossen, so dass es hier nicht zu Beeinträchtigungen gekommen ist. Dass große Mengen ausgelaufener Betriebsmittel in dem Garagenhof abgestreut werden mussten, war nebensächlich.
Vor Ort kam die Polizei der vorsichtigen Einschätzung, dass der Brand, der sich offenbar vom Motorraum her ausbreitete, wohl eher eine technische Ursache hatte. Offensichtliche Hinweise auf Fremdverschulden ergaben sich nach erste Inaugenscheinnahme noch nicht. Eine Beurteilung, die auch einen Tag später noch Bestand hat. Dennoch wurde das Fahrzeugwrack aus gutem Grund sichergestellt.
Bereits wenige Stunden später, um 2.01 Uhr, wurden Feuerwehr und Polizei erneut zu einem PKW-Brand gerufen. Wieder brannte ein Auto, dass nahe einer Hauswand parkte. Die Feuerwehr konnte auch diesen Brand schnell löschen. Doch diesmal sieht die Polizei Hinweise auf Brandstiftung.

Beide Einsatzorte liegen lediglich rund 350 Meter auseinander. An einen Zufall glaubt die Polizei nicht. Beide Fahrzeuge wurden sichergestellt, weitere Ermittlungen folgen. Ohne Zweifel braucht es kriminelle Energie, um Autos anzuzünden. Darüber hinaus ist eine nächtliche Brandstiftung an einem Gebäude, oder auch nur an einem direkt daranstehenden Auto, in dem Menschen schlafen, höchst gefährlich.
Die Schwelle zu einem Kapitalverbrechen ist hier schnell überschritten. Wenn ein Täter hohe Sachschäden verursacht, sprechen Juristen von schwerer Brandstiftung. Kommen Menschen dabei zu Schaden, geht es um Körperverletzung oder gar ein Tötungsdelikt. In diesen Fällen stehen empfindliche Freiheitsstrafen im Raum.









