Um 20.05 Uhr ertönte am Freitagabend der erlösende hundertfache Jubelschrei aus den Kehlen der Schützen und deren Familienangehörigen. Mit dem 642. Schuss eroberte sich Johann Schauerte die Würde als neuer Jungschützenkönig der Plettenberger Schützengesellschaft. Seine Königin wurde Luisa Hansmann.
Wer jetzt denkt, Moment, diese Namen kenne ich doch, täuscht sich nicht. In umgekehrter Konstellation sind die Elternteile Nina Schauerte und Patrick Hansmann noch amtierende Majestäten. So bot sich den Schützen ein glückliches familiäres Bild auf der Hallenbühne dar.
So richtig zäh erwies sich dieser Vogel. Der untere Vogelrumpf wackelte und winkte im Rhythmus der Schüsse. Fadenscheinig hing die Trophäe im Kugelfang und doch gab der Vogel aus Gips nicht nach. Als sich der untere Teil nach einem Treffer löste und zu Boden fiel, schien der König schon festzustehen, doch nein, der Kopf verhakte sich an der Aufhängung und der spannende Wettkampf setzte sich fort. Nach einigen gezielten Schüssen musste der verbliebene Vogelrest dann schließlich doch weichen und einem riesigen Jubel den Weg frei machen.
Wie lange es noch dauerte, bis der Gipsvogel fiel, zeigt schon die Anzahl der abgegebenen Schüsse auf die Insignien. Als letzte Insignie fiel durch Tom Heisler der linke Flügel mit dem 310. Schuss. 331 weitere Schüsse überlebte der resistente Gipsvogel noch.
Als erstes erlegte Tim Kühnel mit dem 9. Schuss die Krone. Das Zepter holte sich Max Großheim mit dem 43. Schuss. Ruben Grüber war erfolgreich mit dem 87. Schuss und dem Apfel. Vincenz Vieregge holte sich mit dem 156. Schuss den rechten Flügel. So lange hatte sich bislang noch kein Jungschützenvogelschießen hingezogen. Auf einer großen Leinwand konnten die Zuschauer in der Halle das spannende Geschehen auf der Bühne mitverfolgen.
Vor dem Vogelschießen drehte sich vor der Schützenhalle vor allem wieder alles um die Kinder. Am Nachmittag formierten sich die Kinder zur Huldigung der Königin zu einem kleinen Festzug durch die Innenstadt, bevor sie vor dem Seiteneingang der Schützenhalle von Königin Nina Schauerte und ihren Hofdamen empfangen wurden, die Zuckerbrezeln verteilten.
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Danach verlagerte sich das Geschehen in die Halle, wo die Kinderschützen auf ihren eigenen Vogel schossen. Zur Unterhaltung spielte der Spielmannszug des Schützenvereins St. Hubertus Biekhofen.
Nahtlos übernahm dann DJ Marc Kiss das Kommando. Die Schützenparty am Freitagabend ist ein beliebter Programmpunkt des Schützenfestes geworden. Vor allem die junge Generation feierte und tanzte zu den Rhythmen von aktueller Schlager- und Popmusik.
Am Samstag geht es weiter mit der Gedenkfeier am Ehrenmal im Böhler Park (14 Uhr). Anschließend marschieren die Schützen hinauf zum Schießstand am Kohlbuschberg. Der neue Schützenkönig wird am Abend am Alten Markt präsentiert. Dann steigt in der Schützenhalle der Kommers mit der Band „Törn on!“.








