„Es gibt Redebedarf“, stellte CDU-Vorsitzender Thomas Hartung mit Blick auf die vollbesetzten Sitzplätze in Schürmanns Gaststube fest. Viele Hausbesitzer fühlten sich überfordert von der „überstürzten Wende“.
Die Patentlösung für die Heizung von morgen hatte Volker Neumann nicht parat. Er schilderte detailreich und kompetent die Mammutaufgaben, die die politisch geforderte Energiewende den Versorgungsunternehmen stellt. So müssten rund 14.000 Kilometer Stromleitungen gebaut werden, um die regenerative Energie in Deutschland von Norden nach Süden zu transportieren. Fertiggestellt seien bisher gerade mal 2500 Kilometer. Es sei notwendig, die Verteilnetze insgesamt auszubauen und anzupassen, doch es fehlten die wirtschaftlichen Anreize für den Netzausbau. „Die Politik muss einen Gang zulegen“, forderte Neumann.
Das Hauptaugenmerk der Energieversorger liege auf der sicheren Energieversorgung. Die könne allein mit Wind- und Sonnenenergie nicht geleistet werden, denn diese seien nicht grundlastfähig – im Gegensatz zu Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken, wobei Neumann einschränkte: „Die drei Atomkraftwerke, die jetzt abgeschaltet wurden, retten uns nicht.“
Wasserstoff kann ab 2025 die Lösung sein
Als Energiequelle der Zukunft sieht Neumann Wasserstoff. Ab dem Jahr 2035 werde es möglich sein, industrielle Prozesse, LKW-Güterverkehr und auch Heizungen mit Wasserstoff zu betreiben, „aber früher funktioniert das nicht“, so Neumann. Bis 2045 werde es durch die Steigerung der E-Mobilität und Nutzung der Wärmepumpentechnik eine Verdoppelung des Strombedarfs geben. „Das wird nur mit Wasserstoff funktionieren.“ Die vorhandenen Gasnetze könnten auch für Wasserstoff genutzt werden. Technisch sei das mit der aktuellen Umstellung von L- auf H-Gas vergleichbar. Doch auch dafür müssten die regulatorischen Voraussetzungen angepasst werden.
„Es geht um das Notwendige, das machbar werden muss“, schloss Volker Neumann seinen informativen Vortrag, der allerdings die Frage des Abends unbeantwortet ließ: Wie heize ich morgen meine Wohnung?
Müller und Schwarzkopf kommen am 2. Juni nach Herscheid
Am Freitag, 2. Juni, um 18 Uhr kommen der CDU-Bundestagsabgeordnete Florian Müller und der CDU-Landtagsabgeordnete Ralf Schwarzkopf zum Gespräch nach Herscheid. „Wir werden das Thema mit ihnen weiter diskutieren“, versprach Thomas Hartung.










