Dietmar Müller ist in Plettenberg aufgewachsen und hat 40 Jahre erfolgreich für ein Unternehmen in der Vier-Täler-Stadt gearbeitet. Mit 66 Jahren ist er in den Ruhestand gegangen. Schnell tauchte die Frage auf: „Was jetzt?“ Sie war ebenso schnell beantwortet. Seit drei Jahren fährt er für den Begleitdienst „Wohl zu Hause“ der Freiwilligenzentrale des Diakonischen Werkes. Jetzt funkt der Begleitdienst SOS. Er braucht Verstärkung.
Es fehlen Fahrerinnen und Fahrer. Krankheit, die Urlaubszeit, das Alter: All das verursacht Lücken in der Wochenplanung von Anne Jahn, die den Begleitdienst der Freiwilligenzentrale des Diakonischen Werkes koordiniert. Manchmal klemmt sie sich selbst hinter das Lenkrad.
"Der Caddy ist mein Lieblingsauto"
„Der Caddy ist mein Lieblingsauto“, sagt Dietmar Müller, der seit 14 Jahren beim P-Weg als Power Walker an den Start geht und eifrig trainiert. An zwei Tagen in der Woche setzt sich Dietmar Müller aber in „seinen“ Caddy, fährt ältere Menschen zum Arzt, unterstützt sie bei Behördengängen oder beim Einkauf. Als Ehrenamtler gehört er zum Team der Fahrerinnen und Fahrer, die es mit ihrem Einsatz 60 Älteren ermöglichen, weitgehend selbstständig in ihren eigenen Wänden zu leben. Dazu zählt beispielsweise ein Mann, der inzwischen 102 Jahre alt ist und noch immer seine Mahlzeiten selbst zubereitet. Oder einer seiner ehemaligen Lehrer. „Früher war er für mich eine Respektsperson. Heute nehme ich ihn an den Arm und begleite ihn bei seinen Besorgungen“. So spielt das Leben.
Dietmar Müller spürt die Dankbarkeit
Dietmar Müller spürt die Verantwortung, die er für die Kunden von „Wohl zu Hause“ hat und es ist für ihn ein gutes Gefühl. „Ich habe in meinem Leben viel Glück gehabt“, sagt er. „Davon möchte ich jetzt etwas zurückgeben.“ So sammelt Dietmar Müller Punkte auf einem imaginären Konto. „Wer weiß, wozu es mal gut ist?“, sagt er. Und meist bekommt er auch etwas zurück. Damit meint der Fahrer nicht das kleine Trinkgeld, das ihm der ein oder andere zusteckt. „Es ist die Dankbarkeit, die die Kunden zeigen. Das zu spüren, ist ein gutes Gefühl.“
Unkomplizierter Einstieg
Sein Einstieg beim ehrenamtlichen Begleitdienst war denkbar unkompliziert. Dietmar Müller reagierte auf einen Aufruf von „Wohl zu Hause“, mit dem Fahrer gesucht wurden. „Ich habe mich donnerstags vorgestellt. Wenig später erhielt ich einen Anruf, ob ich am Montag schon fahren könnte“, erinnert er sich.
Der Anruf kam von „Wohl zu Hause“-Koordinatorin Anne Jahn. Dietmar Müller sprang sofort ein und konnte fahren. Er schätzt die unkomplizierten Absprachen mit Anne Jahn, die bei der Wochenplanung auf die Wünsche der Fahrerinnen und Fahrer Rücksicht nimmt. „Das ist der Vorteil, wenn man freiwillig einen Dienst übernimmt“, sagt Dietmar Müller.
Er fände es gut, wenn andere seinem Beispiel folgen würden. Gerade in einer Zeit, in der es an Fahrerinnen und Fahrern fehlt. Wer den Begleitdienst unterstützen möchte, kann sich an Anne Jahn, Telefon 0151 15455034, E-Mail [email protected] wenden.









