Zwischen Bauprojekten, Schreibmaschinen und Digitalisierung: Oliver Emmerichs, Fachbereichsleiter für Bauen und Wohnen, war 41 Jahre für die Gemeinde Schalksmühle tätig. Gemeinsam mit LokalDirekt hat er auf seine lange Dienstzeit zurückgeschaut.
Zum Jahresende 2025 war Schluss, seinen letzten Arbeitstag hatte Oliver Emmerichs kurz vor Weihnachten. Dies zeigte sich auch beim Betreten seines Büros: Die Wände bereits kahl, der Tisch geräumt, Akten sortiert. Kurzum: Alle Zeichen standen schon auf Abschied.
Auf seine Zeit bei der Gemeinde blickt er nicht ohne Stolz, aber vor allem, wie er betont, "dankbar" zurück. Seinen ersten Arbeitstag hatte er am 1. September 1984. Zunächst besuchte Emmerichs drei Jahre lang die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, ehe er, nach Abschluss seines Studiums zum Diplom-Verwaltungswirt, im Jahr 1987 ins Bauamt wechselte. "Dort bin ich dann geblieben", erklärt er schmunzelnd. Seit 2014 war er, bis zu seinem Renteneintritt, als Fachbereichsleiter tätig.
Zurückschauen kann Emmerichs auf zahlreiche Projekte. Spontan fällt ihm zuerst die Neugestaltung des Ortskerns entlang der Bahnhofstraße in den 90er Jahren ein — eine Zeit, an die er sich gerne erinnert und von deren Ergebnis die Gemeinde seines Erachtens "noch heute profitiert."
Als sein persönlich erfolgreichstes Projekt bezeichnet er den Volme- und Freizeitpark: "An der Stelle befand sich früher ein völlig verschlammter Teich auf einem komplett verwahrlosten Gelände." Die Umgestaltung, für die Emmerichs verantwortlich war, habe sich mehr als gelohnt: "Das ganze Projekt war ein riesiger Erfolg, der Park wird bis heute von allen Altersklassen hervorragend angenommen." Federführend verantwortlich war Emmerichs außerdem für die Umgestaltung des Rathausplatzes, den Schnurrenplatz und die Regionale 2013.
"Die Primusschule war eine gute und richtige Entscheidung"
Begleitet hat Oliver Emmerichs auch den gesamten Prozess rund um die Gründung der Primusschule. Die Gründung der Schule, die mittlerweile aus der Erprobungsphase raus und somit nun dauerhaft der Volmegemeinde als Bildungseinrichtung erhalten bleibt, hält Emmerichs auch "rückblickend für eine gute Entscheidung — andernfalls hätten wir womöglich heutzutage gar keine weiterführende Schule mehr in Schalksmühle." Schade findet er hingegen, dass sowohl die ehemalige Realschule als auch die alte Grundschule an der Klagebach leer stehen. "Für die Grundschule stand eine ganze Weile die Idee im Raum, dort ein Hospiz für Kinder und Jugendliche zu errichten, diese wurde jedoch schlussendlich verworfen. Ich hoffe, dass sich für beide Gebäude Lösungen finden lassen."
"Ich habe viele Krisen und Überraschungen erlebt"
Laut Emmerichs war seine Dienstzeit aber nicht nur von Erfolgen geprägt: "Ich habe auch manche Krisen miterlebt, angefangen mit der Finanzkrise im Jahr 2010, von der die Gemeinde sich glücklicherweise schnell erholt hat. Anschließend haben wir eine weltweite Pandemie und kurz darauf einen Hackerangriff überstanden." Gerade der besagte Angriff auf die Südwestfalen IT, bei dem in der Nacht auf den 30. Oktober 2023 Daten von Hackern verschlüsselt und unbrauchbar gemacht wurden, habe ihm gezeigt, wie "abhängig wir alle mittlerweile von der Technik sind."
Am heutigen Berufsleben stört Emmerich vor allem der Anspruch, jederzeit verfügbar zu sein — diese Tatsache findet er "teilweise befremdlich." Dennoch zeigt er sich stolz darüber, dass einige Fachbereiche der Gemeindeverwaltung schon vollständig digitalisiert sind und papierlos arbeiten.
"Ich habe jetzt mehr Zeit, um meinen Leidenschaften nachzugehen"
41 Jahre hat Oliver Emmerichs für die Gemeinde Schalksmühle gearbeitet. "Als ich anfing, saßen wir noch an Schreibmaschinen, die Telefone hatten Wählscheiben und es durfte sogar in den Büros noch geraucht werden", erzählt er amüsiert. Aber was steht nun, nach seinem Eintritt in den Ruhestand, auf seinem Plan?
"Ich freue mich, mehr Zeit für meine Hobbys zu haben", erklärt er und deutet auf eines der wenigen Fotos, die noch an den Wänden seines Büros hängen. Dies zeigt ihn bei einem Gleitschirmsprung — seinem liebsten Hobby. "Ich freue mich schon sehr auf die nächsten Flüge — egal, ob von Altena, der Nordhelle, Werdohl, der Mosel oder Tirol aus." Angst vor einem Absturz hat Emmerichs nicht, das Gleitschirmfliegen sei "statistisch betrachtet sicherer als Motorradfahren."
Außerdem möchte Emmerichs mehr reisen: "Meine Frau und ich sind gerne und viel mit dem Wohnmobil unterwegs. Meist im deutschsprachigen Raum. Unser Ziel ist es jedoch, den Radius noch weiter zu vergrößern und auch mal länger von daheim fort zu sein."
Der Volmegemeinde bleibt er erhalten, ein Umzug kommt für ihn nicht in Betracht. Und: "Wir bleiben nicht nur hier wohnen, sondern ich werde auch weiterhin mit der Verwaltung in Kontakt bleiben. Noch dazu haben wir uns gerade ein neues Kultur-Abo für die 8Giebel gekauft."
Die Nachfolge von Oliver Emmerichs hat zum 1. Januar Alexander Gundlach angetreten.
Die offizielle Verabschiedung von Oliver Emmerichs fand am 18. Dezember statt.








