Etwa 400 Bürger kamen zur ersten Bürgerveranstaltung am Donnerstagabend in die Schützenhalle. Bürgermeister Ralf Beßler berichtete ihnen, was in den ersten vier Monaten seiner Amtszeit passierte. Die komplette Verwaltungsspitze reihte sich auf der Bühne auf und stellte die jeweiligen Aufgabenfelder vor.
Beßler: "Das würde ich heute so nicht mehr sagen"
„Klartext“ hatte Bürgermeister Ralf Beßler angekündigt. Und den sprach er. Direkt mit einem Bekenntnis: „Vieles, was ich im Wahlkampf gesagt habe, würde ich heute nicht mehr wiederholen.“ In den vier Monaten seit seinem Amtsantritt im Rathaus, in dem er „sehr gut aufgenommen wurde“, hat er erkannt: „Wenn man im Rathaus ist, sieht es anders aus, als von außen.“ Er habe eine Verwaltung mit sehr fähigen Mitarbeitern angetroffen. Auch der Politik bescheinigte er eine sehr engagierte Arbeit.
Er selbst habe sich seit Amtsantritt „um zehn, elf Bürgeranliegen“ gekümmert. Beßler erneuerte sein Angebot, dass er direkt erreichbar sei, und ließ Visitenkarten mit seiner Mobilnummer verteilen. „Schreiben Sie mir. Wir kümmern uns sofort und Sie bekommen eine Rückmeldung. Wenn Ihr Anliegen nicht oder nicht sofort bearbeitet werden kann, sagen wir Ihnen, warum.“
Fachbereiche und Herausforderungen
Matthias Steinhoff (Interne Serviceleistungen/Ordnungsamt), Thorsten Spiegel (Ordnungsamt), Andrea Vollmer (Rechnungsprüfung), Jannik Brinkmann (Finanzen), Christoph Wilk (Jugend und Familie), Sebastian Jülich (Hoch- und Tiefbau) und Till Hoffmann (Stadtplanung/Bauordnung) stellten ihre Fachbereiche und deren besondere Herausforderungen vor. Dahinter steht das Bestreben, durch mehr Transparenz Verständnis bei den Bürgern für manche Wartezeit, zum Beispiel auf eine Baugenehmigung, oder für die Sicherheitskonzepte bei Veranstaltungen zu erreichen.
Stiftungen und Vermietung von Kreisverkehren
Vor dem Hintergrund der finanziellen Zwangslage, in der sich die Stadt Plettenberg befindet, rief Beßler die Bürger zu noch mehr Zusammenhalt auf. Mit unkonventionellen Ideen möchte er alternative Einnahmequellen für die Stadtgesellschaft erschließen. So sollen Stiftungen u. a. zur Unterstützung von Kindern und Tieren gegründet werden. Die zehn Kreisverkehre im Stadtgebiet sollen an Unternehmen vermietet werden, die sie gestalten können, aber auch für deren Pflege zuständig sind.
Eine Idee hat er auch für die Anschaffung von Blumenampeln für die Innenstadt. Eine Privatperson werde die Ampeln kaufen, sie würden von einem heimischen Blumengeschäft bepflanzt und von Gewerbetreibenden gepflegt.
Am 11. Juli wird ein Spendenlauf an der Christuskirche durchgeführt. Der Erlös soll den fehlenden Eigenanteil der evangelischen Kirchengemeinde für die Kirchensanierung decken. „Das soll ein richtiges Volksfest werden“, so Beßler.
Spendengala in "ganz großem Stil"
Eine weitere Veranstaltung kündigte er für den 21. November an. „Wir veranstalten eine Spendengala in ganz großem Stil, zu dem wir vor allem Unternehmer und besser Gestellte unserer Stadt einladen.“ 250 Euro soll die Eintrittskarte kosten. Während der Gala sollen Spenden eingesammelt werden, mit denen Vereine und Einrichtungen unterstützt werden, die ohne Zuschüsse nicht auskommen würden.
Im Bereich der Wirtschaftsförderung möchte der Bürgermeister im Mai oder Juni mit monatlichen Online-Gesprächen mit heimischen Unternehmen und damit einem regelmäßigen Austausch starten.
Für die Premiere der Bürgerveranstaltung wurde die Vortragsform gewählt. Die Bürger hatten im Anschluss Gelegenheit an verschiedenen Stationen in der Halle Gespräche mit den Verwaltungsmitarbeitern, aber auch Vertretern der Ratsfraktionen zu führen. „Beim nächsten Mal wird es mehr Gelegenheit zur Diskussion geben“, kündigte Beßler an. Die Bürgerveranstaltung soll zweimal pro Jahr stattfinden. Mit der Premiere waren die Anwesenden offenbar zufrieden, denn es gab mehrfach nach den einzelnen Vorträgen und am Ende Applaus.









