Die Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG) ändert zum 2. September ihren Fahrplan. Im Mittelpunkt stehe dabei der Leitgedanke „Mobilität nach Maß“, so die MVG: "Dahinter steht die Überzeugung, dass ein gutes ÖPNV-Angebot nicht allein daran gemessen werden kann, wie viele Busse unterwegs sind."
Fahrgastzahlen ausgewertet
Ein konkretes Beispiel für die Anpassung sei der geänderte Unterrichtsbeginn an den Werdohler Schulen, erklärt die Verkehrsgesellschaft. Die Fahrzeiten der dafür relevanten Busverbindungen wurden entsprechend angepasst. Davon sind insbesondere Fahrten der Linien 36, 61, 62, 63, 64, 65, 260, 261 und 274 betroffen.
Nach der Auswertung von Fahrgastzählsystemen in den Fahrzeugen sowie der Rückführung verschiedener Verbindungen auf den im gültigen Nahverkehrsplan geforderten Standard ergeben sich so weitere Änderungen an Fahrzeiten, Taktungen und Linienwegen.
S3 fällt weg, Linien 1 und 9 ändern ihren Verlauf
Deutliche Veränderungen gibt es im Raum Iserlohn und Hagen. Die Linie S3 entfällt komplett. Als Alternativen nennt die MVG die weitgehend parallel verlaufenden Linien 1, 13 und 22.
Die Linie 1 fährt künftig nur noch zwischen Iserlohn-Letmathe, Alter Markt, und nicht mehr bis Hohenlimburg Bahnhof. Den Abschnitt zwischen Letmathe und Hohenlimburg übernimmt die Linie 9 über die Hagener Straße. Zwischen etwa 8 und 13 Uhr fährt die Linie 1 künftig im 30-Minuten-Takt. Zwischen Letmathe Mitte und Hohenlimburg können Fahrgäste zwischen den Linien 1 und 9 wechseln.
Auch die Linie 9 erhält einen neuen Linienweg und fährt künftig über die Hagener Straße. Der Hagener Ortsteil Oege wechselt zur neuen Linie 19. Der Iserlohner Ortsteil Auf der Insel bleibt an die Linie 9 angebunden.
Weniger Rufbusfahrten
Bei mehreren Linien entfällt die bisher notwendige Vorbestellung für Anruf-Linien-Fahrten (ALF). Auf der Linie 5 gibt es künftig keine ALF-Fahrten mehr. Die entsprechenden Verbindungen zwischen Iserlohn, Stübbeken, und Schwerte, Ergste Kirchstraße, bleiben im Schulverkehr bestehen.
Auch bei den Linien 46 und 58 ändern sich die Angebote. Die Linie 46 fährt sonntags nicht mehr. Das Familienbad Nattenberg erreicht die Linie 58 künftig im 120-Minuten-Takt. Am Samstagnachmittag und sonntags müssen Fahrgäste für die entsprechenden Fahrten der Linie 58 keine ALF mehr vorbestellen.
Das gilt ebenfalls für die Linie 70 am Samstagnachmittag und sonntags. Zwischen Plettenberg, Am Untertor, und Lettmecke bleibt der 60-Minuten-Takt durch die Linien 70 und 73 bestehen. Ab Lettmecke fährt die Linie 70 künftig im 120-Minuten-Takt nach Attendorn, die Linie 73 im gleichen Takt nach Wiesenthal.
Weitere Änderungen
Die Linie 29 erhält im Rahmen des Projekts BLiNKplus neue Spätfahrten zwischen Menden, Fröndenberg und OBO Bettermann. Die Linie 87 fährt sonntags künftig im 120-Minuten-Takt.
Das ALF-Angebot der Linie 90 entfällt vollständig. Die Schulfahrten der regulären Linie 90 bleiben mit teilweise verändertem Fahrplan bestehen. Auch die bisherige ALF-Fahrt um 8.30 Uhr ab Paseler Bürgerhaus und die Rückfahrt um 10.45 Uhr ab Einkaufszentrum fahren künftig als reguläre Linien.
Neue Namen und Haltestellen
Zum Fahrplanwechsel ändern sich zudem einige Haltestellennamen. Aus „Plettenberg, Holbeinstr.“ wird „Plettenberg, Ziehwerk Plettenberg“, aus „Hagen, Lennebad“ wird „Hagen, Lennepark“.
Neu eingerichtet werden im Schulverkehr die Haltestellen „Kierspe, Im Herd“ und „Kierspe, Lingese“. In Plettenberg kommt für die Linien 70 und 73 die Haltestelle „Plettenberg, Lindengraben“ hinzu. Sie verkürzt den Fußweg zum medizinischen Versorgungszentrum.
MVG begründet Änderungen mit Einsparungen
MVG-Geschäftsführer Stefan Janning sieht in den Anpassungen einen Beitrag zu den notwendigen Einsparungen bei den ÖPNV-Kosten. Das Unternehmen habe Fahrgastzahlen und Alternativen zu den einzelnen Verbindungen geprüft.
Auch Landrat Ralf Schwarzkopf verweist auf die inzwischen verfügbaren Fahrgastdaten. Diese ermöglichten es, das Angebot stärker an der tatsächlichen Nachfrage auszurichten.
Wegen des Umfangs der Änderungen kann sich der Austausch der Aushangfahrpläne an den Haltestellen verzögern. Die neuen Fahrpläne sind bereits in der „Meine MVG“-App und den elektronischen Fahrplanauskünften berücksichtigt. Eine vollständige Übersicht stellt die MVG auf ihrer Website im Bereich „Fahrpläne“ bereit.










