Der Ukraine-Krieg hat auch eine humanitäre Katastrophe ausgelöst: Im Land leiden die Menschen und viele ergreifen auch ein halbes Jahr nach Beginn der Auseinandersetzungen die Flucht, um dem Elend zu entkommen. Viele Flüchtlinge haben den Weg nach Deutschland gewählt.
Für Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) eine Mammutaufgabe, die ohne Spenden und Ehrenämtler kaum zu bewältigen wäre. So zeigte sich DRK-Vorstandvorsitzender Pascal Hülle am Freitagmorgen in Lüdenscheid erfreut über die 10.000-Euro-Spende der Volksbank in Südwestfalen eG an den „DRK-Kreisverband Märkischer Kreis e.V.“.
„Da die tatsächliche Spende schon vor etwa drei Wochen eingegangen ist, konnten schon viele Dinge für die dringend benötigte Hilfe angeschafft werden“, stellt Pascal Hülle fest. Die hier ankommenden Flüchtlinge „bekommen Hygiene-Sets, Kleiderspenden und bei Einquartierung in private Wohnungen auch Erstausstattungen“, so Hülle weiter. Zudem habe man unterschiedliche Projekte ins Leben gerufen, wie etwa Sprachkurse und Lerngruppen. Auch Spielzeug für die Kinder sei angeschafft worden. In Iserlohn wurde auch ein Frühstück-Treff für Ukrainer – vornehmlich Mütter mit Kindern – eingerichtet. Das finde – laut Hülle -zweimal in der Woche statt und werde inzwischen von 50 bis 60 Personen wahrgenommen.
„Es gab auch Aktionen für Kinder, wie etwa von Iserlohn aus eine Fahrt ins Phantasialand, an der rund 100 Ukrainer teilgenommen haben. So wird die Hilfe des DRK über den gesamten Märkischen Kreis verteilt“, meint Hülle. „Was noch fehlt, sind Sprachmittler. Die werden immer gebraucht.“
Karl Michael Dommes ergänzt: „Die Volksbank ist gegründet worden, um Schwächeren zu helfen. Deshalb liegt es in unserer Seele begründet, Menschen zu unterstützen. So haben wir nicht nur im Märkischen Kreis 10 000 Euro gespendet, sondern auch die gleiche Summe im Siegerland. Die Hoffnung auf ein schnelles Ende des Ukraine-Konflikts stirbt mit jedem weiteren Tag ein Stück. So hoffen wir, dass wir mit unseren Spenden einen kleinen Beitrag der wichtigen Hilfe leisten.“
Und Pascal Hülle weiter: „Wo jetzt welches Geld genau eingesetzt wird, kann man nicht sagen. Alle Spenden landen in einem großen Topf und werden definitiv für die Direkthilfe benötigt. Denn auch die Kostensteigerung ist inzwischen deutlich spürbar. Der DRK arbeitet auch mit dem Internationalen Roten Kreuz zusammen, die auch vor Ort in der Ukraine aktiv sind und dort Verletzte und Verwundete abholen. Die Menschen, die hier ankommen, sind unglaublich dankbar für die Hilfe. Selbst wenn der Krieg morgen zu Ende wäre, wird es mindestens zehn Jahre dauern, bis die Infrastruktur wieder einigermaßen hergestellt sein wird.“
Ebenfalls enorm wichtig – nicht nur bei der Ukraine-Hilfe – sei das Ehrenamt: „Wir haben etwa nur mit ehrenamtlichen Mitarbeitern in Hemer innerhalb von sechs Stunden eine Notunterkunft aus dem Boden gestampft“, erzählt Hülle stolz. Doch leider habe sich Corona auch negativ auf das Ehrenamt ausgewirkt. Dennoch sei ein Großteil der Hilfe in der Ukraine-Krise nur durch ehrenamtliche Tätigkeiten möglich gewesen und habe auch für stärkeren Zusammenhalt innerhalb der Bevölkerung geführt, so Hülle abschließend.








