Ein voller Erfolg war das Konzert des Märkischen Jugendsinfonieorchesters am Samstagabend, 10. Januar, in der Aula des Anne-Frank-Gymnasiums in Halver. Zum Schluss gab es Standing Ovations. Erst nach zwei Zugaben entließ das begeisterte Publikum die jungen Akteure. 

Video: Martin Büdenbender / LokalDirekt

Anderthalb Stunden lang erfüllte das junge Orchester die plötzlich ganz klein gewordene Aula mit kraftvollen Klängen. Die Bühne allein reichte nicht aus, um die Musiker mit ihren Instrumenten zu platzieren. Streicher und Chefdirigent Thomas Grote standen nahezu mitten im Publikum. Die Nähe zum Orchester trug sicherlich auch dazu bei, dass man das Konzert an diesem Abend so hautnah wie selten erleben konnte.

Nach den Begrüßungsworten von Halvers Kulturbeauftragter Inge Zensen übernahm der 17-jährige Konstantin Martensmeier die Moderation des Abends, auf den sich die Akteure gewissenhaft und mit großem Fleiß vorbereitet hatten. Er stellte nicht nur die einzelnen Beiträge vor, sondern gab auch interessante Informationen zum Orchesterpreis, das sich für diesen ersten von zwei Konzertabenden (der zweite Auftritt war am Sonntag in Werdohl) den Namen „Enfants Terribles“ gegeben hatte, sowie zum musikalischen Thema. Ausgewählt wurden Komponisten, die zu ihrer Zeit als unkonventionell und rebellisch galten und mit Humor, Witz und überraschenden Elementen die musikalischen Grenzen austesteten.

Den Anfang machte der erste Satz der „Irish Suite“ von Leroy Anderson, „The Irish Washerwoman“, der vor allem die Holzbläser brillieren ließ und mit seinem traditionell irischen Flair bestach. Es folgte „Slava! A Political Overture“, Leonard Bernsteins lebhafte, vom Jazz und Musical inspirierte Ouvertüre. Im Kontrast dazu stand Wolfgang Amadeus Mozarts Ouvertüre zu seinem weltbekannten Singspiel in drei Akten: „Die Entführung aus dem Serail“. Mit traditionellen irischen Melodien gefiel Charles Villiers Stanfords „Irish Rhapsody No. 1“. Viel Beifall gab es auch für den Vortrag der Ouvertüre aus „Amelia al Ballo“ von Gian Carlo Menotti.

Ein besonderer Höhepunkt war Josephs Haydns Trompetenkonzert Es-Dur, damals das erste Konzert für die Klappentrompete. Als Solist begeisterte Edouard Barlerin, der sich in den vergangenen Jahren als Blechbläserdozent um das MJO verdient gemacht hat. Er setzte auch den musikalischen Schlusspunkt des Abends. Bejubelt vom Publikum zeigte das junge Orchester zusammen mit ihm, „dass wir auch Jazz können.“