Gut besucht waren die beiden Stadtrundgänge durch die nationalsozialistische Geschichte Lüdenscheids entlang der Stolpersteine. Sie fanden im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2026 statt und wurde vom Kommunalen Integrationszentrum des Märkischen Kreises in Kooperation mit dem Ge-Denk-Zellen-Verein organisiert.
Bei einem öffentlichen Rundgang informierten sich interessierte Bürger über die Schicksale der Opfer des Nationalsozialismus. Für den zweiten Rundgang reisten Schülerinnen und Schüler einer zehnten Klasse der Humboldtschule mit ihrem Lehrer Constantin Pantel aus der Nachbarstadt Halver an, um sich mit der lokalen Geschichte auseinanderzusetzen und der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken. Die Gruppe zeigte großes Interesse und begegnete den behandelten Themen mit Aufmerksamkeit und Respekt.
Stolpersteine auch in Halver?
Angeregt durch die Diskussion der Schülerinnen und Schüler entstand die Idee, auch in der Nachbarkommune die Verlegung von Stolpersteinen anzustoßen. Eine Gruppe von Initiatoren hat bereits signalisiert, sich dieser Thematik künftig anzunehmen und erste Schritte in diese Richtung zu prüfen.
Die Rundgänge wurden vom Ge-Denk-Zellen-Verein, vertreten durch den Historiker Matthias Wagner und Bernd Benscheidt, geleitet. Wagner, der die Verlegung der Stolpersteine in Lüdenscheid initiiert hat, vermittelte den Teilnehmern eindrucksvoll die persönlichen Geschichten hinter den Gedenksteinen und ordnete diese historisch ein. Die Veranstaltung wurde von allen als sehr informativ und bewegend wahrgenommen.
Erstmals im Jahr 2018 verlegt
Die Stolpersteine in der Stadt wurden erstmals im Jahr 2018 verlegt und im vergangenen Jahr durch weitere ergänzt. Sie erinnern nicht nur an jüdische Mitbürger, sondern auch an andere Opfergruppen des NS-Regimes. Dazu zählen unter anderem Opfer der sogenannten „Euthanasie“, homosexuelle Menschen, politisch Verfolgte wie Kommunisten sowie all jene, die nicht in das nationalsozialistische System passten. Allein in Lüdenscheid hat die NSDAP etwa 1000 Todesopfer der Gewalt des NS-Regimesund etwa 2900 Kriegsopfer zu verantworten. Ihre Schicksale sind Teile der Vergangenheit und Gegenwart Lüdenscheids.
Geschichten der Opfer sichtbar halten
Der Rundgang machte deutlich, wie wichtig die lokale Erinnerungskultur ist, um die Geschichten der Opfer sichtbar zu halten und ein Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung zu setzen. Wer Interesse an einem historischen Rundgang oder einer Ausstellung zu verschiedenen Themen hat, die den Nationalsozialismus thematisieren, kann sich gerne unter [email protected] melden.









