Rund 300 Ausbildungsstellen, erklärt Kerstin Pfaff von der Bundesagentur für Arbeit im Rahmen eines Pressetermins, seien für dieses Jahr allein in Lüdenscheid noch zu vergeben – besonders im Handwerk. „Wir müssen die Jugendlichen da abholen, wo sie sind“, sagt sie – und meint damit zum Beispiel den Jugendtreff Sterncenter, in dem sich am Montagnachmittag, 13. März, rund 20 Schüler versammelten.
Sie nutzten die Gelegenheit, sich – zwischen Billardtisch, Videospielen und Popcorn – beraten und informieren zu lassen. Nicht nur von der Arbeitsagentur, sondern auch von Dirk Seyffarth, Geschäftsführer einer Lüdenscheider Heizungsinstallationsfirma. Zwei Ausbildungsstellen seien in seinem Betrieb noch frei, sagte er – und die Bewerbung ganz unkompliziert möglich. „Wir müssen bürokratische Hürden abbauen, deswegen kann man sich bei uns ganz simpel über Instagram bewerben“, erklärte er. Einen kleinen, praktischen Einblick in den Beruf des Anlageninstallateurs gab es auch noch: Wer wollte, konnte sich unter Anleitung von Dirk Seyffarth an Leitungsrohren, Klemmen und Schrauben ausprobieren.
„Wir können die gesellschaftlichen Herausforderungen nur mit Fachkräften bewältigen“
Auch Sebastian Wagemeyer, Bürgermeister der Stadt Lüdenscheid, war vor Ort, um mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. „Der Trend der letzten Jahre ging eindeutig dahin, dass die jungen Menschen studieren. Dieser Boomerang kommt jetzt durch den bestehenden Fachkräftemangel hart zurück“, erklärt er im Gespräch mit LokalDirekt.
Die aktuell vorherrschenden, gesellschaftlichen Probleme – wie zum Beispiel der Klimawandel – , so Wagemeyer weiter, könnten nur mit der Hilfe von entsprechendem Fachpersonal gelöst werden. „Es hilft nichts, eine Photovoltaikanlage zu kaufen – am Ende braucht es auch jemanden, der sie fachgerecht installiert.“ Umso wichtiger sei es daher seiner Meinung nach, „niederschwellige Angebote zu schaffen, um die jungen Menschen anzusprechen und auf dem Weg wieder mehr Auszubildende zu aquierieren.“

Aber nicht nur wer auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz war, konnte sich am Montag im Jugendtreff beraten lassen. So ließ sich der 22-jährige Lüdenscheider Mahmoud El Hussein von Nico Confortola und Dietrich Fehse von der Bundesagentur für Arbeit alles über den Lehrgang zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit erzählen. Eine Ausbildung, so erklärt er gegenüber LokalDirekt, wolle er nicht machen – sondern lieber arbeiten und Geld verdienen. Auf das Angebot aufmerksam gemacht habe ihn sein jüngerer Bruder.
Die Woche der Ausbildung ist ein Angebot der Bundesagentur für Arbeit und macht noch bis Freitag, 17. März, Station an verschiedenen Unternehmen im Kreis. Weitere Informationen gibt es im Internet.









