Die Mitgliederversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Halver stand in diesem Jahr im Zeichen eines Abschieds. Nach 35 Jahren im Dienst der privaten Waldbesitzer verabschiedeten die Mitglieder ihren langjährigen Förster Uli Ackfeld.
Ein Neuanfang mit Herausforderungen
In seiner Abschiedsrede blickte Ackfeld zurück auf das Jahr 1991, als er seine Tätigkeit in Halver aufnahm. Die Rahmenbedingungen waren damals überschaubar: 181 Mitglieder, ein ausschließlich männlich besetzter Vorstand, neun Wegebaugemeinschaften. Und eine Ausstattung, die er augenzwinkernd als „drei wurmstichige Feuerpatschen, ein Funkgerät und ein paar Bücher“ beschrieb. Auch privat war der Start nicht einfach. Während seine Frau mit dem zweijährigen Sohn zunächst in Göttingen blieb, pendelte Ackfeld zwischen Düsseldorf und seinem neuen Einsatzort. Erst ein Jahr später fand die Familie ein gemeinsames Zuhause.
Wachstum und Verdienste eines Försterlebens
Unter Ackfelds Leitung entwickelte sich die Forstgemeinschaft kontinuierlich weiter. Die betreute Waldfläche wuchs auf rund 2600 Hektar, und die Zahl der Mitglieder stieg im vergangenen Jahr von ursprünglich 330 auf 343 – wie Geschäftsführerin Astrid Becker im aktuellen Geschäftsbericht erläuterte. 2015 wurde eine hauptamtliche Geschäftsführung etabliert. Insgesamt wurden in seiner Amtszeit rund 720.000 Festmeter Holz eingeschlagen.
Forstamtsleiterin Julia Böning würdigte insbesondere seine Haltung und seinen Einsatz: „Was dich besonders auszeichnet, ist dein Anspruch, stets das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Das hat unsere Arbeit nachhaltig geprägt.“
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Drei Jahrzehnte im Zeichen von Krisen und Wandel
Der Rückblick auf die vergangenen Jahrzehnte machte deutlich, wie sehr die Arbeit im Wald von Herausforderungen geprägt war. Der Orkan Kyrill im Jahr 2007 verwüstete weite Teile des Sauerlandes. 2018 stellte die Forstgemeinschaft ihre Holzvermarktung auf eigene Beine – im selben Jahr traf Sturmtief Friederike die Region mit voller Wucht. Besonders einschneidend war auch die Borkenkäferkrise zwischen 2019 und 2022: In diesem Zeitraum mussten rund 350.000 Festmeter Schadholz aufgearbeitet werden – eine enorme Belastung für Wald und Waldbesitzer.
Generationswechsel im Revier
Mit Yannick Prümers übernimmt nun ein junger Förster die Verantwortung. Der 30-Jährige ist seit 2023 im Märkischen Kreis tätig. Unterstützt wird er von Miriam Franzke, seit vergangenem Jahr Revierleiterin in Rönsahl und Schnittstelle zur Feuerwehr. Ackfeld wird den Übergang noch bis Ende des Jahres beratend begleiten: „Ich hoffe, dass ihr ihnen das gleiche Vertrauen wie mir entgegenbringt“, betont Halvers ehemaliger Förster.
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Neuer Vorstand und Entscheidungen
Im Rahmen der Versammlung wurde zudem ein neuer Vorstand für die kommenden vier Jahre gewählt. Ulrike Halverscheid übernimmt, einstimmig gewählt, den ersten Vorsitz, Martin Enneper den zweiten Vorsitz. Die Zahl der Beisitzer wurde von sieben auf acht erhöht. Künftig vertreten Annette Rosiepen, Katrin Schmitz, Erika Voswinckel, Heiko Tacke, Christian Böhle, Fabian Brunsmeier, Thomas Gesenberg und Armin Kibbert, als Vertreter der Stadt Halver, die Interessen der Mitglieder. Einstimmig gewählt wurde außerdem Rüdiger Winkhaus als zweiter Kassenprüfer.
Auch organisatorisch wurden Weichen gestellt: Seit 2003 besteht eine Waldbrandversicherung über die Provinzial. Nach Neuverhandlungen über die FWV-Mark-Ruhr profitieren die Mitglieder künftig von verbesserten Leistungen zu einem Beitrag von 1,20 Euro pro Hektar – zehn Cent günstiger als bisher.
Wiederbewaldung bleibt zentrale Aufgabe
Ein Schwerpunkt der zukünftigen Arbeit liegt weiterhin auf der Wiederbewaldung. Für das Frühjahr 2026 sind auf 26 Flächen mit insgesamt 25 Hektar rund 103.500 Pflanzungen vorgesehen, überwiegend Laubholz. Im Herbst folgen weitere 32 Flächen mit 44 Hektar und etwa 128.000 Pflanzen. Zum Schutz der jungen Kulturen sind umfangreiche Maßnahmen geplant: Rund 47.000 Fegeschutzelemente, etwa 7.600 Wuchshüllen und Drahtkörbe sowie rund 4.700 Meter Zaun sollen zum Einsatz kommen.
Die Leistungsbilanz der Jahre 2022 bis 2025 verdeutlicht den Umfang der Arbeit im Privatwald: 214 Hektar neu angelegte Kulturflächen, 168 Hektar gepflegte Bestände, mehr als 727.000 gesetzte Pflanzen, 57 Kilometer instandgesetzte Wege und mehr als 95.000 Festmeter eingeschlagenes Holz.










