Die Iserlohn Roosters mussten sich nach einem guten Auswärtsspiel in Bayern dem EHC Red Bull München mit 4:0 geschlagen geben. Die Sauerländer hatten ihr letztes Auswärtsspiel in Wolfsburg knapp gewonnen, liegen aber mit nur sechs Punkten aus sieben Spielen und auf dem vorletzten Tabellenplatz deutlich hinter den Erwartungen zurück. Die Sauerländer wollten sich nicht zuletzt nach dem blamablen 2:8 gegen Berlin rehabilitieren. Was ihnen im Olympia-Eisstadion durchaus gelungen ist. Der amtierend deutsche Meister aus München hatte seine beiden letzten Heimspiele gewonnen.
Die Roosters, die auf Michael Dal Cole verzichten mussten, gingen vor 3.347 Zuschauern konzentriert in die Begegnung und ließen sich dieses Mal nicht vom Gegner überraschen. Kevin Reich, der den Vorzug von Andreas Jenike im Tor bekommen hatte, musste in der Startphase nur einmal bei einem schnellen Münchener Konter durch Benjamin Street sein ganzes Können beweisen. Mit zunehmender Spielzeit war er dann mehr gefordert. Zur Führung benötigten die Münchener allerdings eine Strafzeit der Gäste. Florian Elias saß in der Kühlbox, weil die Roosters nach einem dummen Wechselfehler einen Spieler zu viel auf dem Eis hatten. Das nutzte Nicholas Krämmer 23 Sekunden vor der ersten Pausensirene zum 1:0 für die Bayern.
Zweites Tor in Überzahl für München
Die Gäste kamen gut ins zweite Drittel. Aber dann nutzten die Roten Bullen ihre zweite Überzahl zum zweiten Tor. Ben Thomas saß gerade einmal 19 Sekunden auf der Strafbank, dann klinkte Jonaton Blum in der 24. Spielminute mit seinem ersten Saisontreffer zum 2:0 für München ein. Ab da waren die Gastgeber endgültig Herr im eigenen Haus. Münchens Keeper Andreas Niederberger verlebte einen weitestgehend entspannten Abend, musste nur zweimal gegen Yanick Proske glänzend parieren. Gegen Ende des zweiten Spielabschnitts kamen die Sauerländer wieder besser ins Spiel, erarbeiteten sich einige gute Einschussmöglichkeiten. Konrad Abelshauser (München) und John Broda (Iserlohn) hatten sich dann kurz vor dem zweiten Drittelende noch handfest etwas zu sagen – dafür mussten beide in die Kühlbox.
Für die letzten 20 Minuten hatten sich die Sauerländer offensichtlich etwas vorgenommen, sie konnten die Begegnung offener gestalten und kamen häufiger vor das Gehäuse von Münchens Keeper Andreas Niederberger. Jäh gestoppt wurde der Aufschwung der Gäste allerdings in der 47. Spielminute, als Veit Oswald für die Bayern zum 3:0 abstauben konnte. Damit war der Widerstand der Sauerländer gebrochen. Der Sieg des EHC geht in Ordnung. Zwei Minuten vor der Schlusssirene ging Roosters-Coach Greg Poss „all in“ und nahm Keeper Kevin Reich für einen sechsten Feldspieler vom Eis. Die Chance ließ sich Andreas Eder nicht entgegen und schoss in der 59. Spielminute zum 4:0 ins leere Roosters-Gehäuse. Bei einer besseren Chancenverwertung wäre aber durchaus mehr drin gewesen für die Roosters. Die Münchener schossen sich durch den Sieg an die Tabellenspitze.
Am Sonntag kommt es dann zum Kellerduell gegen den Tabellenletzten Düsseldorfer EG in der Balver-Zinn-Arena am Seilersee in Iserlohn. München muss nach Ingolstadt.








