„Das war ein tolles Wochenende, das der Stadt gut getan und die Menschen quer durch alle Altersgruppen glücklich gemacht hat. Das Festival ist zu 120 Prozent in der Region angekommen“, sagt Phillip Nieland. Was den Bautz-Chef und Geschäftsführer der Lüdenscheider Stadtmarketing GmbH (LSM) zusätzlich in seiner Einschätzung bestätigt, sind die bisherigen Reaktionen auf das Event. „Wir haben unglaublich viel und ausschließlich positives Feedback erhalten – auch von den Bands, Künstlern und Agenturen. Das macht uns sehr stolz.“ Viele Besucher hätten die dritte Auflage als „das bisher beste Bautz“ gelobt.
Ob die dritte Auflage auch in wirtschaftlicher Hinsicht die bislang erfolgreichste ist, muss sich dagegen erst noch zeigen. „So kurz nach dem Festival ist das schwer abzuschätzen“, sagt der Hauptorganisator. Auch die Auswertung der genauen Besucherzahlen stehe noch aus. Vom Gefühl her und mit der Erfahrung der beiden ersten Auflagen ist sich Nieland aber sicher, dass „wir die Besucherzahlen gehalten oder sogar gesteigert haben“. Letzteres dürfte auf den Samstag zutreffen, als die angepeilte Marke von 10.000 Besuchern gefühlt deutlich übertroffen wurde.
Inflation und Wetter als schwierige Bedingungen
Das sei gerade in wirtschaftlich schwierigen und ungewissen Zeiten alles andere als selbstverständlich, sagt Nieland. Die anhaltende Inflation erschwere Veranstaltern zunehmend die Planung und erhöhe das Risiko, im Minus zu landen. Dazu würden Tickets immer kurzfristiger vor einer Veranstaltung gekauft werden als noch vor der Corona-Pandemie. Alles andere also als leichte Voraussetzungen für ein noch junges Festival, das sich vorgenommen hat, finanziell schnellstmöglich auf eigenen Beinen zustehen. So hätten sich die Bautz-Macher für dieses Jahr eine noch deutlichere Steigerung der Besucherzahlen gewünscht, aber schnell erkennen müssen, dass das in diesem für die Veranstaltungsbranche „brutal schwierigen Jahr nur schwer möglich“ sei, so Nieland.
Als weitere Erschwernis kam in diesem Jahr das Wetter hinzu: In den Wochen vor dem Bautz hatte
der Sommer sich eher wie ein verregneter Herbst angefühlt. Dazu kam die Berichterstattung über die
Schlammschlacht beim „Wacken Open Air“. Und dann warf das Unwetter am Dienstag vor dem
Bautz-Wochenende alle Vorbereitungen noch ein mal zurück.
„Durch das Wetter war es besonders kräftezehrend für alle, die beteiligt waren“, sagt Nieland. Aber:
Alles wurde rechtzeitig zum Einlass am Nattenberg fertig. Und schließlich spielte das Wetter doch
mit. Der Sommer feierte genau rechtzeitig zu dem Freiluft-Spektakel sein Comeback, und bis auf
einen kurzen Schauer blieben die für Samstag angesagten Regengüsse und Gewitter aus.
Polizei schaut positiv auf Wochenende zurück
Für Marcel Dilling, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde, ist das Festival-Wochenende aus polizeilicher Sicht ruhig verlaufen, wie er auf Anfrage von LokalDirekt erklärt: „Bei dieser Größe sind wir sehr zufrieden. Kein einziger musste in polizeilichen Gewahrsam genommen worden.“ Zwar gebe es die einen oder anderen Streitereien, diese seien aber „nicht der Rede Wert“: Die Polizei registrierte drei leichtere Körperverletzungsdelikte, eine Anzeige wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln sowie zwei Diebstähle.









