Wagemeyer wählt in seinem Schreiben an den Landesbetrieb mitunter drastische Worte: „Für die Menschen hier vor Ort ist der Tunnel längst Sinnbild für marode Infrastruktur und – ich muss es so deutlich sagen – Staatsversagen.“
Seit mehr als neun Jahren ist eine Röhre des etwa 400 Meter langen Bauwerks gesperrt, die andere nur in eine Richtung befahrbar. Bei den im Jahre 2018 begonnenen Sanierungsarbeiten kommt es immer wieder zu Verzögerungen. Aktuell gibt es nicht einmal einen Zeitplan, wann die Sanierung der gesperrten Röhre abgeschlossen sein soll und es auf der anderen Seite weitergeht.
Laut Wagemeyer untragbare Zustände, zumal der Tunnel zu einer der Hauptverkehrsadern in Lüdenscheid zähle. „Dieses Thema erregt nun seit Jahren die Gemüter der Menschen meiner Heimatstadt – und dies zurecht“, heißt es weiter im Schreiben des Bürgermeisters. Er sei „es wirklich leid“, täglich auf dieses Thema angesprochen zu werden und keine Antworten auf den aktuellen Sachstand geben zu können.
Weil ihm der gute und konstruktive Umgang miteinander wichtig sei, habe er sich bislang öffentlich stets in Zurückhaltung geübt. Damit werde aber Schluss sein, „sofern ich nicht wirklich zeitnah dezidierte und detaillierte Informationen über den Fortgang und die Fertigstellung der Sanierungsarbeiten erhalte“.
Konkret heißt das: Bis zum Ende der Sommerferien, also in der 31. Kalenderwoche (31. Juli bis 4. August), will das Stadtoberhaupt einen konkreten Zeitplan sehen. Darüber hinaus soll Straßen.NRW Wagemeyer persönlich alle vier Wochen „persönlich über den Stand der Arbeiten“ informieren.
Der Brief ist an Dr. Petra Beckefeld, technische Direktorin von Straßen.NRW, und ihren Kollegen Ludger Siebert adressiert, der die für Lüdenscheid zuständige Regionalniederlassung Südwestfalen leitet. Eine Kopie des Schreibens hat Wagemeyer außerdem dem nordrhein-westfälischen Verkehrsminister Oliver Krischer zukommen lassen.
Dass es bei aller Kritik rund um den Rathaus-Tunnel auch anders geht, erwähnt der Bürgermeister ebenfalls: Wagemeyer bedankt sich in seinem Brief bei Straßen.NRW ausdrücklich und im Namen aller Bürger „für die gute, pragmatische und zielführende Zusammenarbeit im Rahmen aller anfallenden Arbeiten rund um die Sperrung der Rahmedetal-Brücke“.










