Ziemlich genau drei Jahre nach einem schweren Unfall in der Jeutmecker Kurve an der K8 ist in Plettenberg-Selscheid ein neuer Mobilfunkmast in Betrieb genommen worden. Der Unfall hatte damals ein Problem deutlich gemacht: Die verletzte Autofahrerin musste mehrere hundert Meter laufen, um überhaupt einen Notruf absetzen zu können. Nun soll der neue Standort diesen „blinden Fleck“ im Mobilfunknetz schließen.
Der 60 Meter hohe Sendemast wird gemeinsam von der Deutschen Telekom, o2 Telefónica und Vodafone genutzt und soll die bislang bestehende Versorgungslücke im Mobilfunknetz schließen.
Zur offiziellen Inbetriebnahme kamen am Donnerstag unter anderem Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Mona Neubaur, Vertreter der bundeseigenen Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft (MIG), der beteiligten Mobilfunkunternehmen sowie des Infrastrukturbetreibers Phoenix Tower Germany zusammen.
Der neue Mobilfunkmast wurde mit Bundesmitteln gefördert und von Phoenix Tower Germany errichtet. Nach Angaben des Unternehmens dauerte die Umsetzung von der Genehmigung bis zur Übergabe an die Netzbetreiber rund zwölf Monate. Der Standort ist sowohl über Glasfaser als auch über Richtfunk angebunden und unterstützt die Mobilfunkstandards 4G und 5G.
Technisch anspruchsvoller Standort
Dass der Standort technisch anspruchsvoll war, erläuterte Raafat Dabboura, Geschäftsführer von Phoenix Tower Germany. „Dies ist ein durch die Topografie herausfordernder Standort. Wir haben den Mast gegenüber der ersten Planung noch einmal erhöht auf 60 Meter, um eine größere Reichweite zu erreichen.“ Ziel sei es, die Versorgung in der Region schrittweise weiter auszubauen. „Die weiteren Planungen sehen vor, dass die Fläche entlang der Kreisstraße 8 durch weitere Masten komplett mit Mobilfunk versorgt wird“, so Dabboura.
Plettenbergs Bürgermeister Ralf Beßler begrüßte die Inbetriebnahme des neuen Standorts. „Flächendeckender Mobilfunk ist kein Luxus mehr, sondern gehört zur Grundversorgung. Es ist gut, dass diese Lücke geschlossen worden ist. Das ist wichtig für die Bürger und die Unternehmen“, sagte er.
NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur bezeichnete den neuen Mast als wichtigen Schritt für die digitale Infrastruktur im Märkischen Kreis. Die Menschen vor Ort würden nun gleichzeitig von drei Netzbetreibern versorgt. Vertreter von Telekom, Telefónica und Vodafone betonten zudem die Bedeutung leistungsfähiger Mobilfunknetze für die wirtschaftliche Entwicklung und die digitale Teilhabe im ländlichen Raum.
Beispiel für erfolgreiche Zusammenarbeit
Die Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft (MIG) des Bundes sieht in dem Projekt ein Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit von Bund, Land, Kreisverwaltung und Telekommunikationsunternehmen. MIG-Geschäftsführer Ernst Ferdinand Wilmsmann hob insbesondere die Unterstützung des Märkischen Kreises und des Mobilfunkkoordinators Matthias Pohl hervor.
Phoenix Tower Germany betreibt den neuen Mast. Das Unternehmen ist auf den Bau und Betrieb von Mobilfunkstandorten spezialisiert und konzentriert sich nach eigenen Angaben besonders auf den Ausbau der Infrastruktur im ländlichen Raum.
Mit der Inbetriebnahme des Standorts soll die Netzabdeckung in Selscheid und den umliegenden Bereichen deutlich verbessert werden. Das Projekt gilt als eines der Beispiele für den staatlich geförderten Ausbau der Mobilfunkversorgung in bislang unterversorgten Regionen.









