„Die Dreistigkeit der Menschen ärgert mich extrem“, erklärt Landwirtin Kirsten Piepenstock im Telefongespräch mit LokalDirekt. In der Nacht vom 22. auf den 23. März fuhren zwei unbekannte Personen an das Häuschen heran, um sich mit diversen Waren einzudecken: Unter anderem Joghurt, Nudeln, Walnussöl- und Mehl, führt Kirsten Piepenstock aus. Eine Bezahlung der Waren im Wert von rund 50 Euro blieb jedoch aus.
Weiterhin keine Molkerei als Abnehmer
Familie Piepenstock, die den Hof Huxhardt betreibt und dort rund 45 Milchkühe, Hühner, Esel, Mini-Schafe und drei Pensionspferde hält, steht weiterhin vor hohen Herausforderungen. Im Januar des vergangenen Jahres verursachte ein defekter Melkroboter einen Brand, dem die hofeigene Scheune zum Opfer fiel. Diese wurde mittlerweile – größtenteils in Eigenleistung der Familie – zwar wieder aufgebaut, aber trotzdem reißen die Probleme nicht ab. „Wir haben nach wie vor keine Molkerei, der wir unsere Milch verkaufen können“, erklärt Kirsten Piepenstock. Ein großer Teil der auf dem Hof produzierten Milch landet also nach wie vor „in der Tonne.“ „Die Bank steht hinter uns, würde uns eine Umfinanzierung anbieten. Jedoch steht und fällt alles mit dem Abschluss eines Vertrages mit einer Molkerei“, bekräftigt die Landwirtin.
„Irgendwann gehen einem die Kräfte aus“
Es war nicht das erste Mal, dass Lebensmittel aus dem Milchhäusel gestohlen wurden. Die Bezahlung läuft schon immer auf Vertrauensbasis, wie Kirsten Piepenstock erklärt, und die meisten Kunden seien dabei auch ehrlich.

Um sich vor den unrühmlichen Ausnahmen besser zu schützen – oder diese zumindest identifizieren zu können – möchte die Familie nun für mehr Überwachungstechnik sorgen: „Ich bekomme schon jetzt jedes Mal eine Push-Up-Nachricht auf mein Handy, wenn jemand das Milchhäusel betritt“, führt Kirsten Piepenstock aus. Nach dem jüngsten Vorfall möchte sie jetzt aber noch weitere Kameras installieren lassen. „Für uns wird die Luft sowieso schon immer dünner. Wenn einem dann noch die letzte Einnahmequelle geklaut wird, gehen einem wirklich irgendwann die Kräfte aus.“
„Reaktionen auf Facebook waren gigantisch“
Kirsten Piepenstock hat die Begebenheit auch in den sozialen Medien geteilt. Und war von den positiven Kommentaren sehr positiv überrascht: „Uns haben sehr rührende Nachrichten und auch Spenden über PayPal erreicht“, berichtet sie.
Das Milchhäusel bleibt geöffnet, und auch am Bezahlsystem soll sich laut der Landwirtin nichts ändern. Die Familie wolle sich nicht entmutigen lassen, wie sie betont: „Eigentlich ist das alles nur noch ein Grund mehr, um weiterzumachen.“