Wie steht es um Klimaschutz und Treibhausgase in Meinerzhagen? Diese Frage beantworteten Klimaschutzmanager Eric Ludewig und das "Team Klima MK", bestehend aus der Klimaschutzbeauftragten Alexandra Hartwig und Klimaschutzkoordinator Gregor Heggemann, am Donnerstag, 11. Juni, im Ausschuss für Klima, Planung, Stadtentwicklung, Mobilität und Umwelt.

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Die Auswertung des Märkischen Kreises umfasst die Jahre 2021 bis 2023. In diesem Zeitraum ist der Gesamtenergieverbrauch in der Stadt Meinerzhagen von 969 Gigawattstunden (GWh) auf 904 GWh gesunken, ein Minus von sieben Prozent. "Der Rückgang des Energieverbrauches war insbesondere auf den Sektor Haushalte zurückzuführen", erklärte Heggemann.

Höchster Pro-Kopf-Ausstoß im MK

Trotz alledem bleibe die Stadt Meinerzhagen "ein Leuchtturm", es sei aber erklärbar. Die Stadt Meinerzhagen habe mit 15,4 Tonnen pro Jahr zwar den höchsten Pro-Kopf-Ausstoß von Treibhausgasen im Märkischen Kreis, so Heggemann. Dieser käme jedoch aufgrund der großen Stadtfläche mit verhältnismäßig wenig Einwohnern, vielen Kilometern Bundesstraßen und Autobahnen zustande. Hinzu komme die industrielle Stärke Meinerzhagens. Heggemann betonte jedoch: "Es ist nicht der Sinn, den Balken der Industrie wegzusparen."

Dabei war die größte Treibhausgas-Quelle in Meinerzhagen Strom, gefolgt von Steinkohle und Diesel. Auf Platz vier landet Benzin, Platz fünf belegt Heizöl. Auf die einzelnen Bereiche gerechnet liegt Strom mit 37 Prozent der Emissionen vor Wärme (32 Prozent) und Mobilität, die für 31 Prozent der Treibhausgase verantwortlich ist.

Positiver Trend ist sichtbar

Alles in allem bescheinigten Heggemann und Hartwig der Stadt jedoch einen positiven Trend: "Der Strombedarf in der Stadt Meinerzhagen konnte 2023 bilanziell zu vier Prozent aus erneuerbaren Energien gedeckt werden und lag damit unter dem Durchschnitt von rund acht Prozent im Märkischen Kreis. Gleichzeitig ist eine positive Entwicklung erkennbar: Die erneuerbare Stromproduktion ist zwischen 2021 und 2023 gestiegen."

Anders sah dies in der folgenden Diskussion Karl Hardenacke, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Er bedankte sich für die umfangreiche Präsentation, merkte aber an, dass diese seiner Meinung nach zu positive Signale setze. Er monierte, dass die Stadt Meinerzhagen weit davon entfernt sei, die Klimaziele der Bundesregierung mit einer ausgewogenen Treibhausgasbilanz bis 2050 zu erreichen: "Einen erfolgreichen Weg zur Klimaneutralität kann man nicht sehen, würde ich sagen", konstatierte Hardenacke und verglich den Treibhausgas-Ausstoß Meinerzhagens mit den Ruhrgebietsmetropolen.

FDP ist froh über Industrie

Dies nahm der FDP-Fraktionsvorsitzende Christian Schön zum Anlass, zu kontern: "Ich bin froh, dass wir eine aluminiumverarbeitende Fabrik haben, die viel tut. Ich vermute, dass wir hier — gerechnet auf die Einwohner — mehr Industrie haben als im Ruhrgebiet."

Diese Einschätzung teilte der Meinerzhagener Klimaschutzmanager Eric Ludewig, der im Anschluss seinen Klimaschutz-Maßnahmenbericht vorstellte. Teile der Präsentation deckten sich mit der des Märkischen Kreises. In seiner Präsentation hob er unter anderem die Verdreifachung der Photovoltaikanlagen im Stadtgebiet von 2022 bis 2025 hervor, insgesamt 1190 sind mittlerweile in Betrieb, der Großteil auf Wohngebäuden.

Wärmeplanung als zentrale Aufgabe des Klimaschutzmanagers

Zudem freute sich Ludewig, dass die Stadt Meinerzhagen vergangenes Jahr im kommunalen Vergleich den ersten Platz bei der Aktion Stadtradeln belegt hat. Für 2026 und 2027 sieht er vor allem die kommunale Wärmeplanung als größte Aufgabe.

Ludewig betonte, dass Strom- und Wärmeverbrauch der kommunalen Liegenschaften seit 2018 zwar kontinuierlich sinken, die Gesamtkosten jedoch seit 2018 um 38,8 Prozent gestiegen sind — allen voran aufgrund des Nahost-Konflikts. Hätte die Stadt nicht frühzeitig begonnen, den Energieverbrauch zu senken, wären diese Steigerungen, vom Ludewig, noch deutlich dramatischer ausgefallen.