Insgesamt 34 Aktionen laufen in den kommenden Wochen im Märkischen Kreis. Dabei reichen die Aktionen von integrativen Sportveranstaltungen über Filmvorführungen bis hin zu Ausstellungen. Das Angebot soll im gesamten Kreisgebiet niederschwellig sämtliche Bürger ansprechen. Eröffnet wurde die Ausstellung durch Markus Gorecki, den Vorsitzenden des Sozialen Bürgerzentrums „Hand in Hand“ und Katrin Vollmann, stellvertretende Leiterin der Volkshochschule Volmetal, die die Ausstellung gemeinsam organisiert haben.
Gorecki fand es „besonders alarmierend, dass zahlreiche junge Leute immer weniger über den Holocaust und unsere Verantwortung wissen.“ Auch Vollmann stimmte ihm zu: „Insgesamt, so unser Empfinden, wird der Sprachgebrauch rauher, brutaler. Ich hoffe, dass wir nach dieser Ausstellung wieder sensibler und toleranter miteinander umgehen.“ Auch Olaf Stelse, der Bürgermeister der Stadt Kierspe, warb in seiner Rede: „Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, ein gemeinsames und respektvolles Miteinander zu fördern.“
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Noch drastischere Worte fand Landrat Marco Voge in seinem Grußwort. Er sah sich „heute im Jahr 2025 nicht weit weg vom Jahr 1933-1945.“ Er berichtete von einem gemeinsamen Besuch mit Olaf Stelse in den Konzentrationslagern Birkenau und Auschwitz. „Ich habe schon sehr viel in meinem Leben erlebt, aber diese Bilder haben sich ganz ganz ganz tief bei mir in mein Gedächtnis eingeprägt und mich fassungslos zurückgelassen, wozu Menschen fähig sind.“ Voge freute sich, am Morgen eine der ersten der insgesamt knapp 30.000 Brötchentüten in der Hand gehabt zu haben, die im Rahmen der Aktionswochen mit einem „Rassismus kommt mir nicht in die Tüte“-Aufkleber versehen wurden und von zahlreichen Bäckern im Kreisgebiet an Kunden ausgegeben werden.
Nach einer Lesung von Jürgen Willmsen, der mit Lily Bretts Essay „Leben nach Auschwitz“ die Geschichte eines Kindes von Auschwitz-Überlebenden in allen Facetten darstellte, luden die Organisatoren noch zur Besichtigung der Ausstellung ein. Auf 20 Plakaten hat die Kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit nicht nur die Geschichte, sondern auch aktuelle Erfahrungen von Juden anschaulich dargestellt.
Auf der Website des Märkischen Kreises können Interessierte das gesamte Programm der Aktionswochen einsehen und sich für einzelne Programmpunkte anmelden. Die Ausstellung in Kierspe steht jeden Mittwoch von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr im sozialen Bürgerzentrum Hand in Hand der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung, weitere Termine können in Absprache mit der VHS Volmetal für Gruppenbesuche gebucht werden.