Anfang Juni geht's los – die Sporthalle in Oberbrügge wird zur Baustelle. Beim TuS wächst die Vorfreude auf ein modernes „Schmuckkästchen“ – trotz großer Herausforderungen.
Lange müssen Verein, Schule und Kita improvisieren – doch am Ende soll eine moderne Mehrzweckhalle stehen, die Sport und Dorfleben gleichermaßen aufwertet. „Das wird ein echtes Schmuckkästchen", sagt Peter Seyfried. Der Vorsitzende des TuS Oberbrügge blickt der Sanierung trotz aller organisatorischen Herausforderungen mit Vorfreude entgegen.
Sanierung startet im Juni
Wie die Stadt Halver auf Anfrage von LokalDirekt mitteilt, starten Anfang Juni zunächst die Abbrucharbeiten. Danach wird die Halle umfassend saniert und modernisiert. Geplant sind unter anderem neue Fenster, Türen und Tore, ein neuer Sportboden mit Fußbodenheizung, moderne Hallen- und Bühnenbeleuchtung, eine Akustikdecke sowie eine neue Lüftungsanlage. Auch der Bühnen- und Sanitärbereich wird erneuert.
1,35 Millionen Euro Investition
Insgesamt investiert die Stadt rund 1,35 Millionen Euro in das Projekt. Für die Sporthalle fließen Fördermittel aus dem EFRE-Programm (Energieeffiziente öffentliche Gebäude). Ziel ist es, den Energieverbrauch um mindestens 50 Prozent zu senken, erklärt Pressesprecherin Jolina Junge.
Mehr als nur Sport
Für Peter Seyfried und den TuS ist die Halle mehr als nur ein Ort für den Sport. „Sie war immer eine Mehrzweckhalle“, sagt er. Karneval, Theateraufführungen, Chorabende oder Vereinsveranstaltungen hätten dort genauso ihren Platz wie Sportangebote. Davon zeugen noch heute alte Bilder – mit Feuerwehrmotiven, Kaninchen, Karnevalsmasken und Turnern. Deshalb bleibt auch die Bühne erhalten.
Vereine müssen improvisieren
Die Sportstätte bleibt etwa ein Jahr lang geschlossen. „Wir mussten für fast alle Gruppen neue Lösungen finden“, berichtet Seyfried. Viele Angebote ziehen vorübergehend ins Bürgerhaus um. Angebote wie Yoga und Bodyforming finden zusätzlich im Gemeindesaal der evangelischen Kirche statt. Eltern-Kind-Turnen und Badminton weichen teilweise nach Ostendorf aus – unterstützt durch eine Kooperation mit dem TuS Halver. Dort kommt auch das Hallenbosseln der BSG Oberbrügge unter. "Leider konnte nicht allen Sporttreibenden geholfen werden, da die Auslastung unserer Sporthallen immens hoch ist", erklärt die Stadt auf Anfrage.
Die Mitglieder des TuS Oberbrügge müssen sich umstellen. „Viele kommen normalerweise zu Fuß zur Halle“, erklärt Seyfried. Nun brauche es teils Fahrgemeinschaften und neue Abläufe. Die Situation erinnert den Vorsitzenden an die Pandemie: "Da mussten wir auch kreativ sein."
Schule setzt auf Außensport
Auch die Regenbogenschule muss während der Bauzeit umplanen. Konrektorin Simone Domke blickt mit Vorfreude auf die Sanierung – und gleichzeitig auf einige Herausforderungen im Schulalltag. Der Sportunterricht soll bei gutem Wetter möglichst oft draußen stattfinden, erklärt sie im Gespräch mit LokalDirekt.
Das bringe allerdings einige Einschränkungen mit sich. Viele größere Sportgeräte werden während der Bauarbeiten eingelagert, sodass nur kleinere Materialien verfügbar bleiben. Außerdem fehle draußen der geschützte und begrenzte Raum einer klassischen Turnhalle. „Man erreicht die Kinder akustisch ganz anders als in einer Halle“, sagt Domke.
Teilweise könne die Schule zwar auf das Bürgerhaus ausweichen, doch das funktioniere mit kleineren Gruppen deutlich besser als mit Klassen von bis zu 28 Kindern. Vor allem im Winter sieht Domke Herausforderungen: Andere Hallen in Halver seien bereits stark ausgelastet; die Anfahrten würden viel Unterrichtszeit kosten.
Trotzdem versuche die Regenbogenschule, das Beste aus der Situation zu machen. Für das Sportfest könnten die Kinder nun beispielsweise verstärkt Disziplinen wie Ausdauer oder Werfen trainieren.
Hoffnung auf moderne Halle
Trotz aller Einschränkungen überwiegt in Oberbrügge also die Freude. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, soll die Halle energetisch auf dem neuesten Stand sein und wieder zum zentralen Treffpunkt für Sport, Kultur und Vereinsleben werden.







