Dabei zeigen sie dem Bergstadt-Publikum in jeweils zwölf unterhaltsamen und lehrreichen Minuten, was Wissen schafft. Anders als beim Poetry Slam sind hierbei Requisiten, Powerpointvorträge oder gar Live-Experimente ausdrücklich erlaubt, doch trotz aller Unterschiede, haben alle Slam-Formate eines gemein: Das Publikum ist die Jury und bewertet die Vorträge mit Punkten von 1 – 10. Zum ersten Mal wird dabei die „Goldene Glühbirne“ verliehen (designed von der Lüdenscheider Künstlerin Claudia Bäcker-Kirmse).
Um die Trophäe des Abends kämpfen diesmal:
Marie Jakobs lebt in Essen und hat dort medizinische Biologie studiert. Seit 2020 arbeitet sie im
Institut für medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie des Universitätsklinikums Essen
an ihrer Doktorarbeit zum Thema „Konditionierung des Immunsystems“. Selbige präsentiert sie auch
in ihrem Vortrag, in dem sie erklärt, was sabbernde Hunde, das Immunsystem und ihre
Forschungsarbeit miteinander zu tun haben. Schnell wird der zuschauenden Person klar, dass sie
hierfür eine ganz besondere Vortragsart wählt.
Richard Vogg sitzt als promovierender Informatiker an der Uni Göttingen nicht den ganzen Tag vor
dem Bildschirm. Er darf hin und wieder Biologinnen und Biologen nach Madagaskar begleiten, und dort Videos von Lemuren aufnehmen. Mit diesen Aufnahmen will er dem Computer beibringen, das Verhalten
der Lemuren automatisiert zu analysieren. Wie das mithilfe künstlicher Intelligenz funktioniert, und dass künstliche Intelligenz gar nicht so kompliziert sein muss, davon erzählt er in seinem Vortrag: „Von lernenden Lemuren und maschinellem Lernen“.
Lisa Mindthoff ist studierte Sozialwissenschaftlerin sowie angehende Sexologin und
Sexualberaterin. Im Zuge ihrer qualitativen Forschung, im Rahmen ihrer Masterarbeit an der Uni
Köln, entstand ihr Vortrag mit dem Titel “What the f***?!” Wieso sollten wir über Schmerzen beim
Sex sprechen? Die Ergebnisse ihrer Forschung zeigen: Schmerzen beim Sex können einen
gravierenden Einfluss auf die (sexuelle) Identität und auf Beziehungen haben; gleichzeitig ist das
Thema sehr tabuisiert. Höchste Zeit also um es aus der Tabuschulblade herauszuholen.
Felix Stegmann promoviert im Bereich Immunologie mit einem Fokus auf Infektionsforschung. Kern
seiner Arbeit ist das Gedächtnis von Immunzellen. Bei „adaptiven“ Zellen ist das lange bekannt, bei
„angeborenen“ nicht – weshalb sie häufig als „dumm“ dargestellt werden. Neuste
Forschungsergebnisse zeigen aber: Auch „die Dummen“ können ein Gedächtnis entwickeln. Mit
seinem Science Slam Auftritt setzt Felix sich deshalb ein für die oft „stiefmütterlich behandelten“
angeborenen Zellen, zeigt welche Potentiale in ihnen stecke und welche Rolle Zucker dabei spielen
– Süß, oder nicht?
Lea Schönberger studierte Informatik mit Nebenfach Latein an der Universität Münster und
Informatik an der Technischen Universität Dortmund, wo sie im Jahr 2023 ihre Doktorarbeit zu
Systemen im Kontext von Smart Cities verteidigte. Seit 2020 studiert sie außerdem Komparatistik
und Klassische Philologie im 2-Fach-Bachelor an der Ruhr-Universität Bochum. Sie beschäftigt sich
seit Anfang 2024 als selbstständige Wissenschaftskommunikatorin damit, Informatikwissen für die
Allgemeinheit zugänglich zu machen, u.a. im Rahmen des Podcasts „Informatik für die moderne
Hausfrau“.
Los geht es wie gewohnt um 20 Uhr im Theatersaal des Kulturhauses. Es moderiert Marian Heuser.
Tickets für den WoW Science Slam können online über die Homepage des Kulturhauses
(www.kulturhaus-luedenscheid.com) sowie an der Theaterkasse erworben werden und kosten 15,00
€ bzw. 9,00 € ermäßigt (zzgl. Gebühren). Telefonische Vorbestellungen sind dienstags, donnerstags und samstags von 10 – 13 Uhr und mittwochs und freitags von 15 – 18 Uhr unter der Nummer 02351 / 171299 möglich. Die Abendkasse öffnet am 25.05. um 19.00 Uhr.









