Nach mehr als drei Jahrzehnten endet in Breckerfeld eine Ära: Zum 1. April übergibt Norbert Lohoff sein Ehrenamt als verantwortlicher Brandschutztechniker der Stadt an seinen Nachfolger Dirk Neuhaus.
"Kommunikation statt Konfrontation"
Bürgermeister André Dahlhaus würdigte die Bedeutung der Aufgabe des Brandschutztechnikers: „Die Position ist eine extrem wichtige für den Brandschutz der Stadt Breckerfeld.“ Während in größeren Kommunen der vorbeugende Brandschutz meist bei eigenen Behörden angesiedelt sei, habe Lohoff diese Arbeit über Jahrzehnte ehrenamtlich ausgeübt: „Und war dabei nah an den Gewerbetreibenden und Vereinen in unserer Stadt, er hat immer auf Kommunikation statt Konfrontation gesetzt“, betonte Dahlhaus.
Fachwissen und Erfahrung für die Zukunft
Mit Dirk Neuhaus übernimmt nun ebenfalls ein erfahrener Fachmann — ebenfalls ehrenamtlich. Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit bei der Berufsfeuerwehr Ennepetal, wo er seit 2015 in der Abteilung „Vorbeugender Brandschutz“ arbeitet, gehört er seit 36 Jahren auch der Freiwilligen Feuerwehr Breckerfeld an. „Ich habe ja eh beruflich mit vorbeugendem Brandschutz zu tun, da lag es nahe, dass ich in Norberts Fußstapfen trete“, sagt Brandoberinspektor Neuhaus.
Auch Wehrleiter Andreas Bleck sieht damit die Nachfolge gut geregelt: „Dirk Neuhaus bringt für dieses wichtige Amt die notwendige Fach- und Sachkenntnis mit.“
Anspruchsvolle Aufgabe hinter den Kulissen
Dass die Tätigkeit weit mehr umfasst als reine Feuerwehrpraxis, hebt sowohl Bleck als auch Lohoff hervor: „Der Lehrgang zum Brandschutztechniker hat es wirklich in sich.“ Denn neben feuerwehrtechnischem Wissen seien auch ingenieurtechnische Kenntnisse gefragt, etwa im Bereich des baulichen Brandschutzes. Während die viele, zumindest viele größere Städte entsprechende Stellen hauptamtlich besetzen, sei die Aufgabe in Breckerfeld traditionell ehrenamtlich organisiert.
Ehrenamt mit großer Verantwortung
Zum Aufgabenbereich des städtischen Brandschutztechnikers gehören unter anderem sogenannte Brandverhütungsschauen — alle drei Jahre in öffentlichen Gebäuden, in Zusammenarbeit mit der Bauaufsichtsbehörde, oder alle sechs Jahre in Gaststätten. Auch Veranstaltungen werden im Vorfeld geprüft. „Bei Festen wie der Kirmes oder Schützenfesten schauen wir uns zum Beispiel die Zelte an, prüfen, ob ausreichend Fluchtwege vorhanden sind, entscheiden über Pyrotechnik und kontrollieren allgemeine Brandschutzeinrichtungen“, erklärt Lohoff.
Die Verantwortung sei hoch: „Wenn etwas passiert, sind wir letztlich immer irgendwie mitverantwortlich“, sagt er und führt als tragisches Beispiel das schwere Brandunglück in einer Bar im schweizerischen Crans-Montana an — ausgelöst durch Sprühkerzen in Champagnerflaschen. 41 Menschen verloren dabei in der Silvesternacht 2025/26 ihr Leben, mehr als 100 wurden teils schwer verletzt.
Zwischen Vorschriften und Verständnis
In seiner langen Amtszeit erlebte Lohoff zahlreiche Herausforderungen — insbesondere dann, wenn sich gesetzliche Vorgaben änderten. „Wenn sich Brandschutzvorgaben ändern, passen diese aber nicht immer zu bestehenden Gebäuden oder gewachsenen Strukturen“, erklärt er. Nicht selten habe er dann erklären müssen, warum Anpassungen nötig sind: „Die Häuser stehen seit 30 Jahren, nie ist etwas passiert — solche Sätze hört man natürlich. Aber wir machen die Gesetze nicht, wir sind verpflichtet, deren Einhaltung zu überprüfen.“
Er betont ausdrücklich, dass es dabei aber stets einen konstruktiven Austausch mit den Betroffenen gegeben habe. Dirk Neuhaus sieht hier ebenfalls eine zentrale Aufgabe seines neuen Amtes: „Wir müssen nicht nur prüfen, sondern auch aufklären. Bei den meisten kommt die Einsicht, wenn man ihnen fundiert und nachvollziehbar erklärt, warum gewisse Maßnahmen einfach notwendig sind.“
„Feuerwehrmann Norbert“ bleibt aktiv
Rückblickend zieht Lohoff ein durchweg positives Fazit seiner Tätigkeit: „Es war immer eine gute Zusammenarbeit mit den Gewerbetreibenden und Vereinen. Man kennt sich hier im Ort — das schafft Vertrauen.“ Und: Ganz verabschiedet er sich auch nicht.
Besonders am Herzen lag und liegt ihm weiterhin die Brandschutzerziehung in Kitas und Schulen. Dort habe er sich aufgrund seiner anschaulichen und kindgerechten Erklärungen längst als "Feuerwehrmann Norbert" einen Namen gemacht, berichtet der Bürgermeister. „Auch die Betreuungskräfte haben uns stets rückgemeldet, dass sie von seinen Schulungen zu vorbeugenden Maßnahmen profitiert hätten", berichtet der Bürgermeister. Und diesen Part wird Norbert Lohoff auch weiterhin in der Stadt Breckerfeld übernehmen.
Ansprechpartner in Sachen Brandschutz
Norbert Lohoff bleibt auch nach dem 1. April Ansprechpartner für Brandschutzerziehung und -aufklärung. Erreichbar ist er unter der Telefonnummer 0151/52361974.
Dirk Neuhaus ist künftig für den vorbeugenden Brandschutz und Brandverhütungsschauen in Breckerfeld zuständig. Er ist unter der Telefonnummer 0151/62505748 erreichbar.











