Die Volksbank in Südwestfalen meldet ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025. Das Kundengeschäftsvolumen stieg demnach um 4,5 Prozent auf 9,4 Milliarden Euro. Die Bilanzsumme wuchs ebenfalls auf rund 4,6 Milliarden Euro – ein Plus von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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Die Jahresberichte der heimischen Geldinstitute zeigen immer auch gesellschaftliche Entwicklungen und Trends auf – so auch die Bilanz 2025 der Volksbank in Südwestfalen. Die Vorstandsmitglieder Roland Krebs und Jens Brinkmann berichteten im Online-Pressegespräch unter anderem über Wachstum im Immobiliengeschäft sowie im Wertpapier- und Anlagegeschäft.

Die Vorstandsmitglieder Roland Krebs (links) und Jens Brinkmann blicken auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 der Volksbank in Südwestfalen zurück.
Foto: Volksbank in Südwestfalen

Bestandsimmobilien werden stark nachgefragt

Offenbar haben sich Interessenten ans Zinsniveau für Bauzinsen gewöhnt. Die neu vergebenen Immobilienkredite erreichten zum Bilanzstichtag ein Volumen von 250 Millionen Euro (plus sieben Prozent) bei circa 1400 Projekten, davon über 150 Neukunden, und lagen über den Erwartungen. Kunden fragten vorwiegend Finanzierungen für den Kauf und die Sanierung von Bestandsobjekten nach. Neubauvorhaben spielten kaum eine Rolle.

Die Volksbank-Tochter VR Immo Südwestfalen vermittelte zudem 148 Immobilienobjekte mit einem Vermittlungsvolumen von rund 32 Millionen Euro. Begehrt waren weiterhin vor allem Ein- und Zweifamilienhäuser.

Mutige können gute Geschäfte machen

Die Genossenschaftsbank hat auch im Wertpapier- und Anlagegeschäft zugelegt. Dank Zinsen, Dividenden und guter Kursentwicklungen an der Börse wuchsen die außerbilanziellen Kundeneinlagen um rund acht Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Der Bereich Private Banking der Volksbank in Südwestfalen verzeichnete 2025 ein dynamisches Wachstum der Bestände. Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen – geprägt durch Zollstreitigkeiten, geopolitische Spannungen, moderate Inflation und volatile Kapitalmärkte – stieg das betreute Vermögen um rund 24 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Die Bestände im Wertpapiergeschäft erhöhten sich um rund elf Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Besonders stark legten die Aktienbestände zu (plus 23 Prozent), da die Bank einen Großteil in europäische Titel investiert hat. Auch die Vermögensverwaltungen entwickelten sich mit einem Zuwachs von 24 Prozent sehr positiv. "Es zeigt sich, dass Mutige in diesen unruhigen Zeiten gute Geschäfte machen können", sagte Roland Krebs.

Unternehmen halten sich mit Investitionen zurück

Im Firmenkundenbereich blieben Investitionen, wie sie bei konjunktureller Belebung üblich sind, weitgehend aus, konstatierte Krebs. Die Volksbank begegnete dieser Situation unter anderem mit der Spezialisierung auf die Themen Heil- und Freie Berufe sowie Projekt- und Sonderfinanzierung und Landwirtschaft, die sich als sehr erfolgreich erwiesen hat. Kunden fragten verstärkt Finanzierungen für die energetische Sanierung von Fabrikationsgebäuden (ESG) sowie im Bereich Erneuerbare Energien (Windkraft) nach. "Unsere langfristige strategische Ausrichtung der Firmenkundenbank hat sich als richtig erwiesen. Die Volksbank erkennt und besetzt mit ihrer Spezialistenberatung Themenfelder, bevor andere dies tun", freute sich Krebs.

Die Stimmung in der heimischen Wirtschaft verbesserte sich leicht, wenn auch auf niedrigem Niveau. "Die Hoffnungen der Unternehmen ruhen seit Monaten auf der neuen Bundesregierung. Große Erwartungen bestehen hinsichtlich der Senkung der Strompreise – Stichwort Industriestrom – und des Abbaus von Bürokratie, etwa mit der Abschaffung des nationalen Lieferkettengesetzes. Vieles davon wird seit Monaten öffentlich diskutiert, konkrete Entscheidungen stehen aber noch aus", erklärte Roland Krebs.

Wachstumskurs wird fortgesetzt

Vor allem dank der Wachstumstreiber Immobiliengeschäft, Wertpapier- und Anlagegeschäft und Firmenkundenbank ist die Volksbank in Südwestfalen „rundum zufrieden“ mit dem Geschäftsjahr 2025, sagte Vorstandsmitglied Jens Brinkmann. Sie wies kräftige Zuwächse aus. So lag die Summe der Kundenkredite zum Bilanzstichtag bei 2,9 Milliarden Euro – ein Zuwachs von drei Prozent. Die Kundeneinlagen stiegen um sechs Prozent auf 3,2 Milliarden Euro.

Das Wachstum hat sich auch in der Gewinn- und Verlustrechnung positiv niedergeschlagen. Die Volksbank in Südwestfalen kann auch aus dieser Perspektive für 2025 über ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr berichten. Daran sollen auch die Eigentümer partizipieren: Der Vorstand schlägt den Gremien eine Dividende für das Geschäftsjahr 2025 in Höhe von vier Prozent vor.

Mitarbeiter sind Voraussetzung für Wachstum

Als Voraussetzung für das Wachstum der Bank nennt Brinkmann die Mitarbeiter, insgesamt 558 an der Zahl. Im vergangenen Jahr wurden 80 Mitarbeiter für ihre runden Betriebsjubiläen von zehn bis 45 Jahren und insgesamt 2340 Jahre Betriebszugehörigkeit geehrt. Zum 1. August 2025 haben elf neue Auszubildende ihren beruflichen Werdegang bei der Genossenschaftsbank begonnen. „Das Engagement unserer Mitarbeiter bei der Strategieentwicklung hat uns als Vorstand sehr beeindruckt. Es ist eine Aufbruchstimmung entstanden, die wir weiter fördern wollen“, erklärte Jens Brinkmann.

Engagement in der Region

Die Volksbank hat im vergangenen Jahr über 700.000 Euro für Spenden- und Sponsoringaktionen aufgewandt. Die Volksbank-Crowdfunding-Plattform feierte 2025 ihr zehnjähriges Bestehen. Gemeinnützige Vereine und Institutionen sammelten seit ihrer Einführung 2015 nach Angaben der Volksbank über eine Million Euro in der Region Südwestfalen.