In Lüdenscheids Wilhelmstraße (Ecke Sternplatz vor dem ehemaligen Sinn-Leffers-Kaufhaus) ist seit kurzem ein äußerlich eher unscheinbarer grauer Kasten aufgestellt, der es aber in sich hat. Waren vorlagern, Produkte ausleihen, Pakte abgeben oder abholen sind nur drei von vielen Funktionen, für die die von ihren Ideengebern „bace-Hub“ getaufte Zauberkiste zu gebrauchen ist.
Auf Einladung von Holger Möser, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft, und im Beisein von Lüdenscheider Einzelhändlern erklärte Ruben Dahmen, Co-Founder des Dortmunder Start-Ups „bace“, am Dienstag die Funktionsweise und den Nutzen, den der mobile Hub nicht nur für den Einzelhandel, sondern auch für die Kundinnen und Kunden hat. Er verfügt auf der Vorderseite wie auf der Rückseite jeweils über 15 Schließfächer, die per Handy-App über einen Code geöffnet werden können, um Waren zu deponieren oder zu entnehmen. Der Ladenschluss, der viele Berufstätige beim Einkauf stört, ist so kein Hindernis mehr. Eine reparierte Brille könne im bace-Hub deponiert und so noch zu später Stunde abgeholt werden, lobte Patrick Jahn von Optik Lüttringhaus die Möglichkeiten. Die Nutzung des Systems sei einfach, versicherte Ruben Dahmen und zitierte den Slogan: „Nur drei Klicks zum Glück."
Paketstationen, wie sie von DHL, UPS , Hermes und Co. betrieben werden, sind nicht neu. Aber die Brüder Dahmen haben ein eigenständiges Konzept der Warenverteilung entwickelt, das nach ihren Angaben effizienter und flexibler als andere Systeme ist. Neben der Flexibilität der mobilen Hubs, die wie im Fall von Lüdenscheid stadtzentral aufgestellt werden, geht es auch um die Optimierung der Lieferwege, insbesondere bei der Paketzustellung. Dafür eignen sich stationär aufgebaute und mit dem Auto bequem zu erreichende Hubs. Drei dieser Stationen stehen aus naheliegendem Grund im Rahmedetal: Die Hubs wurden von der dort ansässigen Altenaer Firma Geck gebaut.
Qualität made in Altena
Auch für Lüdenscheid war neben dem mobilen ein stationärer Hub geplant. Der sollte auf der Parkpalette Turmstraße aufgebaut werden. Nach anfänglicher Zusage habe es dort aber Schwierigkeiten gegeben, bedauerte Holger Möser. Dennoch ist Ruben Dahmen zuversichtlich, dass in naher Zukunft weitere Hubs in Lüdenscheid und Altena aufgestellt werden und so ein gut funktionierendes Netzwerk entsteht.
Weitere Einzelhändler "stark interessiert"
SEG-Geschäftsführer Holger Möser betrachtet das bace-Hub-System als Chance für Lüdenscheid, um im Bereich der Logistik voranzugehen. Den Container hat die SEG geleast. Für die Nutzung der Schließfächer wird eine geringe Gebühr (um einen Euro) erhoben. Über den Erfolg des Systems werden letztlich die Nutzer entscheiden. Aktuell sind eine handvoll Einzelhändler mit im Boot. Weitere zeigten sich "stark interessiert", so Ruben Dahmen. Einer der großen Partner für das Dortmunder Start-Up ist die Buchhandlung Thalia.










