Landrat Jan-Christoph Schaberick stellte am Mittwoch, 11. März, gemeinsam mit Vertretern der Polizei die Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2025 vor. Demnach ist die Zahl der Verkehrsunfälle im Ennepe-Ruhr-Kreis ist im vergangenen Jahr leicht gesunken: Insgesamt registrierte die Polizei 7131 Unfälle und damit 1,26 Prozent weniger als im Jahr zuvor
Zahl der Unfälle mit Personenschaden leicht gestiegen
Die Zahlen für das Jahr 2025 stellte Landrat Jan-Christoph Schaberick gemeinsam mit Vertretern der Polizei im Zentralgebäude der Polizei in Ennepetal vor. Unterstützt wurde er bei der Präsentation der Verkehrsunfallstatistik von dem stellvertretenden Abteilungsleiter Dominik Helms sowie von Verkehrsdirektor Klaus Vietor.
Während die Gesamtzahl der Unfälle leicht zurückging, ist die Zahl der Unfälle mit Verletzten geringfügig gestiegen. 571 Verkehrsunfälle mit Personenschaden wurden registriert — drei mehr als im Jahr zuvor. Dabei kamen acht Menschen ums Leben (Vorjahr: sechs).
Insgesamt sind im vergangenen Jahr 718 Menschen im Straßenverkehr verunglückt, neun mehr als im Jahr 2024. Als Verunglückte gelten alle Personen, die bei einem Verkehrsunfall einen Körperschaden erlitten haben. Ein deutlicher Rückgang zeigt sich hier bei der Zahl verunglückter Kinder, die von 81 auf 57 Fälle sank. Dagegen wurden deutlich mehr junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 24 Jahren verletzt: Die Zahl stieg von 85 auf 110, was einem Anstieg von 29,41 Prozent entspricht.
Die Zahl der verunglückten Seniorinnen und Senioren hingegen sank im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr von 113 auf 109 (-3,5 Prozent).
Mehr verunglückte Radfahrer
Auffällig ist die Entwicklung bei Radfahrern und Pedelec-Nutzern. Ihre Zahl unter den Verunglückten stieg von 127 auf 143. Nach Einschätzung der Polizei hängt dies unter anderem mit dem zunehmenden Fahrradtourismus und der topografischen Lage im nördlichen Kreisgebiet entlang der Ruhr zusammen. Die Zahl der verletzten Fußgänger sank dagegen von 98 auf 86.
Weniger Motorradunfälle
Ebenso ging die Zahl Unfälle mit motorisierten Zweirädern leicht um 2,83 Prozent zurück. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 103 Zweiradunfälle verzeichnet, drei weniger als 2024.
„Die Straßen des Kreisgebietes sind besonders für motorisierte Zweiradfahrer und -fahrerinnen sehr interessant, was auch an der Verteilung der Unfälle über das gesamte Kreisgebiet hinweg erkennbar ist“, machte Verkehrsdirektor Klaus Vietor deutlich. Dabei sei nicht nur eine überhöhte beziehungsweise nicht angepasste Geschwindigkeit als Ursache hervorzuheben, sondern ebenso häufig ein zu geringer Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug Unfallursache. Ein Schwerpunkt lasse sich daher nicht ausmachen.

Die häufigsten Unfallursachen
Zu den häufigsten Unfallursachen im Straßenverkehr zählen weiterhin Fehler beim Abbiegen oder Wenden, Vorfahrtsverstöße sowie überhöhte Geschwindigkeit.
Allein beim Abbiegen oder Wenden wurden im vergangenen Jahr 417 Unfälle registriert. Vorfahrtsverstöße führten zu 292, zu hohe Geschwindigkeit zu 171 Unfällen. Auch Alkohol- oder Drogenkonsum (112 Fälle), falsches Verhalten gegenüber Fußgängern (54 Fälle) und riskante Überholmanöver (34 Fälle) zählen weiterhin zu den Hauptursachen.
Kreisweit niedrige Unfallwahrscheinlichkeit
Trotz einzelner Anstiege in bestimmten Bereichen bewertet die Polizei die Verkehrssicherheitslage insgesamt als gut. „Die Gefahr, Opfer eines Verkehrsunfalls zu werden, ist im Ennepe-Ruhr-Kreis weiterhin sehr gering“, betonte der stellvertretende Abteilungsleiter Dominik Helms bei der Vorstellung der Statistik.
Mit einer sogenannten Unfallhäufigkeitszahl von 257 — also der Zahl der Unfälle im Verhältnis zur Einwohnerzahl — liegt der Kreis landesweit auf Rang drei. Auch bei der Verunglücktenhäufigkeitszahl erreicht der Kreis mit Rang vier einen Spitzenplatz in Nordrhein-Westfalen. Besonders erfolgreich zeigt sich die Polizei des Ennepe-Ruhr-Kreises bei der Aufklärung von Unfallfluchten mit Personenschaden: Mit einer Quote von über 77 Prozent liegt die Kreispolizeibehörde im Landesvergleich auf Platz eins.
Polizei setzt weiter auf Kontrollen und Prävention
Für die kommenden Jahre will die Polizei weiterhin auf eine Kombination aus Kontrollen, Technik und Präventionsarbeit setzen. Dazu zählen verstärkte Geschwindigkeitsüberwachung, direktionsübergreifende Sondereinsätze sowie Kontrollen im gewerblichen Personen- und Güterverkehr. „Unser Ziel ist es, die Zahl der Verkehrsunfälle weiter auf niedrigem Niveau zu halten oder möglichst weiter zu senken“, erklärte Vietor.
Neben Kontrollen spiele auch die Präventionsarbeit eine wichtige Rolle. Mehr als 400 Veranstaltungen zur Verkehrssicherheit habe es im vergangenen Jahr gegeben. Die Polizei appelliert gemeinsam mit Landrat Jan-Christoph Schaberick zudem an alle Verkehrsteilnehmer, durch umsichtiges Verhalten zur Sicherheit beizutragen. Letztlich gelte für alle Beteiligten ein gemeinsames Ziel: „Jeder will gesund nach Hause kommen.“
Die komplette Verkehrsunfallstatistik der Kreispolizeibehörde des Ennepe-Ruhr-Kreises können Interessierte hier nachlesen.









