Giftige Gase, radioaktive Stoffe oder chemische Gefahrstoffe sind häufig weder sichtbar noch wahrnehmbar. Kommt es etwa bei einem Industriebrand, einem Gefahrgutunfall oder einem Anschlag zur Freisetzung solcher Stoffe, müssen Einsatzkräfte innerhalb kürzester Zeit klären, womit sie es zu tun haben und welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind.
Für genau diese Einsätze stehen den Feuerwehren im Märkischen Kreis künftig zwei hochmoderne CBRN-Erkunderfahrzeuge zur Verfügung. CBRN steht für chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren. Das Bundesministerium des Innern stellt die Fahrzeuge dem Bevölkerungsschutz des Märkischen Kreises zur Verfügung. Eines ist in Herscheid stationiert, das zweite soll nach seiner Auslieferung im August in Iserlohn in Dienst gehen.
Die jeweils rund 311.000 Euro teuren Fahrzeuge erweitern die Einsatzmöglichkeiten der Feuerwehren erheblich. Ausgestattet mit moderner Mess- und Analysetechnik können sie gefährliche Stoffe erkennen und identifizieren. Die erhobenen Messdaten werden digital zwischen den Fahrzeugen ausgetauscht, sodass bereits während des Einsatzes ein gemeinsames Lagebild entsteht. Zusätzliche Messgeräte und spezielle Software unterstützen die Einsatzleitungen bei wichtigen Entscheidungen.
Damit die neue Technik im Ernstfall sicher eingesetzt werden kann, hat der Märkische Kreis erstmals einen speziellen Lehrgang im Brandschutz- und Rettungsdienstzentrum (BRZ) Altena-Rosmart durchgeführt. Im Mittelpunkt standen die Bedienung der Messsysteme sowie der sichere Umgang mit der Fahrzeugtechnik. Bereits zuvor waren mehrere Feuerwehrangehörige aus Herscheid und Iserlohn an der Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung (BABZ) in Ahrweiler zu Multiplikatoren ausgebildet worden. Sie vermittelten ihr Wissen nun im ersten Lehrgang an weitere Einsatzkräfte.
Den Abschluss bildete eine realitätsnahe Übung in Lüdenscheid. Dort unterstützten die Besatzungen der Erkunderfahrzeuge die Feuerwehr bei einem simulierten Gefahrstoffaustritt. Echte Gefahrstoffe kamen dabei nicht zum Einsatz – die Messwerte wurden von den Ausbildern simuliert, um möglichst realistische Einsatzbedingungen zu schaffen.
Nach 35 Unterrichtsstunden und einer erfolgreich bestandenen Prüfung stehen dem Märkischen Kreis nun zwölf speziell ausgebildete Einsatzkräfte aus den Feuerwehren Herscheid und Iserlohn für den Betrieb der CBRN-Erkunderfahrzeuge zur Verfügung. Namentlich sind das: Christian Balkenhoff, Florian Balkenhoff, Johannes Eichhorn, Jan Lewe, Bastian Maßmann, Torsten Mücke, Tim Sellmann, David Trämer (alle Iserlohn), Alexander Borlinghaus, Florian Dorr, Bastian Fürst und Jannik Hübl (alle Herscheid). Sie bilden künftig einen wichtigen Baustein des Bevölkerungsschutzes im gesamten Kreisgebiet.
„Wir bedanken uns beim Ausbilderteam sowie bei den Besatzungen der überörtlichen CBRN-Erkunderfahrzeuge aus Schmallenberg, Hagen und Bochum für ihre Unterstützung bei der Durchführung des Lehrgangs“, sagt Kreisbrandmeister Michael Kling.









