„Chris Kramer & Beatbox ‘n‘ Blues“. Chris Kramer? Schon wieder? Ja, das dritte Jahr in Folge ist der Musiker zu Gast in der Historischen Brennerei Rönsahl. Ja, aber immer anders, immer neu, immer überraschend, mit immer dem gleichen Grundsound: Blues.

Kevin O’Neal ist quasi ein zweibeiniges Schlagzeug. Mit Mund, Rachen, Nase und imitiert er Drums.
Video: Rüdiger Kahlke/LokalDirekt

Dass mit Kramer (Mundharmonika) zwei weitere Könner (Kevin O’Neal – Beatbox und Chris Lindner – Gitarre) auf der kleinen Bühne stehen, zeigte sich am Samstagabend, 3. Oktober, schon nach den ersten Takten. Beschwingt klatschen und trampeln die Besucher mit. Ein Rhythmus, bei dem man mitmuss. Das Publikum erlebte gut zwei Stunden Musik mit einem Alleinstellungsmerkmal: Blues mit Beatbox, ein Element aus der Hip-Hop-Zeit der 1980er Jahre. Kevin O’Neal ist quasi ein zweibeiniges Schlagzeug. Mit Mund, Rachen, Nase und imitiert er Drums. „Macht zwischendurch mal die Augen zu“, fordert Kramer das Publikum auf. „Ihr hört, aber seht kein Schlagzeug."

Kramer suchte für ein Kindermusical eine Beatbox. Der Zufall führte ihn und O’Neal, aktuell zweifacher deutscher Beatbox-Meister, zusammen. Das erste Zusammenspiel – ein magischer Moment, erzählt Kramer. Und der Beginn eines eigenen Projekts. Zusammen haben sie die German Blues Challenge als Band gewonnen, durften Deutschland bei der internationalen Challenge in Memphis (USA) vertreten, feierten Erfolge in den Südstaaten, sind hierzulande in TV-Formaten zu Gast, der WDR widmete ihnen eine eigene Dokumentation.“

Mitreißendes Konzert

Reichlich Reputation also. Beim KUK-Konzert am Samstag bewiesen sie, wie bodenständig, nahbar sie sind, nette Jungs von nebenan quasi, die mit ihrer mitreißenden Musik begeistern. Kramer als Kopf des Projekts gibt auch seinen Partnern Raum, sich zu profilieren. Kevin O‘Neal erklärte etwa, wie er als Beatbox agiert – ein bildungspolitischer Input zum Mitmachen. Sein vokales Schlagzeug fußt auf drei Tönen, die klingen wie „böse Katze“. In der Summe: beste Unterhaltung in der Brennerei, tolle Stimmung bis zum Schluss, Zugabe inklusive.

KUK und Kramer, das ist nach drei Events klar, passen zusammen. Chris Kramer hatte sich „erst mal sofort in die Location verliebt“, dann auch in KUK. Da holt man auch ihm gerne die Mütze aus der Garderobe, die er vergessen hatte. Sein intensives Harp-Spiel klappte auch ohne Kappe auf dem Kopf. Man darf gespannt sein, wann er wieder kommt…